Auktion: 606 / Evening Sale am 12.06.2026 in München → Lot 126000031
126000031
Karl Schmidt-Rottluff
Alpenlandschaft, 1914.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000031
Karl Schmidt-Rottluff
Alpenlandschaft, 1914.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Karl Schmidt-Rottluff
1884 - 1976
Alpenlandschaft. 1914.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert. 88 x 101,5 cm (34,6 x 39,9 in).
• Radikal expressive Alpenlandschaft in kristallin gebrochener Form.
• Aus der bedeutenden "Brücke"-Zeit und der Hochphase des deutschen Expressionismus.
• Provenienz von besonderem Rang: ehemals im Besitz des renommierten Kunsthistorikers und späteren Direktors der Hamburger Kunsthalle, Carl Georg Heise.
• Charakteristische Verdichtung von Farbe, Form und Licht.
• Gemälde Schmidt-Rottluffs aus den frühen 1910er Jahren erzielen auf dem internationalen Auktionsmarkt regelmäßig Spitzenzuschläge.
• Seit über 35 Jahren Teil einer schweizer Privatsammlung.
PROVENIENZ: Sammlung Museum Lübeck.
Sammlung Prof. Dr. Carl Georg Heise, Hamburg (auf dem Keilrahmen handschriftlich bezeichnet).
Sammlung Dr. Max Fischer, Stuttgart (spätestens 1956, vom Vorgenannten erworben).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Galerie Henze & Ketterer, Stuttgart.
Privatsammlung Schweiz (1989 vom Vorgenannten erworben).
Seither in Familienbesitz.
AUSSTELLUNG: Brücke 1905-1913. Eine Künstlergemeinschaft des Expressionismus, Museum Folkwang, Essen, 12.10.-14.12.1958, Kat.-Nr. 159 (o. Abb.).
Brücke, Museum Ulm 1959, Kat.-Nr. 19.
Die Maler der Brücke. Sammlung Buchheim, Städtische Galerie München, 18.6.-26.7.1959 (außer Kat.).
Meisterwerke des deutschen Expressionismus, Kunsthalle Bremen, 20.3.-1.5.1960; Kunstverein Hannover, 15.5.-26.6.1960; Wallraf-Richartz-Museum, Köln, 18.9.-20.11.1960, Kat.-Nr. 140 (m. ganzs. Farbabb., S. 48, auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Deutscher Expressionismus. Erich Heckel, E. L. Kirchner, Otto Mueller, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Eine Privatsammlung, Kunsthaus Zürich, 18.5.-18.6.1961, Kat.-Nr. 140 (m. ganzs. Farbabb., S. 48, auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
LITERATUR: Will Grohmann, Karl Schmidt-Rottluff, Stuttgart 1956, S. 259 (m. SW-Abb.) u. 287.
- -
Hauswedell & Nolte, Hamburg, 259. Auktion, Moderne Kunst, 6.6.1985, Los 1420 (m. ganzs. Farbabb., Taf. 27).
"[…] so kann man nur aus einer neuen Stellung zur Natur zu einer neuen Sicht der Welt gelangen."
Karl Schmidt-Rottluff in einem Brief an W. R. Valentiner vom 19. Juli 1947, zit. nach: Magdalena M. Moeller, Karl Schmidt-Rottluff, Landschaft, Figur, Stilleben, München 2014, S. 22.
1884 - 1976
Alpenlandschaft. 1914.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert. 88 x 101,5 cm (34,6 x 39,9 in).
• Radikal expressive Alpenlandschaft in kristallin gebrochener Form.
• Aus der bedeutenden "Brücke"-Zeit und der Hochphase des deutschen Expressionismus.
• Provenienz von besonderem Rang: ehemals im Besitz des renommierten Kunsthistorikers und späteren Direktors der Hamburger Kunsthalle, Carl Georg Heise.
• Charakteristische Verdichtung von Farbe, Form und Licht.
• Gemälde Schmidt-Rottluffs aus den frühen 1910er Jahren erzielen auf dem internationalen Auktionsmarkt regelmäßig Spitzenzuschläge.
• Seit über 35 Jahren Teil einer schweizer Privatsammlung.
PROVENIENZ: Sammlung Museum Lübeck.
Sammlung Prof. Dr. Carl Georg Heise, Hamburg (auf dem Keilrahmen handschriftlich bezeichnet).
Sammlung Dr. Max Fischer, Stuttgart (spätestens 1956, vom Vorgenannten erworben).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Galerie Henze & Ketterer, Stuttgart.
Privatsammlung Schweiz (1989 vom Vorgenannten erworben).
Seither in Familienbesitz.
AUSSTELLUNG: Brücke 1905-1913. Eine Künstlergemeinschaft des Expressionismus, Museum Folkwang, Essen, 12.10.-14.12.1958, Kat.-Nr. 159 (o. Abb.).
