Auktion: 500 / Evening Sale am 17.07.2020 in München Lot 411302256

 
411302256
Hermann Max Pechstein
Selbstbildnis, 1930.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Objektbeschreibung
Selbstbildnis. 1930.
Öl auf Leinwand, vom Künstler auf Hartfaserplatte aufgezogen und mit Leinwand doubliert.
Soika 1930/27. Links unten monogrammiert (ligiert) und datiert. Verso signiert, betitelt und bezeichnet "HM Pechstein [ligiert] Berlin Grunewald Hubertus Allee 181 -Selbstbildniß- [sic!]". 100,3 x 80,5 cm (39,4 x 31,6 in).
In der Hubertus-Allee hat Pechstein von 1945 bis 1951 sein Atelier. Es ist davon auszugehen, dass Pechstein in dieser Zeit die Doublierung vorgenommen hat und die rückwärtige Leinwand mit den o.g. Angaben versehen hat.
Selbstbildnis - mit Pfeife und Pinsel
• Im Werkverzeichnis sind nur sechs Selbstporträts in privater Hand verzeichnet, neben vier in namhaften Museen
• Starke, temperamentvolle Darstellung seines künstlerischen Schaffens
• Außergewöhnlich großes Format mit fast ganzfiguriger Darstellung seiner selbst
.

PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers.
Privatsammlung Hamburg (direkt aus dem Nachlass bis 2005).
Privatsammlung Hamburg (ab 2005).

AUSSTELLUNG: Max Pechstein, Städtisches Museum Zwickau, Juli-August 1947, Nr. 87.
Neue Gruppe, Haus der Kunst, München, 1958, Nr. 1354, Abb. S. 371.
Max Pechstein. Tuschzeichnungen und Aquarelle (und Gemälde) 1923-1955, Kunstamt Berlin-Charlottenburg, 17.9.-8.10.1960; Kunstverein Wolfsburg, Oktober 1960, Nr. 67.
Berliner Bildnisse aus drei Jahrhunderten, Städtische Galerie, München, 1.6.-1.7.1962, Nr. 74, sw-Abb.

Essay
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich war und ist die große Herausforderung für jeden bildenden Künstler, der darin die schwierige Aufgabe sieht, das auch ihm unbekannte Ich gleichsam zu sezieren. Die berühmten Selbstbildnisse Rembrandts seien hier stellvertretend für eine Kunstgattung genannt, die in ihrer Spannweite und Aussagekraft das Gesamtwerk eines Malers wesentlich bestimmt. Max Pechstein hat im Laufe seines Künstlerlebens mehrere Selbstbildnisse geschaffen, ohne jedoch das Thema so obsessiv zu verfolgt wie andere vor ihm. In diesem Selbstbildnis ist aber etwas von der Anspannung zu spüren, die Pechstein in der Interpretation des Gesehenen hatte. Schon die ungewöhnliche Körperhaltung weist darauf hin, dass es Pechstein um mehr geht als nur die spiegelbildliche Niederschrift des eigenen Ich. Dies ist nicht der erfolgreiche Maler, der sich selbstgefällig sieht. Dies ist ein Suchender, der erkundet, was sich unter der Oberfläche des Äußerlichen noch alles verbirgt. Hier ist Malen kein schöngeistiger Zeitvertreib, hier geht es um die Fixierung dessen, was die gesamte Persönlichkeit ausmacht - in ihren positiven und negativen Seiten. Selbst die geliebte Pfeife, die Pechstein in seinen Selbstporträts sonst so genussvoll raucht, scheint in der Anspannung fast vergessen. Einzig die auf dem Knie ruhende Hand bildet ein beruhigendes Element in dieser dynamischen Diagonalkomposition, die alles früher Erarbeitete durchschimmern lässt, ohne es vordergründig zu thematisieren.
 


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