Auktion: 370 / Alte und Neuere Meister am 29.10.2010 in München Lot 1172

Eduard von Grützner - Sillleben mit Pfingstrosen


1172
Eduard von Grützner
Sillleben mit Pfingstrosen, 1902.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 9.000
Ergebnis:
€ 62.220

(inkl. Käuferaufgeld)
Öl auf Leinwand
Rechts unten signiert und datiert. 48,5 x 38,5 cm (19 x 15,1 in)

Die künstlerischen Neigungen des jungen Eduard von Grützner, der einer mehrköpfigen Bauernfamilie entstammt, werden früh durch dessen Pfarrer erkannt und gefördert. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Neisse wird ihm eine zeichnerische Ausbildung in München ermöglicht, wo er 1864 an die Privatschule von Hermann Dyck geschickt wird. 1865 tritt Grützner schließlich in die Malklasse von Hermann Anschütz ein und wird einige Jahre später, 1867, in die Klasse Carl Theodor von Pilotys aufgenommen. Zu seinen weiteren Lehrern zählen der Historienmaler Johann Georg Hiltensperger sowie Alexander Strähuber. Grützner verlässt drei Jahre später die Akademie und bezieht ein eigenes Atelier. Innerhalb der Piloty-Schule wird der Künstler thematisch und koloristisch dem eher traditionellen Zweig zugerechnet, dem auch Franz von Defregger und Eduard Kurzbauer angehören. Bereits in seiner Studienzeit klingt mit dem Gemälde "Im Klosterkeller" die künftige Thematik seiner Arbeiten an. In der Folgezeit spezialisiert sich Grützner mit großem Erfolg auf die Motivik klösterlichen Lebens. Die Szenen spielen zumeist in der feucht-fröhlichen Atmosphäre der Weinkeller, in Küchen und auch Bierstuben, wobei der Tenor seiner Genrebilder dabei stets anekdotisch-humoristisch bleibt. 1886 wird Grützner Professor an der Münchner Akademie. Neben den beliebten Motiven aus dem Leben der Mönche entstehen Szenen aus dem Theater- und Jägerleben, Interieurstudien sowie der bekannte Falstaff-Zyklus. Auch im Bereich der Grafik überzeugen die Arbeiten Grützners, die von hoher zeichnerischer Qualität zeugen.

Zu den seltenen und gesuchten Arbeiten des Künstlers zählen die Blumen-Stillleben. Die wenigen bekannten Werke, die um die Jahrhundertwende entstehen, können als stille Gegenstücke zu den humoristisch geprägten Genrestücken gesehen werden, in welchen der Künstler mit fein abgestimmter Farbpalette und großer Detailliebe der Gattung des Stilllebens innerhalb der Malerei des 19. Jahrhunderts überzeugend gerecht wird.

1925 stirbt Eduard von Grützner in München. Mit seinem umfangreichen Werk darf Grützner zu den bedeutendsten Münchner Genremalern des 19. Jahrhunderts gezählt werden. [CM].




1172
Eduard von Grützner
Sillleben mit Pfingstrosen, 1902.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 9.000
Ergebnis:
€ 62.220

(inkl. Käuferaufgeld)