Brücke, Museum Ulm 1959, Kat.-Nr. 19.
Die Maler der Brücke. Sammlung Buchheim, Städtische Galerie München, 18.6.-26.7.1959 (außer Kat.).
Meisterwerke des deutschen Expressionismus, Kunsthalle Bremen, 20.3.-1.5.1960; Kunstverein Hannover, 15.5.-26.6.1960; Wallraf-Richartz-Museum, Köln, 18.9.-20.11.1960, Kat.-Nr. 140 (m. ganzs. Farbabb., S. 48, auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Deutscher Expressionismus. Erich Heckel, E. L. Kirchner, Otto Mueller, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Eine Privatsammlung, Kunsthaus Zürich, 18.5.-18.6.1961, Kat.-Nr. 140 (m. ganzs. Farbabb., S. 48, auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
LITERATUR: Will Grohmann, Karl Schmidt-Rottluff, Stuttgart 1956, S. 259 (m. SW-Abb.) u. 287.
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Hauswedell & Nolte, Hamburg, 259. Auktion, Moderne Kunst, 6.6.1985, Los 1420 (m. ganzs. Farbabb., Taf. 27).
"[…] so kann man nur aus einer neuen Stellung zur Natur zu einer neuen Sicht der Welt gelangen."
Karl Schmidt-Rottluff in einem Brief an W. R. Valentiner vom 19. Juli 1947, zit. nach: Magdalena M. Moeller, Karl Schmidt-Rottluff, Landschaft, Figur, Stilleben, München 2014, S. 22.
Im Jahr 1913 auf dem Höhepunkt des deutschen Expressionismus entsteht Karl Schmidt-Rottluffs "Alpenlandschaft", ein eindrucksvolles Zeugnis seiner beständigen Auffassung der Landschaft als Ort innerer Erfahrung und kontemplativer Versenkung. Diese Perspektive durchzieht sein gesamtes Œuvre und prägt seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Motiv. Bereits in den frühesten Aquarellen und Ölbildern, die um 1901/1902 in seinem Heimatort Rottluff entstehen, offenbart sich eine ausgeprägte Sensibilität für die Natur: Wiesen, Felder, Bäche und Landhäuser werden mit aufmerksamer Beobachtung und zugleich in einer von Empfindung getragenen Bildsprache dargestellt. Schon während seiner Studienzeit notiert ein Freund: "Auf diesen Wanderungen fiel mir wohl erstmals ein [...] wie wenig Wert er nämlich - im Gegensatz zu den meisten Malern und Zeichnern [...] auf "schöne" Motive legte; dass es ihm vielmehr hauptsächlich darauf ankam, mit dem Pinsel eigenartige Naturstimmungen zu erhaschen […]." (zit. nach: Magdalene Schlösser, Karl Schmidt-Rottluff – Landschaften, in: Karl Schmidt-Rottluff. Landschaft, Figur, Stillleben, München 2014, S. 23).
Vom Motiv zur Vision
Als Schmidt-Rottluff das hier angebotene Gemälde schafft, gehört er bereits zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Expressionismus. Schon im Frühsommer 1905 wird er Gründungsmitglied der Dresdener "Brücke"-Künstlergemeinschaft und entwickelt sich zunehmend eine persönliche Bildsprache, in der expressive Farbigkeit, asketisch reduzierte Form und psychologische Intensität zu einer organischen Einheit verschmelzen. Das Gemälde "Erzgebirgsdorf" von 1905 markiert den Übergang von einer noch stärker traditionellen Auffassung der Landschaft zu einer Malweise, in der kontrastreiche Farbsetzungen und ein bewegter, energischer Pinselstrich zentrale Ausdrucksmittel bilden.
Die folgenden Sommerreisen nach Norden, etwa auf die dänische Insel Alsen, wo er 1906 einen Monat bei seinem Künstlerkollegen Emil Nolde verbringt, sowie nach Dangast, wo er zwischen 1907 und 1912 regelmäßig arbeitet, zeitweise in Begleitung von Erich Heckel und Max Pechstein, intensivieren Schmidt-Rottluffs zunehmend freien und gesteigerten Umgang mit Form und Farbe nachhaltig. Werke wie "Dangaster Park" (1910) und "Watt bei Ebbe" (1912) zeugen von seiner Faszination für Meer, Licht und Marschlandschaft des Nordens und markieren eine entscheidende Abkehr von naturalistischer Darstellung hin zu jener kraftvollen, kompromisslosen und unverwechselbaren Formensprache, die fortan sein Werk prägt.
