426000078
Jan Wellens de Cock
Die Versuchung des Heiligen Antonius
Holzschnitt
Schätzpreis: € 3.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
426000078
Jan Wellens de Cock
Die Versuchung des Heiligen Antonius
Holzschnitt
Schätzpreis: € 3.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Jan Wellens de Cock
Die Versuchung des Heiligen Antonius. Orig.-Holzschnitt. Um 1522. Auf Büttenpapier mit Wasserzeichen. Papierformat 27 : 38,7 cm.

Seltener Holzschnitt in kräftigem Druck mit nahezu voller Einfassungslinie. Ein faszinierendes Beispiel frühflämischer Druckgraphik mit eindrucksvoller Bildsprache im Stil des Hieronymus Bosch.

Der Holzschnitt wird dem flämischen Künstler Jan Wellens de Cock (um 1480-1527) zugeschrieben, einem bedeutenden Vertreter der Antwerpener Manieristen und Nachfolger der phantastischen Bildwelt Hieronymus Boschs. De Cock war seit 1506 Mitglied der Antwerpener Lukasgilde und wurde 1520 gemeinsam mit Joos van Cleve zu deren Dekan ernannt. Seine Werkstatt entwickelte sich später unter seinen Söhnen zu einem der wichtigsten Kupferstichverlage Europas.
Das Werk besticht durch seine detailreiche, erzählerische Komposition, die den Kampf des Heiligen Antonius gegen dämonische Versuchungen zeigt. Er verbeugt sich knieend vor einem an einem Stein aufgerichteten Kruzifix. Ihm gegenüber präsentiert eine elegant gekleidete Dame mit ihrem Begleiter Kostbarkeiten in einem Gefäß - eine Anspielung auf die Versuchungen, denen er standhaft widersteht. Umgeben ist die Szene von einer ruinösen Landschaft, bevölkert von bizarren, teils dämonischen Kreaturen, die den Einfluß der Bosch-Tradition eindrucksvoll widerspiegeln.
Holzschnitte von Jan Wellens de Cock sind äußerst selten; sein graphisches Oeuvre umfaßt nur wenige bekannte Blätter. Frühere Zuschreibungen sahen in diesen Arbeiten sogar Werke von Hieronymus Bosch selbst. Bis heute ist die Autorschaft Gegenstand kunsthistorischer Diskussionen, was die besondere Bedeutung und Attraktivität dieses Blattes zusätzlich unterstreicht. 2019 wurde ein Gemälde Jan Wellens de Cocks für 168.500 CHF in der Schweiz versteigert, das eine sehr ähnliche Darstellung zeigt. Da das Motiv des vorliegenden Holzschnittes nicht seitenverkehrt zu jenem des Gemäldes ist, geht die Forschung davon aus, daß der Holzschnitt dem Gemälde vorausging.

- ZUSTAND: Wenige Papierausdünnungen, 2 minim. restaurierte Randeinrisse. Insgesamt schöner kräftiger Druck mit schwarzer breiter Einfassungslinie.

LITERATUR: Nagler, Die Monogrammisten I, 23, 1 (Hieronymus Bosch). - Passavant II, 287, 2 (Hieronymus Bosch). - Hollstein 1.

(R)






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