Auktion: 532 / 19th Century Art am 10.12.2022 in München Lot 337

 

337
Eduard (Edward Jakob) von Steinle
Heilige Familie mit Johannesknaben, 1855.
Pastell, Kohle und Gouache
Nachverkaufspreis: € 7.000
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Heilige Familie mit Johannesknaben. 1855.
Pastell, Kohle und Gouache.
Im Stein rechts der Marienfigur monogrammiert (in Ligatur) und datiert. Auf Velin. 80,5 x 49,7 cm (31,6 x 19,5 in), fast blattgroß.

PROVENIENZ: Privatsammlung Bayern (seit ca. 1900 in Familienbesitz).

Bevor die religiöse Malerei gegen Ende des 19. Jahrhunderts endgültig ihre Relevanz und Gültigkeit aufgeben musste, erlebte sie in der ersten Hälfte jedoch einen wahren Aufschwung. Prägend für diese Neuausrichtung der biblisch-religiösen Historienmalerei ist dabei die Gruppe der Nazarener, eine lose Verbindung, hervorgegangen aus den damaligen Wiener Malereistudenten Friedrich Overbeck, Franz Pforr und Ludwig Vogel, die sich in Rom niederlassen. Einige Zeit nach ihnen folgt auch Eduard von Steinle, der sich ihnen 1828 in Rom anschließt. Im Zentrum der Nazarenischen Malerei steht vor allem die Erneuerung der Malerei aus religiösem Geiste und der Technik des großformatigen Fresko. Diese erlernt Steinle anschließend von Peter von Cornelius, der nach München zurückgekehrt war und die dortige Akademie leitete. Steinle widmet sich fortan ebenfalls vorrangig der großen freskalen Dekoration und dem Entwurf von Glasfenstern religiöser Bauten, darunter u.a. des Kölner Dom und der Straßburger Münster. Solche prestigeträchtigen Aufträge empfehlen ihn für eine Professur an der Städelschen Kunstschule in Frankfurt, die er 1850 übernimmt. Daneben entstehen Staffeleigemälde romantischer Historien- und Genremalerei profanen Inhalts, wie die „Loreley“ (1864, Sammlung Schack, München) oder dem mittelalterlichen „Türmer“ (1859, Sammlung Schack, München). Der Großteil seiner Gemälde aber widmet sich dem zentralen Thema der Heiligen Familie. Oftmals geschaffen zum Zweck privater Andacht oder für private Seitenkapellen, leben in ihnen die Prinzipien der Nazarener fort. Eine an harmonischen Aufbau orientierte Komposition, mit dem Vorbild alter Deutscher Meister und dem Geist graziöser Anmut und religiöser Empfindsamkeit Raffaels, dessen Madonnenbilder wie bspw. „Die Heilige Familie aus dem Hause Canigiani (1508, Alte Pinakothek, München) motivgeschichtlich stilprägend sind. Von gewisser Lieblichkeit und Intimität ist auch die hier gezeigte Szene, das kleine Jesuskind zurückweichend vor dem Wasser, das der Johannesknabe in Vorausweisung der späteren Taufe mit der Jakobsmuschel, vielschichtiges Symbol christlicher Ikonografie, schöpft. Die pastellig-matte Oberflächenbeschaffenheit zeigt die Nähe zur Technik des Fresko. Steinle vereint gemäß des nazarenischen Programms in der Figur der Maria die Eleganz und Anmut der Renaissance mit der kantigen, Dürer-haften Erscheinung Josefs und verweist so deutlich auf seine malerischen Grundprinzipien. [KT]



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Eduard (Edward Jakob) von Steinle
Heilige Familie mit Johannesknaben, 1855.
Pastell, Kohle und Gouache
Nachverkaufspreis: € 7.000
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Aufgeld und Steuern zu Eduard (Edward Jakob) von Steinle "Heilige Familie mit Johannesknaben"
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