Auktion: 534 / Contemporary Art Day Sale am 09.12.2022 in München Lot 194

 

194
Gerhard Richter
Ohne Titel (11.03.08), 2008.
Lackfarbe auf bedrucktem Papier, auf Unterlagek...
Schätzpreis: € 90.000 - 120.000
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Ohne Titel (11.03.08). 2008.
Lackfarbe auf bedrucktem Papier, auf Unterlagekarton montiert.
Auf dem Unterlagekarton signiert und datiert "11.3.08" sowie verso bezeichnet "11.3.08". 29,5 x 20,8 cm (11,6 x 8,1 in). Unterlagekarton: 42,5 x 38,5 cm (12,8 x 15,1 in).
Aus einer Werkfolge von Unikaten, entstanden anlässlich der Wanderausstellung "Abstrakte Bilder" im Museum Ludwig in Köln und im Haus der Kunst in München, 2008/2009. Richter hat bei jedem der Unikate eine auf einer Glasplatte ausgeführte Malerei manuell auf die Seite eines Architekturbuches im monotypieartigen Abklatschverfahren übertragen. [JS].
• Eines der ersten auf Glas ausgeführten Umdruck-Unikate und damit grundlegend für Richters 2008 einsetzende Glasgemälde.
• Wunderbares Zeugnis von Richters herausragender technischer Meisterschaft und Innovationskraft.
• Faszinierendes Zusammenspiel von Kalkül und Zufall, das durch den Umdruck auf bedrucktes Papier geheimnisvoll entfremdete Farbverläufe kreiert.
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

Die Arbeit ist im Online-Werkverzeichnis (Rubrik "Oil on paper") unter dem Titel "11.3.2008" verzeichnet.
Wir danken Herrn Dr. Dietmar Elger, Gerhard Richter Archiv, Dresden, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Marian Goodman Gallery, New York (auf dem Unterlagekarton mit dem Etikett).
Sies Fine Art, Düsseldorf.
Privatsammlung Süddeutschland (vom Vorgenannten erworben).

„Ich bin fasziniert vom Zufall, weil es ist ja fast alles Zufall. Wie wir beschaffen sind, warum ich nicht in Afrika geboren bin, sondern hier. Alles Zufall."
Gerhard Richter, November 2016

Aufrufzeit: 09.12.2022 - ca. 15.35 h +/- 20 Min.

Nach den vom Rakel verfremdeten, nahezu zufällig geschaffenen Farbstrukturen beginnt Richter im Jahr 2008 auch den Bildträger Glas für seine Malerei des kontrollierten Zufalls nutzbar zu machen. Die harte Oberfläche des Glases unterstützt als hermetisch abgeschlossener Bildträger, der die Farbe nicht aufnimmt, sondern diese vielmehr selbst fließen und gestalten lässt, das Element des Zufälligen und zugleich – über den lediglich einmal ausgeführten, manuellen Umdruck auf Papier – das verfremdende Element seiner Kunst. Richter gelingt es auf diese Weise, den Einfluss des künstlerischen Kalküls auf ein Minimum zu reduzieren. Lediglich der Ausgangspunkt jeder Komposition wird durch die genaue Farbzusammenstellung und Verteilung auf der Glasfläche von Richter definiert, der Rest wird den Fließeigenschaften der Farbe auf der glatten Oberfläche überlassen. Durch den Abklatsch der Glasplatte auf Papier wird die entstandene Farbstruktur aber nicht nur abschließend fixiert, sondern auch umgekehrt, die Rückseite zur Vorderseite erklärt und den verschiedenen Farbbahnen durch den Druck des Glases eine homogene, glatte Oberfläche verliehen, welche diese – auch nach Abnahme des Glases – dauerhaft seltsam distanziert und entrückt erscheinen lässt. Unsere Arbeit zählt zu den frühesten dieser experimentellen und faszinierenden Arbeiten auf Papier, die fortan im Laufe des Jahres 2008 entstehen und für die im selben Jahr einsetzenden Hinterglasgemälde Richters grundlegend sind. In den seriellen Hinterglasgemälden erklärt Richter ebenfalls die leuchtenden, abstrakten Farbstrukturen, die das Ergebnis seiner meisterlichen Inszenierung des kalkulierten Zufalls sind, zu den Protagonisten seiner faszinierend entrückten Kompositionen. Für dieses eindrucksvolle Ergebnis lässt Richter die Farbe zunächst auf einen Plexiglasträger fließen und greift in diesen zufälligen Prozess der Bildwerdung später auch teilweise durch den Einsatz von Pinseln, Stäbchen und Spachteln ein. Schließlich überträgt Richter den gewünschten Ausschnitt der dabei entstandenen Komposition in einem perfektionierten Abklatschverfahren auf die Glasplatte, die diese marmorierten Farbstrukturen schließlich anstelle des – wie in der vorliegenden Arbeit – anfänglich verwendeten Papiers dauerhaft konserviert. [JS]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Gerhard Richter "Ohne Titel (11.03.08)"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.