425000774
Thomas Mann
Eigh Brief m. U an Franz Masereel, 1949.
Schätzpreis: € 1.200
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
425000774
Thomas Mann
Eigh Brief m. U an Franz Masereel, 1949.
Schätzpreis: € 1.200
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Thomas Mann
Schriftsteller, 1875-1955. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Thomas Mann". Pacific Palisades (Kalifornien), 17. November 1949. 2 S. 14 : 21,5 cm. Mit gedrucktem Briefkopf.

Eindrucksvoller Brief an Frans Masereel mit deutlichen Worten über die politische Situation Deutschlands, Gedanken über das Älterwerden und den Preis des Ruhms sowie werkgeschichtlichen Details zum "Doktor Faustus".

Inhaltlich außergewöhnlich dichter und offener Brief an den belgischen Grafiker und Maler Frans Masereel (1889-1972). Thomas Mann schreibt aus seinem amerikanischen Exil und bedankt sich zunächst für ein Lebenszeichen Masereels, der sich in Nizza niedergelassen hat.
Besonders bemerkenswert sind Thomas Manns düstere und scharfe Worte zur politischen Atmosphäre im Nachkriegsdeutschland anläßlich einer geplanten Reise Masereels dorthin:
"Sie werden nach Deutschland gehen.. Es ist kein gutes Land, und Europa hat allen Grund, den Geist zu fürchten, der dort schon wieder heranwächst und von aussen gezüchtet wird. Aber zweifellos haben Sie viele Bewunderer dort, die nicht nur Ihre Kunst, sondern auch den Sinn und die Weisung dieser Kunst verstehen und lieben, und Ihre Ausstellung wird ein grosser Erfolg sein, dessen bin ich gewiss."
Im zweiten Teil des Briefes gibt Mann einen resignativen Einblick in seine persönliche Verfassung und die Belastungen seiner Prominenz, die seine schriftstellerische Arbeit beeinträchtigen:
"Mein Leben, das, wie es scheint, noch etwas vorhalten soll, wünschte ich mir privater und weniger blossgestellt. Ich werde viel beschimpft, und dabei kommt per Post jeden Tag die ganze Welt zu Besuch und macht mir mehr zu schaffen, als meinen Jahren und meiner noch immer experimentierenden Arbeit zuträglich ist. Die Schmähungen sind also wohl nicht sehr ernst zu nehmen."
Abschließend äußert er sich kokett zur geplanten französischen Veröffentlichung seines Romans Doktor Faustus (der 1947 auf Deutsch erschienen war) und einer möglichen Reise nach Europa:
"Im Frühjahr soll mein Roman Doctor Faustus in Paris erscheinen, und der Verleger wünscht, dass ich dem événement durch mein Kommen die rechte ‚Weihe‘ gebe. Oh, la, la! Aber wenn ich gesund bin, tue ich’s vielleicht, und das wäre die Gelegenheit zu einem Wiedersehen."

- ZUSTAND: Unterrand mit kl. Einriß.

Striking letter to Frans Masereel containing frank remarks on the political situation in Germany, reflections on growing older and the price of fame, as well as details on the history of the work "Doctor Faustus". 2 pp. 14 : 21,5 cm. With printed letterhead.






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