Auktion: 604 / Rare Books am 18.05.2026 in Hamburg → Lot 425000792
425000792
Else Lasker-Schüler
6 eigh. Brief an Lucy von Goldschmidt-Rothschild - Hebräische Balladen, 1916-1934.
Schätzpreis: € 15.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
425000792
Else Lasker-Schüler
6 eigh. Brief an Lucy von Goldschmidt-Rothschild - Hebräische Balladen, 1916-1934.
Schätzpreis: € 15.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Freundschaft
Else Lasker-Schüler
Dichterin und Zeichnerin, 1869-1945. Sammlung von 6 eigenhändigen Briefen in schwarzer oder brauner Tinte, mit zusammen 7 Zeichnungen in Tinte und tls. mit Buntstift sowie 5 eigh. Briefumschlägen. 1916-1934. 12 S. Unterschiedliche Formate (von 26 : 17 cm bis 36 : 18 cm).
• Bedeutende und persönliche Briefe an die Freundin und Baronin Lucy von Goldschmidt-Rothschild
• Zeichen einer engen Freundschaft
• Lebensbegleitende Einblicke in die Gedankenwelt der Künstlerautorin
Teils tiefgründe Briefe, die einen Zeitraum von über 18 Jahre umfassen. Lucy von Goldschmidt-Rothschild (1891-1977) verlobte sich 1916 mit dem Diplomaten Edgar von Spiegl und heiratete ihn 1917. Else Lasker-Schüler gratulierte herzlich und kündigte im Februar 1917 ihren Besuch in Wien an - mit poetischem Überschwang: ".. ich male dann nur für Sie Bilder. Jeden morgen ist ein neues, buntes Geschenk aus Asien oder Ägypten bereit .. Zu Ihrer Hochzeit müssen Sie viele Sterne auf Ihrem Kleide tragen als ob Sie eingehüllt wären in eine Lichter Wolke .."
Am 3. Mai 1917 zeigt sie sich erleichtert über die positive Aufnahme von Theben : ".. Es beruhigt mich, daß Ihnen wirklich meine Gedichte Freude machen .. wie ein Streicheln.. Ich wollte, ich könnte es Ihnen beweisen, Sie mal aus einem Brand holen oder irgendwo, mit Lebensgefahr Sie retten .." Ihre Dankbarkeit kleidet sie in lyrische Bilder und nennt die Freundschaft "fromm". Sie bot Lucy regelmäßig Werke an, widmete ihr 1915 ihre hebräischen Gedichte und bat, ihr Manuskript zurück zu senden, um die 180 Gedichte für sie abzuschreiben: "Ich will es Ihnen abschreiben für Ihre Sammlung. Das Bild das auf dem Einband kommt, ist in Ihrem Besitz: Die beiden Jünglinge, die Abschied nehmen.."
Auch vertraut sie ihr persönliche Krisen an: Eine enttäuschte Liebe (1916), Erschöpfung und künstlerische Zweifel bis zur Zerrissenheit: "In der letzten Zeit fühlte ich mich gar nicht wohl .. ich bin immer so wahnsinnig müde .." Der Erste Weltkrieg verstärkt ihre Verstörung: "Auch kann ich nicht die Welt begreifen, ich könnte eher sagen, wer auf den Sternen wohnt .." Nebenbei erwähnt sie George Grosz: ".. Indianer, Wildwest halb Amerikaner, schließlich von polnischer Mutter, von mir Bronislaw oder Lederstrumpf genannt, hat mir ein miniat. Theben geschnitzt, lauter kleine Häuschen, die gemalt sind und Tiere und Bäume: Den Palast der Malis, das Spielhaus des Prinzen Jussuf".
1933 werden Lasker-Schülers Werke verboten; sie emigriert nach Zürich, reist zwei mal nach Jerusalem und bleibt dort ab 1939. Am 24. Juni 1934 schildert sie ihre erste Reise in bildreicher Sprache, samt Skizze: "Ich komme aus Jerusalem. Ich sah die verschleierte Braut des Mondes .." - die Stadt als geheimnisvoll verschleierte Braut ".. lila und allein verschleiert wie die Frauen die durch die Straßen leise gehen und ihre Schleier nur aufheben vom Gesicht wenn sie in den Himmel sehen oder zur Mondsichel aufsehen wollen, die wie ein goldener Nachen durch die Wolken fährt". Der Brief endet mit einer Zeichnung einer verschleierten Frau und ist von ihr mit "Achmed" unterzeichnet.
- ZUSTAND: Vereinz. kl. Falzrisse.
