19
Ernst Ludwig Kirchner
Kuh am Brunnen, 1919.
Kaltnadelradierung
Schätzung:
€ 8.000
Ergebnis:
€ 8.750

(inkl. Käuferaufgeld)
19
Ernst Ludwig Kirchner
Kuh am Brunnen, 1919.
Kaltnadelradierung
Schätzung:
€ 8.000
Ergebnis:
€ 8.750

(inkl. Käuferaufgeld)
 

Kuh am Brunnen. 1919.
Kaltnadelradierung in Blau mit leichtem Plattenton .
Gercken 928 I (von II 2), Dube R 258 b I (von II), Schiefler 221 I (von II). Betitelt und als "1. Zustand" (2. überschrieben) bezeichnet. Verso mit dem Nachlassstempel des Kunstmuseums Basel (Lugt 1570 b) und der handschriftlichen Registriernummer "R. 221 II". Auf chamoisfarbenem Kupferdruckpapier. 19,7 x 25,1 cm (7,7 x 9,8 in). Papier: 33,8 x 51 cm (13,3 x 20,1 in).
Vorzüglicher Druck des ersten Zustands, der noch eher skizzenhaft bleibt, vor Zufügung der Schraffuren. Kirchners anfängliche Bezeichnung des 2. Zustands bezieht sich auf die ersten schwarzen Abzüge, denen die Drucke in Blau nachfolgen. Nach weiterer Überarbeitung der Platte überschreibt der Künstler die vorherige Nummerierung. [EH].

Die Arbeit ist im Ernst Ludwig Kirchner Archiv, Wichtrach/Bern, verzeichnet.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso mit dem Nachlassstempel).

In seinen Davoser Jahren widmet sich Kirchner verstärkt der Darstellung bäuerlichen Lebens. So wird der bäuerliche Alltag im Sommer vom Umgang mit dem Vieh maßgeblich bestimmt. Immer wieder greift der Künstler auf das Motiv der Kuhherde zurück, das auch in den Gemälden von 1920/21 eine wichtige Rolle spielt. Das Blatt zeigt die typische spontane und temperamentvolle Arbeitsweise sowie die karikaturhafte Verzerrung der Größenverhältnisse, die in den Dehnungen und Verkürzungen der Figuren zum Ausdruck gebracht wird. Dennoch sind die Werke dieser Schaffensperiode für den Künstler von hohem persönlichen Wert. "Kirchner selbst schreibt mehrfach, daß für ihn die Übersiedlung nach Davos gleiche künstlerische und menschliche Bedeutung habe wie Tahiti für Gauguin" (zit. nach: Roman Norbert Ketterer, Ernst Ludwig Kirchner. Zeichnungen und Pastelle, Stuttgart/Zürich 1979, S. 71).





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