656
Emil Nolde
Marschlandschaft mit Fischerbooten, Um 1920.
Aquarell
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 118.750

(inkl. Käuferaufgeld)
656
Emil Nolde
Marschlandschaft mit Fischerbooten, Um 1920.
Aquarell
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 118.750

(inkl. Käuferaufgeld)
 

Marschlandschaft mit Fischerbooten. Um 1920.
Aquarell und Tusche.
Links unten signiert. Auf feinem Japan. 35,2 x 47,7 cm (13,8 x 18,7 in) , blattgroß.

Mit einer Expertise von Dr. Martin Urban, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 19. November 1996 (in Kopie).
Mit einer Zweitschrift von Prof. Dr. Manfred Reuther vom 30. Oktober 2012.

PROVENIENZ: Otto Brill, Wien (mit dem Sammlungsstempel, Lugt 2005a).
Henry Roland, London.
Anthony Roland, London.
Privatsammlung, Norddeutschland.
Privatsammlung, Schweiz.
Privatsammlung, Berlin.

AUSSTELLUNG: The Roland Collection, York, Newcastle, Leicester, Brighton, 1950 / Southhampton 1952 / Manchester und Leeds 1962 / Cambridge, Fitzwilliam Museum, 1968 / Bristol 1969 / Folkestone 1975 / Edinburgh 1976 /
Works from the Roland Collection, London, Courtauld Institute of Art Galleries, 1979, Nr. 33.
Picture of the month, Glyn Vivian Art Gallery, Swansea 1964.
Germany in Ferment, Durham University, Sheffield / Graves Art Gallery, Leicester 1970.
One man's Choice, Scottish National Gallery of Modern Art, Edinburgh 1985.

"Unsere Landschaft ist bescheiden, allem Berauschenden, Üppigen fern, das wissen wir, aber sie gibt dem intimen Beobachter für seine Liebe zu ihr unendlich viel an stiller, inniger Schöhnheit, an herber Größe und auch an stürmisch wildem Leben."
Emil Nolde

Mit seinen Marschlandschaften betritt Emil Nolde Neuland. Die Verwurzelung in der nordfriesischen Heimat bewegt ihn dazu, dort sesshaft zu werden und seine eigene Bildsprache zu verwirklichen. Die Weite der Marschlandschaft, die Noldes Wohnsitz umgibt, wird Ziel seiner Erkundungen und bleibt in ihrer kargen Strenge, allein beflügelt durch wetterbedingte Ereignisse, ein sprödes Sujet, das Nolde mit der ihm eigenen Emphase ausdeutet. Das Ergebnis sind überbordende Farbwelten, wie sie der Künstler empfindet und in seiner unnachahmlichen Aquarelltechnik zu Papier bringt. Nolde gibt damit einer Landschaft, die bar jeglicher optischer Exzesse einfach flach und graugrün ist, eine noch nie gekannte Farbigkeit. Es sind die wechselhaften Lichtstimmungen eines weiten Himmels, der keine Begrenzung kennt, die Nolde einfängt, um sie zu einer Symbiose von gesehener Naturnähe und gewollter Abstraktion zu vereinen. Nicht Realität ist gefragt, sondern Empfindung von Realität. [SM]





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