Auktion: 523 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 11.12.2021 in München Lot 316


316
Anton Braith
Hirtenjunge mit Schafen, 1870.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 4.000
Ergebnis:
€ 4.750

(inklusive Aufgeld)
Hirtenjunge mit Schafen. 1870.
Öl auf Leinwand.
Unten links der Mitte signiert und datiert sowie ortsbezeichnet "München". 53 x 97 cm (20,8 x 38,1 in).

Wir danken Frau Dr. Judith Bihr, Museum Biberach, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Kunst- und Auktionshaus Hermann Combé, Stuttgart.
Privatsammlung Baden-Württemberg (1971 vom Vorgenannten erworben).

Neugierig und interessiert umringen Schafe verschiedenen Alters einen Hirtenjungen, der behutsam ein kleines, neugeborenes Lämmchen auf seinem Schoß hält, wie um den Neuankömmling in der Gruppe aufzunehmen. Zu seiner Rechten wacht der Hütehund entspannt über das Treiben. Ein braunes Schaf wendet den Blick Richtung Himmel, durch dessen Wolken sich das Sonnenlicht bricht. Die kleine Szene erinnert an volkstümliche Hirtenbilder, was dem Geschmack des damaligen städtischen Publikums geschuldet sein dürfte, das sich nach einer vermeintlich arkadischen Hirtenidyllik einer vorindustrialisierten Zeit zurücksehnt. Durch das Studium der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts gelingt es Anton Braith hinzukommend, Tiere auf einfühlsame Art wiederzugeben. Psychologisierend und mit vermenschlichendem Unterton gestaltet Braith die Szene in den Blickrichtungen und dem Moment der Begegnung fast wie ein Gruppenporträt, in dem die enge Verbindung zwischen Mensch und Tier deutlich wird. Mit solchen Tiernahbildern gelingt Braith 1869 sein künstlerischer Durchbruch, und er gewinnt die goldene Ehrenmedaille auf der Internationalen Kunstausstellung in München. Es folgen weitere Preise sowie die Ernennung zum Königlichen Professor 1890. [HO]



316
Anton Braith
Hirtenjunge mit Schafen, 1870.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 4.000
Ergebnis:
€ 4.750

(inklusive Aufgeld)