Emil Nolde - Blumen-Stilleben


186
Emil Nolde
Blumen-Stilleben, 1930.
Aquarell
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 78.000

(inkl. Käuferaufgeld)
186
Emil Nolde
Blumen-Stilleben, 1930.
Aquarell
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 78.000

(inkl. Käuferaufgeld)
 

Blumen-Stilleben. Um 1930.
Aquarell.
Links unten signiert. Auf bräunlichem Papier, fest auf Unterlagekarton aufgelegt 32,4 x 22 cm ( 12,7 x 8,6 in), blattgroß.

Mit einer Foto-Expertise von Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 2. Mai 2007

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Mit dem Entschluss, Maler zu werden, geht Emil Nolde 1898 nach München. Nach der Ablehnung durch die Akademie unter Franz von Stuck studiert er zunächst an der privaten Malschule von Adolf Hölzel in Dachau und ab 1899 an der Académie Julian in Paris. 1900 mietet er ein Atelier in Kopenhagen und zieht 1903 auf die Insel Alsen. Durch die Auseinandersetzung mit Vincent van Gogh, Edvard Munch und James Ensor gelangt der Künstler ab 1905 zu einem eigenständigen Stil, in dem die Farbe eine wesentliche Rolle spielt. Es entstehen farbintensive, leuchtende Blumenbilder. 1906 lernt Nolde während eines Aufenthaltes in Alsen die "Brücke"-Maler kennen und schließt sich ihnen vorübergehend an. In einer Reihe von Porträtstudien beginnt die Hinwendung zum Aquarell. Als Nolde 1909 in dieser Technik erstmalige Versuche auf nicht saugfähigem Papier unternimmt, dabei das Blattweiß in großen Teilen stehen lässt und auf eine Konturierung in der Gegenstandserfassung verzichtet, sind diese Neuerungen zukunftsweisend. Nach seinem Ausschluss aus der "Berliner Sezession" gründet Nolde 1910 mit anderen zurückgewiesenen Künstlern die "Neue Sezession" und nimmt an deren Ausstellungen bis 1912 teil. Ab 1916 verbringt er den Sommer auf der Insel Föhr und lässt sich 1928 in Seebüll nieder.

Das in Seebüll gebaute, von Nolde selbst entworfene Haus wird zu einem abgelegenen Refugium für den Maler, der sich durch den weiten Blick über das flache Land und das Meer inspirieren lässt. Eine außergewöhnliche Bedeutung besitzt der Garten, der windgeschützt nahe dem Haus liegt. An seiner Gestaltung ist Nolde intensiv beteiligt. Unter der sorgfältigen Pflege seiner Frau Ada gedeihen hier die Blumen, die sich auf Noldes Stillleben wiederfinden. So beschreibt Nolde seine Eindrücke einem Freund: "Grüße will ich Dir senden von unserem jungen Garten mit seiner schwellenden Blumenfülle, so schön, wie niemals zuvor wir es hatten. Die Sonnenblumen steigen so hoch empor und ich, mit rückwärts gebeugtem Nacken, stehe der Schönheit dankbar, staunend davor. Es waren hier eine Reihe schönster Tage; kaum faßbare Farben glühten, und der Resedaduft wird getragen bis ans Haus" (zit. nach: Hans Fehr, Emil Nolde. Ein Buch der Freundschaft, Köln 1957, S. 124).

Ab 1938 malt Nolde seine "Ungemalten Bilder", viele hundert kleine Aquarelle, die er nach 1945 als Ölbilder wieder aufgreift. Im April 1956 stirbt der Künstler in Seebüll. [NB]

Zustand: Von guter Erhaltung. Rechter Rand unten mit punktuellem Papierverlust.






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