214
Ernst Ludwig Kirchner
Aktstudie, 1907.
Lithografie
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 20.000

(inkl. Käuferaufgeld)
214
Ernst Ludwig Kirchner
Aktstudie, 1907.
Lithografie
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 20.000

(inkl. Käuferaufgeld)
 

Aktstudie. 1907.
Lithografie.
Gercken 161. Dube L 25. Signiert und bezeichnet "Handdruck". Verso mit dem Stempel "Unverkäuflich E.L. Kirchner" sowie mit dem Nachlassstempel des Kunstmuseums Basel (Lugt 1570b) und der handschriftlichen Registriernummer "L 20". Archivexemplar des Künstlers. Eines der nur 3 bekannten, bei Gercken verzeichneten Exemplare. Auf graugrünem Maschinenpapier. 40,2 x 33,3 cm (15,8 x 13,1 in). Papier: 47 x 36,8 cm (18,5 x 14,5 in).

Ausgesprochen seltene Lithografie Kirchners aus dem Jahr, in dem Kirchner die Arbeit am lithografischen Stein begonnen hat.
Kein weiterer Abzug ist bislang auf dem Auktionsmarkt aufgetaucht. (Quelle: artnet.com)
.

PROVENIENZ: Hauswedell & Nolte, Auktion 268, Moderne Kunst, Hamburg 12. Juni 1987, Kat.-Nr. 734, mit sw-Abb. auf Tafel 181.
Privatsammlung Hessen (in der vorgenannten Auktion erworben).

Die Aktstudie, ein Muss in der akademischen Ausbildung, wird erst im neunzehnten Jahrhundert aus ihrer bis dahin rein pädagogischen Rolle befreit und als eigenständiges Genre gewürdigt. Die Expressionisten sahen in der Aktstudie eine willkommene Gelegenheit, ihren Ideen einer unverfälschten Körpersprache zu huldigen, und haben sowohl in der Zeichnung als auch in der Grafik diesem Sujet eine herausragende Bedeutung verliehen. Ernst Ludwig Kirchner, dessen umfangreiches zeichnerisches Gesamtwerk von einem rastlosen Bemühen der Aneignung schlüssiger Aussagen gekennzeichnet ist, darf für sich in Anspruch nehmen, gerade in der Aktstudie Hervorragendes geleistet zu haben. Das Kompakt-Körperliche dieses Frauenaktes füllt fast den gesamten Bildrahmen aus und wird so in direkten Bezug zum Betrachter gesetzt. Alles erzählerische Beiwerk ist weggelassen, um eine größtmögliche Wirkung des Frauenaktes zu erzielen. Selbst zeichnerische Ungereimtheiten wie die Verdoppelung der Umrisslinien dienen dem Sujet, geben ihm eine Sphäre von Authentizität der spontanen Erfassung des Gesehenen. Diese frühe Lithografie ist ein herausragendes Beispiel der fulminanten Zeichenkunst Ernst Ludwig Kirchners.





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