Auktion: 604 / Rare Books am 18.05.2026 in Hamburg → Lot 425000789
425000789
Alfred Kubin
3 eigh. Briefe an Adelgunde Kippel, 1937.
Schätzpreis: € 1.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
425000789
Alfred Kubin
3 eigh. Briefe an Adelgunde Kippel, 1937.
Schätzpreis: € 1.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Alfred Kubin
Österreichischer Graphiker und Schriftsteller, 1877-1959. 3 eigenhändige Briefe mit Unterschrift (2) bzw. Monogramm. Zwickledt-Wernstein 1937. Zusammen 6 S. 26,5 : 21 cm.
Drei Briefe an Adelgunde Kippel, die frühere Lebensgefährtin des Malers Anton Faistauer.
Alle drei Briefe behandeln die bevorstehende Ausstellung zu Kubins 60. Geburtstag. und gehen auch auf Arbeiten Toni Faistauers (1887-1930) ein. - I. Brief vom 20. Januar 1937: ".. im Frühjahr wenn's sich sonst gesundheitlich etc. ausgeht, werde ich wahrscheinlich .. nach Wien kommen - Es dürfte eine umfassendere Gedenkschau zum Anlaß meines herannahenden 60. Geburtstages da sein und ich werde zur Eröffnung wahrscheinlich anwesend sein - .. das Bildnis Stössl's [Schriftsteller Otto Stössl] von Toni finde ich ausgezeichnet - St. war nicht so entzückt davon - es ist sehr harmonisch und nicht übercharakterisiert, was bei Stössl leicht hätte geschehen können - bei dieser Lebhaftigkeit .. Und mit der Tagebuchausgabe wirds nun einstweilen nichts verlegerisch!! Ich ahnte so etwas - die Zeit ist da natürlich schlecht und dafür noch extra 3fach Glück nötig. - Nun mach ich den Vorschlag: Sie schicken mir die Briefe einfach und wenn's ernst würde mit einer Ausgabe, so erhalten Sie diese binnen 48 Stunden! Ja!! .." - II. Brief vom 30. März 1937: ".. Nun erfreute mich und griff mir zu gleicher Zeit an's Herz das gestern eingetroffene Foto Toni's .. ich nehme es hin als Händedruck über das Grab hinaus zum 60. - von einem meiner liebsten Freunde - Ich vernehme: Sie stehen dauernd unterm Druck der Verhältnisse - !? Sie meistern diese im Grunde aber doch und T. hätte selbst wenn er wollte, keine bessere Sachwalterin sich finden können für das Nachgelassene - man weiß zu gut, daß alles was modern an Kunst, wieder materiell geringer bewertet wird von der Welt, und daß altes Kunstgut dauernd steigt, weil's verstreut und daher immer weniger wird - das andre wird täglich mehr - meine Tchau, die ganz zu ende nächstes Monat eröffnet wird und gegen 6 Wochen zu sehen sein wird - soll mich .. nach W[ien] bringen, doch - hier muß ich Ihrer Erwartungsfreude ein wenig weh tun - es geht nicht anders: diesmal nur für 2 x 24 St. Ich bin nicht mit meiner nervösen Verfassung zufrieden .." - III. Brief vom 12. Juli 1937, mit Dank für ein Bild aus Toni Faistauers Nachlaß, "diese großartige Schöpfung aus Toni's letzter Periode". Sein so verspäteter Dank dafür sei selbst durch die mannigfaltige Aufregung nach der Ausstellung kaum zu entschuldigen, aber "Sie werden es allergütigst, da Sie ja mit Malern umgehen können und deren wüste Zerfahrenheit sicher schon öfters feststellen mußten .." - Weiter schreibt er über die Ausstellung zu seinem 60. Geburtstag. Er endet mit einer Empfehlung an Frau von Hofmannsthal. Gundl Kippel war eine Klassenkameradin von Christiane von Hofmannsthal am Lyzeum in Hietzing und blieb auch später mit der Familie Hofmannsthal befreundet. 1943 vermählte sie sich in Wien mit dem Kunsthistoriker Bernhard Degenhart.
