Auktion: 604 / Rare Books am 18.05.2026 in Hamburg → Lot 425000826
425000826
Richard Wagner
Eigh. Brief. m. U. an A. Rühlemann, 1860.
Schätzpreis: € 3.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
425000826
Richard Wagner
Eigh. Brief. m. U. an A. Rühlemann, 1860.
Schätzpreis: € 3.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Richard Wagner
Komponist, 1813-1883. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Richard Wagner". Paris, 2. Mai 1860. 4 Seiten. Auf Doppelblatt. 20,5 : 13,5 cm.
Interessanter Brief zur Editionsgeschichte seiner Opern Tannhäuser und Der Fliegende Holländer.
Aus dem Pariser Exil, an Julius Adolf Rühl(e)mann (1816-1877), Posaunist der Dresdner Hofkapelle (u. a. bei der Uraufführung des Tannhäuser 1845), als Funktionär des Dresdner Musiklebens u. a. Mitbegründer und Vorsitzender des Dresdner Tonkünstlervereins, und Ansprechpartner für Wagner in Hinblick auf seine Geschäfte in Dresden. - Wagner beklagt sich über die fehlende Kompetenz des Dresdner Musikverlegers Hermann Müller bei der Herausgabe der Pariser Fassung des Tannhäuser . Die Oper war 1845 von C. F. Meser verlegt worden; nach dem Tod Mesers hatte Müller die Firma übernommen. Wagner übergibt die Verantwortung der Neuherausgabe an Rühlemann, da Müller aus seine brieflichen Anfragen nicht reagiert. ".. Was es mit Herrn Müller eigentlich für eine Bewandtniss hat, kann ich noch nicht recht verstehen. Jedenfalls beweist er mir durch alle seine Beziehungen zu mir, dass er keinen rechten Begriff von deren Charkter hat. Das grosse Geschäft ist ihm neu und überlegen, und Präcision scheint ihm, wie so vielen Dresdenern, gänzlich abzugehen. Ich bitte Sie ihm jetzt auf das dringendste von mir einzuschärfen, dass er ja keine definitiven Abzüge der Partitur machen lässt, ehe Sie nicht eine Revision der Correcturen durchgesehen haben. Er muss doch begreifen und wissen, dass die Herausgabe solch einer Partitur keine Kleinigkeit ist, und die mindeste Sorglosigkeit hierbei, gegenüber der Bedeutung solch eines Unternehmens, unverantwortlich erscheinen muss. was ist nun an den paar Tagen Verzögerung und an den paar Tahlern Kosten gelegen, wenn es gilt, endlich solch eine Ausgabe correct und respectabel erscheinen zu lassen ? Unbegreiflich!" Wagner plant ferner, eine Revision des Fliegenden Holänders herauszubringen. Der Urfassung war bei der Dresdner Uraufführung 1843 nur mäßiger Erfolg beschienen. ".. Unter solchem ewigen Aerger mit dieser unglückseligen Dresdener Verlagswirtschaft sehen Sie wohl dass mir geradezu eigentlich davor grauen muss, fernere Unternehmungen bei Herrn Müller veranlassen zu wollen. Allerdings habe ich selbst schon daran gedacht, die Ouvertüre des Fliegenden Holländers erscheinen zu lassen: der neue Schluss macht dieses, mir an und für sich sehr liebe Orchesterstück, sehr anziehend; in Paris wie in Brüssel hat es grossen Eindruck gemacht, und - abgesehen von aller .. augenblicklichen Popularität - muss man soviel feststehen, dass solche Sachen eine Zukunft haben, die nicht so leicht zu berechnen ist. Wären Härtels meine Verleger auch für diese Oper, so würde ich keinen Augen[blick] anstehen, die Herausgabe einer gestochenen Partitur auch des Fliegenden Holländers, den ich zu diesem Zwecke noch einmal überarbeiten würde, zu veranlassen. Nun, mit Herrn Müller fällt mir soetwas natürlich nicht ein: erkennen Sie auch hieraus, wie sehr ich zu bedauern haben, Herrn Müller den Herren Härtels vorgezogen zu haben .." - Der revidierte Tannhäuser , ergänzt um das Bachanal, wurde von Flaxland in Paris herausgeben; die finale Version vom Fliegenen Holländer erschien bei Müller.
