Hanns Ludwig Katz - Selbstbildnis mit Fränze und Affen


164
Hanns Ludwig Katz
Selbstbildnis mit Fränze und Affen, 1934.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 10.226
Ergebnis:
€ 21.755

(inkl. Käuferaufgeld)
164
Hanns Ludwig Katz
Selbstbildnis mit Fränze und Affen, 1934.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 10.226
Ergebnis:
€ 21.755

(inkl. Käuferaufgeld)
 

Selbstbildnis mit Fränze und Affen
Triptychon, Öl auf Holz, 1934
cm ( in)Mitteltafel: 151 x 95 cm (59,4 x 37,4 in), Seitentafeln: jeweils 151 x 58 cm (59,4 x 22,9 in)

PROVENIENZ: Lafayette Parke Gallery, New York (rückseitig mit dem Etikett).

Ausstellung: Kunsthalle Emden, Stiftung Henri Nannen, 20.6.-23.8.1992.
South African National Gallery, Cape Town, 24.11.1993-27.4.1992.
Salander-O'Reilly Galleries, New York (jew. rückseitig mit dem Etikett).

Hanns Ludwig Katz gehört ohne Zweifel zu einem der interessantesten Expressionisten der zweiten Generation. Sein Werk konzentriert sich auf Stadtlandschaften, Interieurs und Porträts, die in den Jahren von 1920 bis 1936 zu schönster Ausprägung gelangen. Als Jude und Sozialist verfolgt, wandert er nach kurzem Engagement im Jüdischen Kulturbund 1936 nach Südafrika aus. Das ein Jahr zuvor entstandene Triptychon 'Selbstbildnis' mit Fränze und Affe' ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dem persönlichen Schicksal des Malers. Es ist der Versuch, dem Tod seiner Ehefrau Franziska und der damit verbundenen Trauer Ausdruck zu verleihen. Dafür macht er sich das Pathos der feierlichen, sakralen Bildform zu Nutze, die ja bereits Dix mit dem Werk 'Der Krieg' (1929-32) aufgegriffen hatte. Doch weicht Otto Dix' nüchterne und unsentimentale Schärfe in der Charakterisierung des Menschen einer emotionalen Gestaltung der Physiognomie bei Katz. Der Schmerz des Künstlers wird durch den in sich gekehrten Blick, die tiefen Falten und das fahle Grau versinnbildlicht, während 'Fränze' mit selbstgewisser Offenheit auf die reale Welt vor sich blickt. Die knochigen Hände der ehemaligen Pianistin liegen ruhig in ihrem Schoß. So streicht Katz die wesentlichen Züge in starker Überbetonung hervor. Während der diesseitige Raum lediglich durch Tisch und Sessel bezeichnet wird, verweisen die Blumen in ihrer wunderschönen kräftigen Farbigkeit ebenso wie die Vasen in ihrer fragilen Transparenz auf eine Welt jenseits der Realität. Die wie Seifenblasen schwebenden Vasen können neben den Blumen und dem Affen als Vanitassymbol verstanden werden, welches die Vergänglichkeit alles Irdischen zum Thema des Bildes erheben.






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