Auktion: 425 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst am 12./13.06.2015 in München Lot 842


842
Gotthard Graubner
Farbraumkörper, 1971/1974.
Mischtechnik
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 112.500

(inkl. Käuferaufgeld)
Farbraumkörper. 1971/1974.
Mischtechnik, bemalter Nylonstoff über Watte auf Leinwand.
Verso signiert und datiert sowie betitelt und mit Richtungspfeil. 100,5 x 100,5 x 6 cm (39,5 x 39,5 x 2,3 in). [RT/JS].

PROVENIENZ: Privatsammlung Norddeutschland.

AUSSTELLUNG: Andre Emmerich Gallery, New York (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).

Zunächst in Aquarellen, dann auch auf der Leinwand erprobt Graubner Formen des Farbauftrags, die den vielfach verdichteten Farbschichten eine Priorität gegenüber der begrenzenden Form der Bildränder sichern. Um die räumliche Wirkung der Farbflächen zu verstärken, verlegt sich Graubner Anfang der 1960er Jahre darauf, bildgroße Farbkissen mit Perlongewebe zu überspannen. Durch das vorherige Tränken und Bemalen der Stoffkissen mittels mehrerer Lagen verdünnter Acrylfarben schafft Graubner eine fluktuierende, atmende Verdichtung gleich einem auf den Betrachter zugreifenden Farbraum, und so ersetzt Graubner schließlich 1970 die älteren Werkbezeichnungen "Farbleib" bzw. "Kissenbild" durch die Bezeichnung "Farbraumkörper". Graubners "Kissenbilder" bzw. "Farbraumkörper" werden zuerst vom Düsseldorfer Galeristen Alfred Schmela ausgestellt und bringen Graubner schließlich 1965 einen Lehrauftrag an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg ein, wo er ab 1969 eine Professur für Malerei innehat. Aufgrund der innovativen Ästhetik dieser dreidimensionalen Malerei, mit der Graubner auch 1968 zudem zum ersten Mal auf der Documenta in Kassel vertreten ist, gelten Graubners "Farbraumkörper" als der zentrale Werkkomplex im Œuvre des Künstlers.



842
Gotthard Graubner
Farbraumkörper, 1971/1974.
Mischtechnik
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 112.500

(inkl. Käuferaufgeld)