125000989
Alexej von Jawlensky
Abstrakter Kopf: Tragische Maske, 1932.
Öl auf leinenstrukturiertem Velin, original auf...
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
125000989
Alexej von Jawlensky
Abstrakter Kopf: Tragische Maske, 1932.
Öl auf leinenstrukturiertem Velin, original auf...
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Alexej von Jawlensky
1864 - 1941

Abstrakter Kopf: Tragische Maske. 1932.
Öl auf leinenstrukturiertem Velin, original auf Malkarton aufgelegt.
Links unten monogrammiert sowie rechts unten datiert. Verso signiert und datiert. Zusätzlich auf einem Etikett von fremder Hand betitelt "Tragische Maske". 35,7 x 25,2 cm (14 x 9,9 in).
In Jawlenskys sogenanntem "Cahier Noir" auf Seite 52 als "1932 N. 14" registriert.

• Aus der wichtigen Werkgruppe der "Abstrakten Köpfe" aus seiner späten, hochkonzentrierten Schaffensphase.
• Besonder harmonische und meditativ-bruhigende Komposition.
• Wunderbare Synthese aus Figuration und Abstraktion.
• Jawlensky gelingt hier eine formale Verdichtung, die das Gesicht nicht als Porträt, sondern als universelles Sinnbild menschlicher Existenz begreifbar macht.
• Der Untertitel „Tragische Maske“ eröffnet eine tiefenpsychologische Lesart: Das Werk reflektiert Jawlenskys existenzielle Situation mit seiner Krankheit und die politische Bedrohung der frühen 1930er Jahre.
• Seit über 40 Jahren Teil einer bedeutenden Berliner Privatsammlung
.

PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers.
Dalzell Hatfield Galleries, Los Angeles (1960, verso mit dem Etikett).
Privatsammlung.
Privatsammlung Locarno.
Privatsammlung Berlin (seit 1984, Hauswedell & Nolte, Hamburg).

AUSSTELLUNG: Father and Son. Andreas Jawlensky - Alexej von Jawlensky, Kleemann Galleries, New York, 5.4.-10.5.1958, Kat.-Nr. 6 (m. Abb.).
Alexej von Jawlensky. Bilder aus den Jahren 1906-1937, Dalzell Hatfield Galleries, Los Angeles, 30.4.-25.5.1962 (m. Abb.).

LITERATUR: Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky, Angelica Jawlensky, Alexej von Jawlensky. Catalogue Raisonné of the Oil Paintings, Bd. 2: 1914-1933, München 1992, WVZ-Nr. 1394 (m. Abb.).
Clemens Weiler, Jawlensky. Köpfe - Gesichte - Meditationen, Hanau 1970, WVZ-Nr. 312, hier ohne Titel (m. Abb.).
Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, WVZ.-Nr. 368 (m. Abb. auf S. 253).
- -
Bernhard S. Myers, Die Malerei des Expressionismus. Eine Generation im Aufbruch, Köln 1957 (m. ganzs. Abb., Nr. 56).
Hauswedell & Nolte, Hamburg, 222. Auktion, 3.6.1977, Los 667 (m. Abb.).
Hauswedell & Nolte, Hamburg, 254. Auktion, 8./9.6.1984, Los 792 (m. Abb., Tafel 13).

"[..] stärkere Abstraktion vereinigten sich in der im Gefühlsausdruck gemäßigten, aber immer noch sehr kraftvollen Reihe von Köpfen, die er um 1929 bis 1930 begann, und deren sparsame, aber äußerst expressive Formen, etwa die "Tragische Maske", veranschaulicht. Das Gesicht ist auf eine letztmögliche Einfachheit und Strenge zurückgeführt, die Farbe pulsiert in einer neuen Weise [..]."
Bernhard S. Myers, in: Malerei des Expressionismus. Eine Generation im Aufbruch, Köln 1957.

Aus Alexej von Jawlenskys wichtiger Werkgruppe der "Abstrakten Köpfe" entfaltet unser Bild "Abstrakter Kopf: Tragisches Maske" (1932) eine besonders harmonische und fast meditativ-beruhigende Stimmung. Die erdige, warmtonige Farbpalette und die für diese Werkgruppe ganz typische zurückhaltende Bildsprache lenkt die Wahrnehmung auf die Struktur und Form des Gemäldes. Durch die Braun-, Grau- und Ocker-Töne und wenige Akzente in Gelb und Grün kann sich das Auge voll und ganz auf den Pinselduktus, seinen tupfenartigen, pulsierenden Auftrag und dessen Wirkung konzentrieren. Diese bewusste ästhetische Entscheidung Jawlenskys bricht die ansonsten dichte Farbfläche auf. Trotz der geschlossenen Augen erzeugt diese komplexe Technik eine physische Präsenz, die den Betrachter in seine Bann zu ziehen vermag.

Vor allem ab ca. 1920 setzt sich Jawlensky immer intensiver und in immer weiter abstrahierender Form mit dem Motiv des Gesichts auseinander. Während in der Werkgruppe der "Heilandsgesichter" noch menschlich-naturalistische Züge zu erkennen sind, verdichtet der Künstler bei den "Abstrakten Köpfen" Form und Farbe zu einer autonomen Kraft. Das Individuelle tritt zugunsten einer zeitlosen, inneren Bildidee zurück. Die anatomischen Merkmale werden zu geometrischen Formen umgewandelt und in gar architektonisch anmutender Weise symmetrisch angeordnet. Auch in der hier gezeigten Arbeit orientiert sich alles an einer mittig platzierten Vertikalen, mit der Jawlensky eine Nase andeutet. Den Mund setzt der Künstler aus waagerechten Linien und einer Halbmond-Form zusammen, Augen und Augenbrauen werden durch waagerechte und leicht diagonal platzierte Linien ersetzt.

Der Untertitel unseres Bildes "Tragische Maske" eröffnet eine tiefenpsychologische Lesart, die mit Jawlenskys persönlicher Situation, mit seinem sich verschlechternden gesundheitlichen Zustand und der politischen Unsicherheit der frühen 1930er Jahre in Deutschland in Verbindung steht. Kunst wird zunehmend politisiert und als agitatorisches Mittel ausgeschöpft. In diesem Zuge werden insbesondere der Expressionismus, die Abstraktion und die Neue Sachlichkeit als "entartet" beschimpft und alles Russische als "bolschewistisch" diffamiert. Jawlensky ist darüber hinaus immer wieder an das Bett gefesselt und muss sich oft für längere Zeit in Kuraufenthalte begeben. Diese Umstände treffen den Künstler schwer. Relativ zurückgezogen lebt er nun in seiner Wiesbadener Wohnung. Trotz dieser wirtschaftlich und gesundheitlich belastenden Zeit für Jawlensky ist die Resonanz seiner "Abstrakten Köpfe" – insbesondere auch unter seinen Künstler-Kollegen - überaus positiv. Karl Schmidt-Rottluff erwirbt einen, Paul Klee zwei und Kandinsky ebenfalls einen der abstrakten Köpfe für ihre privaten Sammlungen. [MH]





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