Three letters to Adelgunde Kippel, the former partner of the painter Anton Faistauer (Toni; 1887-1930). Autograph letters with signature (2) or monogram. Zwickledt-Wernstein 1937. 6 pages. 26.5 : 21 cm.
Österreichischer Graphiker und Schriftsteller, 1877-1959. 3 eigenhändige Briefe mit Unterschrift (2) bzw. Monogramm. Zwickledt-Wernstein 1937. Zusammen 6 S. 26,5 : 21 cm.
Drei Briefe an Adelgunde Kippel, die frühere Lebensgefährtin des Malers Anton Faistauer.
Alle drei Briefe behandeln die bevorstehende Ausstellung zu Kubins 60. Geburtstag. und gehen auch auf Arbeiten Toni Faistauers (1887-1930) ein. - I. Brief vom 20. Januar 1937: ".. im Frühjahr wenn's sich sonst gesundheitlich etc. ausgeht, werde ich wahrscheinlich .. nach Wien kommen - Es dürfte eine umfassendere Gedenkschau zum Anlaß meines herannahenden 60. Geburtstages da sein und ich werde zur Eröffnung wahrscheinlich anwesend sein - .. das Bildnis Stössl's [Schriftsteller Otto Stössl] von Toni finde ich ausgezeichnet - St. war nicht so entzückt davon - es ist sehr harmonisch und nicht übercharakterisiert, was bei Stössl leicht hätte geschehen können - bei dieser Lebhaftigkeit .. Und mit der Tagebuchausgabe wirds nun einstweilen nichts verlegerisch!! Ich ahnte so etwas - die Zeit ist da natürlich schlecht und dafür noch extra 3fach Glück nötig. - Nun mach ich den Vorschlag: Sie schicken mir die Briefe einfach und wenn's ernst würde mit einer Ausgabe, so erhalten Sie diese binnen 48 Stunden! Ja!! .." - II. Brief vom 30. März 1937: ".. Nun erfreute mich und griff mir zu gleicher Zeit an's Herz das gestern eingetroffene Foto Toni's .. ich nehme es hin als Händedruck über das Grab hinaus zum 60. - von einem meiner liebsten Freunde - Ich vernehme: Sie stehen dauernd unterm Druck der Verhältnisse - !? Sie meistern diese im Grunde aber doch und T. hätte selbst wenn er wollte, keine bessere Sachwalterin sich finden können für das Nachgelassene - man weiß zu gut, daß alles was modern an Kunst, wieder materiell geringer bewertet wird von der Welt, und daß altes Kunstgut dauernd steigt, weil's verstreut und daher immer weniger wird - das andre wird täglich mehr - meine Tchau, die ganz zu ende nächstes Monat eröffnet wird und gegen 6 Wochen zu sehen sein wird - soll mich .. nach W[ien] bringen, doch - hier muß ich Ihrer Erwartungsfreude ein wenig weh tun - es geht nicht anders: diesmal nur für 2 x 24 St. Ich bin nicht mit meiner nervösen Verfassung zufrieden .." - III. Brief vom 12. Juli 1937, mit Dank für ein Bild aus Toni Faistauers Nachlaß, "diese großartige Schöpfung aus Toni's letzter Periode". Sein so verspäteter Dank dafür sei selbst durch die mannigfaltige Aufregung nach der Ausstellung kaum zu entschuldigen, aber "Sie werden es allergütigst, da Sie ja mit Malern umgehen können und deren wüste Zerfahrenheit sicher schon öfters feststellen mußten .." - Weiter schreibt er über die Ausstellung zu seinem 60. Geburtstag. Er endet mit einer Empfehlung an Frau von Hofmannsthal. Gundl Kippel war eine Klassenkameradin von Christiane von Hofmannsthal am Lyzeum in Hietzing und blieb auch später mit der Familie Hofmannsthal befreundet. 1943 vermählte sie sich in Wien mit dem Kunsthistoriker Bernhard Degenhart.
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