215
Hans Fehr
Hafeneinfahrt, 1928.
Aquarell
Schätzung:
€ 600
Ergebnis:
€ 2.000

(inkl. Käuferaufgeld)
215
Hans Fehr
Hafeneinfahrt, 1928.
Aquarell
Schätzung:
€ 600
Ergebnis:
€ 2.000

(inkl. Käuferaufgeld)
 

Hafeneinfahrt. Um 1928.
Aquarell.
Auf feinem Japan. 12,6 x 20 cm (4,9 x 7,8 in), blattgroß.
Stimmungsvolle Ansicht einer Hafeneinfahrt in expressionistischer Manier. Besonders schön ist die koloristische Auffassung von Himmel und Wasser in den gleichen Farbvaleurs, vor denen sich die schwarz umrissenen Boote abzeichnen.

Wir danken Herrn Dr. Christian Ring, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, für die wissenschaftliche Beratung.

Wenngleich Hans Fehr als Jurist Karriere macht, gehört seine große Leidenschaft doch der Kunst. Fehrs künstlerisches Wirken beginnt früh, schon während seiner schulischen Ausbildung am Gymnasium nimmt er Malunterricht. 1892 lernt Fehr Emil Nolde kennen, der am Industrie- und Gewerbemuseum St. Gallen gewerbliches Zeichnen unterrichtet und dort Fehrs Lehrer wird. Im Lauf der Zeit entwickelt sich eine enge freundschaftliche Beziehung, die Fehr in zahlreichen Büchern wie etwa "Emil Nolde. Ein Buch der Freundschaft" beschreibt. Fehr verfolgt und unterstützt die künstlerische Laufbahn seines Freundes Nolde von Beginn an und wird zu einem seiner wichtigsten Sammler. Zeit seines Lebens greift Hans Fehr selbst zu Pinsel und Farbe. Sein faszinierendes Selbstzeugnis "Ein Menschenleben in Aquarellen" zeugt von Fehrs unbändiger künstlerischer Schaffenskraft und befindet sich heute im Besitz der Nolde Stiftung Seebüll. Die beiden in unserer Auktion angebotenen Aquarelle sind besonders schöne Beispiele für Fehrs expressiven künstlerischen Ausdruck, zu dem er früh gefunden hatte. Gehört die "Hafeneinfahrt" zu den Impressionen von Fehrs zahlreichen Reisen, so ist das Aquarell "Fischerboot Norwegen" den sogenannten "Phantasien und Phantastereien" zuzuordnen, einem Werkkomplex, aus dem eine kleine Auswahl Gegenstand der bislang einzigen bekannten Museumsausstellung mit Werken Hans Fehrs im Kunstmuseum St. Gallen im Jahr 1952 gewesen ist. (Dieser Text basiert auf Dr. Christian Rings Forschungsergebnissen zu Leben und Werk von Hans Fehr.) [KP].






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