262
Emil Nolde
Marschlandschaft, Um 1925.
Aquarell
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 50.000

(inkl. Käuferaufgeld)
262
Emil Nolde
Marschlandschaft, Um 1925.
Aquarell
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 50.000

(inkl. Käuferaufgeld)
 

Marschlandschaft. Um 1925.
Aquarell.
Rechts unten signiert. Auf bräunlichem Zeichenpapier. 30,5 x 48,3 cm (12 x 19 in), blattgroß.

• Komposition von besonderer Tiefenwirkung.
• die dichte Pigmentierung erzeugt eine samtige Oberflächenwirkung.
• Aquarell in besonders kräftigem Kolorit.
• Seltene, raffinierte Spiegelung des Wolkenspiels auf der Wasseroberfläche
.

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Manfred Reuther, Klockries, 28. März 2020. Das Aquarell ist unter der Nummer "Nolde A - 170/2020" im Archiv Reuther gelistet.

PROVENIENZ: Privatsammlung Berlin/Israel.
Privatsammlung Israel (durch Erbschaft vom Vorgenannten).

"Nach unserem geliebten, verträumten Utenwarf - es liegt in bequemer Sehweite, geheimnisvoll von Fliederbüschen umkränzt, schauten wir noch oft hinüber, immer mit dem Gefühl der Verbundenheit, denn es bedeutete uns so viel."
Emil Nolde, 1926, zit. nach: Festschrift zur Ausstellung Ada und Emil Nolde zum Gedächtnis, Seebüll 1957, S. 30.

Im Jahr 1916 kauft das Ehepaar Nolde das Bauernhaus Utenwarf in der Nähe zur Nordseeküste. Für die nächsten zehn Jahre wird es das Sommerdomizil für Emil und Ada Nolde sein, dem sie Zeit ihres Lebens eng verbunden bleiben. Sie sind tief berührt von dem weiten Land, welches geprägt ist von dem kräftigen Grün der endlosen Wiesenflächen, dem tiefen Blau der Seen und Flüsse und dem lichten Blau des Himmels. Alles ist getaucht in das besondere Licht des Nordens, das je nach Jahres- und Tageszeit einen spektakulären Farbentanz vollbringt. Ein fast bäuerliches Leben führt der Künstler in Utenwarf, es gibt Pferde und Ochsen, die versorgt werden müssen und die als weitere Einkommensquelle auf dem Markt verkauft werden. Nolde geht fischen und auf Entenjagd. Unendlich viel Zeit, um in der Natur zu sein und diese zu studieren. An Ada schreibt er 1919 in einem Brief: „Es zogen gestern abend schwere schwarze Wolken hoch, ich saß an einer aufgestellten Reuse auf Enten, auf einmal fühlte ich keinen Boden unter den Füßen, ich war im Universum, bis plötzlich ich erwachend wieder die Wirklichkeit wahrnahm“ (zit. nach: Martin Urban, Emil Nolde. Landschaften, 2002, S. 31). Dies beschreibt eindringlich Noldes empathisches Naturempfinden, welches er meisterhaft auf Papier zu bannen vermag. Ein oft gewähltes Motiv ist die Wiedau-Niederung mit dem Petersen-Hof im Hintergrund, welches auch dieses Aquarell zeigt. Das besondere Augenmerk liegt auf den tief hängenden, schweren Wolken und deren spannungsvoller Widerspiegelung in den Wasserflächen. Himmel und Erde verschmelzen förmlich. Die aufgeschwemmten Pigmente geben dem Farbauftrag weitere Struktur und machen den besonderen Reiz dieses Aquarells aus. Gerade in seinen Landschaftsaquarellen ist Nolde eine eindrucksvolle Symbiose aus gesehener Naturnähe und gewollter Abstraktion gelungen. [SM]





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