- ZUSTAND: Mit kl. Falzrissen.
Interesting letter from his exile in Paris, about the publishing history of Tannhäuser and The Flying Dutchman. Autograph letter signed. 4 pp. On double leaf. 20,5 : 13,5 cm.
Komponist, 1813-1883. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Richard Wagner". Paris, 2. Mai 1860. 4 Seiten. Auf Doppelblatt. 20,5 : 13,5 cm.
Interessanter Brief zur Editionsgeschichte seiner Opern Tannhäuser und Der Fliegende Holländer.
Aus dem Pariser Exil, an Julius Adolf Rühl(e)mann (1816-1877), Posaunist der Dresdner Hofkapelle (u. a. bei der Uraufführung des Tannhäuser 1845), als Funktionär des Dresdner Musiklebens u. a. Mitbegründer und Vorsitzender des Dresdner Tonkünstlervereins, und Ansprechpartner für Wagner in Hinblick auf seine Geschäfte in Dresden. - Wagner beklagt sich über die fehlende Kompetenz des Dresdner Musikverlegers Hermann Müller bei der Herausgabe der Pariser Fassung des Tannhäuser . Die Oper war 1845 von C. F. Meser verlegt worden; nach dem Tod Mesers hatte Müller die Firma übernommen. Wagner übergibt die Verantwortung der Neuherausgabe an Rühlemann, da Müller aus seine brieflichen Anfragen nicht reagiert. ".. Was es mit Herrn Müller eigentlich für eine Bewandtniss hat, kann ich noch nicht recht verstehen. Jedenfalls beweist er mir durch alle seine Beziehungen zu mir, dass er keinen rechten Begriff von deren Charkter hat. Das grosse Geschäft ist ihm neu und überlegen, und Präcision scheint ihm, wie so vielen Dresdenern, gänzlich abzugehen. Ich bitte Sie ihm jetzt auf das dringendste von mir einzuschärfen, dass er ja keine definitiven Abzüge der Partitur machen lässt, ehe Sie nicht eine Revision der Correcturen durchgesehen haben. Er muss doch begreifen und wissen, dass die Herausgabe solch einer Partitur keine Kleinigkeit ist, und die mindeste Sorglosigkeit hierbei, gegenüber der Bedeutung solch eines Unternehmens, unverantwortlich erscheinen muss. was ist nun an den paar Tagen Verzögerung und an den paar Tahlern Kosten gelegen, wenn es gilt, endlich solch eine Ausgabe correct und respectabel erscheinen zu lassen ? Unbegreiflich!" Wagner plant ferner, eine Revision des Fliegenden Holänders herauszubringen. Der Urfassung war bei der Dresdner Uraufführung 1843 nur mäßiger Erfolg beschienen. ".. Unter solchem ewigen Aerger mit dieser unglückseligen Dresdener Verlagswirtschaft sehen Sie wohl dass mir geradezu eigentlich davor grauen muss, fernere Unternehmungen bei Herrn Müller veranlassen zu wollen. Allerdings habe ich selbst schon daran gedacht, die Ouvertüre des Fliegenden Holländers erscheinen zu lassen: der neue Schluss macht dieses, mir an und für sich sehr liebe Orchesterstück, sehr anziehend; in Paris wie in Brüssel hat es grossen Eindruck gemacht, und - abgesehen von aller .. augenblicklichen Popularität - muss man soviel feststehen, dass solche Sachen eine Zukunft haben, die nicht so leicht zu berechnen ist. Wären Härtels meine Verleger auch für diese Oper, so würde ich keinen Augen[blick] anstehen, die Herausgabe einer gestochenen Partitur auch des Fliegenden Holländers, den ich zu diesem Zwecke noch einmal überarbeiten würde, zu veranlassen. Nun, mit Herrn Müller fällt mir soetwas natürlich nicht ein: erkennen Sie auch hieraus, wie sehr ich zu bedauern haben, Herrn Müller den Herren Härtels vorgezogen zu haben .." - Der revidierte Tannhäuser , ergänzt um das Bachanal, wurde von Flaxland in Paris herausgeben; die finale Version vom Fliegenen Holländer erschien bei Müller.
- ZUSTAND: Mit kl. Falzrissen.
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