Dabei: Else Lasker-Schüler, Hebräische Balladen. Berlin 1915. Mit eigh. Widmung mit U. "Prinzen von Theben" für die Baronin.
Important and personal letters to his friend, Baroness Lucy von Goldschmidt-Rothschild. Collection of 6 handwritten letters in black or brown ink, with a total of 7 drawings in ink and partly in colored pencil, as well as 5 handwritten envelopes. 1916-1934. 12 pp. Various sizes (from 26 : 17 cm to 36 : 18 cm). - A few small fold tears.
Else Lasker-Schüler
Dichterin und Zeichnerin, 1869-1945. Sammlung von 6 eigenhändigen Briefen in schwarzer oder brauner Tinte, mit zusammen 7 Zeichnungen in Tinte und tls. mit Buntstift sowie 5 eigh. Briefumschlägen. 1916-1934. 12 S. Unterschiedliche Formate (von 26 : 17 cm bis 36 : 18 cm).
• Bedeutende und persönliche Briefe an die Freundin und Baronin Lucy von Goldschmidt-Rothschild
• Zeichen einer engen Freundschaft
• Lebensbegleitende Einblicke in die Gedankenwelt der Künstlerautorin
Teils tiefgründe Briefe, die einen Zeitraum von über 18 Jahre umfassen. Lucy von Goldschmidt-Rothschild (1891-1977) verlobte sich 1916 mit dem Diplomaten Edgar von Spiegl und heiratete ihn 1917. Else Lasker-Schüler gratulierte herzlich und kündigte im Februar 1917 ihren Besuch in Wien an - mit poetischem Überschwang: ".. ich male dann nur für Sie Bilder. Jeden morgen ist ein neues, buntes Geschenk aus Asien oder Ägypten bereit .. Zu Ihrer Hochzeit müssen Sie viele Sterne auf Ihrem Kleide tragen als ob Sie eingehüllt wären in eine Lichter Wolke .."
Am 3. Mai 1917 zeigt sie sich erleichtert über die positive Aufnahme von Theben : ".. Es beruhigt mich, daß Ihnen wirklich meine Gedichte Freude machen .. wie ein Streicheln.. Ich wollte, ich könnte es Ihnen beweisen, Sie mal aus einem Brand holen oder irgendwo, mit Lebensgefahr Sie retten .." Ihre Dankbarkeit kleidet sie in lyrische Bilder und nennt die Freundschaft "fromm". Sie bot Lucy regelmäßig Werke an, widmete ihr 1915 ihre hebräischen Gedichte und bat, ihr Manuskript zurück zu senden, um die 180 Gedichte für sie abzuschreiben: "Ich will es Ihnen abschreiben für Ihre Sammlung. Das Bild das auf dem Einband kommt, ist in Ihrem Besitz: Die beiden Jünglinge, die Abschied nehmen.."
Auch vertraut sie ihr persönliche Krisen an: Eine enttäuschte Liebe (1916), Erschöpfung und künstlerische Zweifel bis zur Zerrissenheit: "In der letzten Zeit fühlte ich mich gar nicht wohl .. ich bin immer so wahnsinnig müde .." Der Erste Weltkrieg verstärkt ihre Verstörung: "Auch kann ich nicht die Welt begreifen, ich könnte eher sagen, wer auf den Sternen wohnt .." Nebenbei erwähnt sie George Grosz: ".. Indianer, Wildwest halb Amerikaner, schließlich von polnischer Mutter, von mir Bronislaw oder Lederstrumpf genannt, hat mir ein miniat. Theben geschnitzt, lauter kleine Häuschen, die gemalt sind und Tiere und Bäume: Den Palast der Malis, das Spielhaus des Prinzen Jussuf".
1933 werden Lasker-Schülers Werke verboten; sie emigriert nach Zürich, reist zwei mal nach Jerusalem und bleibt dort ab 1939. Am 24. Juni 1934 schildert sie ihre erste Reise in bildreicher Sprache, samt Skizze: "Ich komme aus Jerusalem. Ich sah die verschleierte Braut des Mondes .." - die Stadt als geheimnisvoll verschleierte Braut ".. lila und allein verschleiert wie die Frauen die durch die Straßen leise gehen und ihre Schleier nur aufheben vom Gesicht wenn sie in den Himmel sehen oder zur Mondsichel aufsehen wollen, die wie ein goldener Nachen durch die Wolken fährt". Der Brief endet mit einer Zeichnung einer verschleierten Frau und ist von ihr mit "Achmed" unterzeichnet.
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Dabei: Else Lasker-Schüler, Hebräische Balladen. Berlin 1915. Mit eigh. Widmung mit U. "Prinzen von Theben" für die Baronin.
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