China zu Gast in der Sommer-Auktion von Ketterer Kunst
CHU Teh-Chun
CHU
CHU Teh-Chun
Composition Nr. 7
Gouache, 1962, 75 x 28 cm
Schätzpreis: € 20.000-30.000
München, 22. März 2021 (KK) - Er zählt zu den führenden Künstlern Chinas. Letztes Jahr wäre der in der Volksrepublik geborene Wahlfranzose CHU Teh-Chun 100 Jahre alt geworden. Nun versteigert Ketterer Kunst zwei spannende Arbeiten des bedeutenden lyrischen Abstraktions-Pioniers in der Münchner Sommer-Auktion am 18. und 19. Juni.

"Auf dem internationalen Auktionsmarkt erzielte CHU Teh-Chun bereits einen zweistelligen Millionenerlös", so Auktionator Robert Ketterer. "Es freut mich sehr", so der Firmeninhaber von Ketterer Kunst weiter, "dass wir seinem Œuvre nun auch in Deutschland mehr Gewicht verleihen dürfen und aktuell gleich zwei Gouachen dieses wichtigen abstrakten Künstlers des zwanzigsten Jahrhunderts anbieten können."

In seinen imaginären Landschaften gelingt es Chu The-Chun auf sehr beeindruckende Weise Naturerfahrungen realistisch einzufangen und gleichzeitig der Abstraktion treu zu bleiben. In seiner einzigartigen Bildsprache verbindet er Elemente der klassischen chinesischen Kalligrafie mit Elementen des französischen Postimpressionismus und der westlichen Nachkriegsabstraktion. Dabei sind Poesie und Malerei für ihn untrennbar miteinander verbunden.

CHU Teh-Chun wird 1920 in der Provinz Jiangsu geboren. Von klein auf übt sich der Sohn einer Familie von Ärzten und Kunstsammlern in der traditionellen Kunst der Kalligraphie. Schon mit 15 Jahren wird er in die Kunstakademie von Hangzhou aufgenommen, einer von Lin Fengmian geführten Talentschmiede. Viele der dort unterrichtenden Professoren wurden in der Ecole des Beaux-Arts in Paris und Dijon ausgebildet. Dort trifft Chu The-Chun auf Wu Guangzhong und Zao Wou-Ki. Ihr Lehrmeister Fang Ganmin, selbst ein berühmter Maler, macht seine jungen Studenten mit westlicher Kunst vertraut, unter anderem mit Cézanne, Matisse und Derain. Chu findet über die Malerei der französischen Postimpressionisten seinen eigenen Weg, der ihn von der Tradition der chinesischen Kunst zu einer lyrischen Abstraktion führt.
CHU
CHU Teh-Chun
Composition Nr. 85
Gouache, 1961, 38 x 56,5 cm
Schätzpreis: € 25.000-35.000
Nach seinem Abschluss geht er mit seiner Familie nach Taiwan und wird Professor am Taipei National Institute of Technology, im Fachbereich Architektur. In den 1950er Jahren stellen sich die ersten künstlerischen Erfolge ein. Die damit verbundene finanzielle Freiheit nutzt er für erste Reisen nach Frankreich. 1955 lässt er sich dauerhaft in Paris nieder und trifft dort auf seinen alten Schulfreund Zao Wou-Ki. Im Musée de l'Art Moderne sieht er die Bilder von Nicolas de Staël. Die Abstraktionen des französischen Malers beeindrucken ihn tief und werden zum Wendepunkt in seiner Kunst.

Ausgehend von seinen Tuschezeichnungen, entwickelt Chu eine gestische Malerei, die innere Bilder von einer ausgesprochenen Zartheit und Eleganz hervorbringt. Seine anmutigen Kompositionen wecken beim Betrachter Assoziationen von uralten Bergen an deren Hängen Wasser herabfließt und von Schneewolken, die sich wie Wände am Horizont auftürmen. Die Natur ist in seinem Werk allgegenwärtig. Mit breiten Pinselstrichen und energetischen kalligraphischen Linien erschafft er imaginäre Landschaften, vor denen er aber nicht unmittelbar stehen muss. Er gibt erlebte und erfühlte Landschaftsbilder wieder. Seine einzigartige Bildsprache erschließt völlig neue Ausdrucksformen der Abstraktion und macht ihn zu einem der interessantesten chinesischen abstrakten Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts.

Neben CHU Teh-Chun wartet die Kunst des 20./21. Jahrhunderts mit Werken weiterer wichtiger Namen wie z.B. Lyonel Feininger, Katharina Grosse, Hans Hartung, Alexej von Jawlensky, Asger Jorn, Julian Opie, Hermann Max Pechstein, Gerhard Richter, Oskar Schlemmer, Victor Vasarely und Fritz Winter auf, während die Kunst des 19. Jahrhunderts mit Arbeiten so namhafter Künstler wie Edward Theodore Compton, Johann J. Frey, Karl Hagemeister und Franz von Stuck glänzt.

Des weiteren offeriert die Auktion ausgewählte Werke aus der Sammlung Deutsche Bank und eine Suite von Werken Joseph Beuys'.
Vorbesichtigung         28. Mai            Galerie Schwind Frankfurt
                                      30.-31. Mai      Ketterer Kunst Düsseldorf
                                      02.-03. Juni     Ketterer Kunst Hamburg
                                      05.-10. Juni     Ketterer Kunst Berlin
                                      12.-18. Juni     Ketterer Kunst München

Auktion in München   18. Juni  Kunst nach 1945 / Contemporary Art / Evening Sale
                                      19. Juni Kunst des 19. Jahrhunderts / Klassische Moderne

Ketterer Kunst (www.kettererkunst.de und www.ketterer-internet-auktion.de) mit Sitz in München und Dependancen in Hamburg, Berlin und Düsseldorf sowie einem weltweiten Netz an Repräsentanten u.a. in den USA und Brasilien wurde 1954 gegründet. Der Fokus des Auktionshauses liegt auf Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts sowie Wertvollen Büchern. Als Marktführer für Kunst des 19.-21. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum rangiert der Spezialist für deutsche Kunst laut Jahresbilanz 2020 der artprice database sogar als einziges und umsatzstärkstes Familien-unternehmen in den weltweiten Top 10.

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