Wucht von Form und Farbe
Aus dieser Linie künstlerischer Verdichtung und unermüdlicher Experimentierfreude entsteht auch die "Alpenlandschaft". Anstelle eines beschreibenden Panoramas der Alpen entfaltet Schmidt-Rottluff, der sich in diesen Jahren zunehmend eigenständig von seinen "Brücke"-Gefährten entwickelt, eine Naturvision aus kraftvollen, dramatisch gegliederten Flächen. Schroff aufragende Bergspitzen steigen wie facettierte Monolithe gegen einen leuchtenden Himmel empor. In Rosé- und Ockertönen vibrierend, entfalten sie eine eindringliche, beinahe eruptive Präsenz. Die Berge erscheinen nicht als ferne geologische Formation, sondern drängen monumental in den Bildraum und behaupten darin eine zugleich psychische wie formale Gegenwart. Im Vordergrund treten Hügel und Waldpartien in roh wirkenden, geometrisierten Formen hervor, die an die schneidenden Konturen von Schmidt-Rottluffs Holzschnitten erinnern. Damit wird das lebenslange Wechselspiel zwischen Malerei und Druckgrafik eindrucksvoll sichtbar. Das unterhalb der Berge gelegene Wasser nimmt die Spiegelungen der Bäume auf und wird ein prägnantes Beispiel für Schmidt-Rottluffs spielerischen Umgang mit Reflexionen und bewussten Proportionsverschiebungen.
Geschaffen nur ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs und vor seinem eigenen Kriegsdienst, weist Schmidt-Rottluffs Werk eine kaum beabsichtigte Dringlichkeit auf. Seine monumentalen Formen und die gesteigerte Farbigkeit scheinen von latenter Spannung erfüllt. Berge und Himmel wirken zugleich ruhig und lebendig, von innerer Kraft durchdrungen. In dieser "Alpenlandschaft" begegnet uns der Künstler auf dem Höhepunkt seiner visionären Gestaltungskraft, ein eindrucksvolles Zeugnis seiner lebenslangen künstlerischen und geistigen Auseinandersetzung mit der Natur. [KA]
Vom Motiv zur Vision
Als Schmidt-Rottluff das hier angebotene Gemälde schafft, gehört er bereits zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Expressionismus. Schon im Frühsommer 1905 wird er Gründungsmitglied der Dresdener "Brücke"-Künstlergemeinschaft und entwickelt sich zunehmend eine persönliche Bildsprache, in der expressive Farbigkeit, asketisch reduzierte Form und psychologische Intensität zu einer organischen Einheit verschmelzen. Das Gemälde "Erzgebirgsdorf" von 1905 markiert den Übergang von einer noch stärker traditionellen Auffassung der Landschaft zu einer Malweise, in der kontrastreiche Farbsetzungen und ein bewegter, energischer Pinselstrich zentrale Ausdrucksmittel bilden.
Die folgenden Sommerreisen nach Norden, etwa auf die dänische Insel Alsen, wo er 1906 einen Monat bei seinem Künstlerkollegen Emil Nolde verbringt, sowie nach Dangast, wo er zwischen 1907 und 1912 regelmäßig arbeitet, zeitweise in Begleitung von Erich Heckel und Max Pechstein, intensivieren Schmidt-Rottluffs zunehmend freien und gesteigerten Umgang mit Form und Farbe nachhaltig. Werke wie "Dangaster Park" (1910) und "Watt bei Ebbe" (1912) zeugen von seiner Faszination für Meer, Licht und Marschlandschaft des Nordens und markieren eine entscheidende Abkehr von naturalistischer Darstellung hin zu jener kraftvollen, kompromisslosen und unverwechselbaren Formensprache, die fortan sein Werk prägt.
Wucht von Form und Farbe
Aus dieser Linie künstlerischer Verdichtung und unermüdlicher Experimentierfreude entsteht auch die "Alpenlandschaft". Anstelle eines beschreibenden Panoramas der Alpen entfaltet Schmidt-Rottluff, der sich in diesen Jahren zunehmend eigenständig von seinen "Brücke"-Gefährten entwickelt, eine Naturvision aus kraftvollen, dramatisch gegliederten Flächen. Schroff aufragende Bergspitzen steigen wie facettierte Monolithe gegen einen leuchtenden Himmel empor. In Rosé- und Ockertönen vibrierend, entfalten sie eine eindringliche, beinahe eruptive Präsenz. Die Berge erscheinen nicht als ferne geologische Formation, sondern drängen monumental in den Bildraum und behaupten darin eine zugleich psychische wie formale Gegenwart. Im Vordergrund treten Hügel und Waldpartien in roh wirkenden, geometrisierten Formen hervor, die an die schneidenden Konturen von Schmidt-Rottluffs Holzschnitten erinnern. Damit wird das lebenslange Wechselspiel zwischen Malerei und Druckgrafik eindrucksvoll sichtbar. Das unterhalb der Berge gelegene Wasser nimmt die Spiegelungen der Bäume auf und wird ein prägnantes Beispiel für Schmidt-Rottluffs spielerischen Umgang mit Reflexionen und bewussten Proportionsverschiebungen.
Geschaffen nur ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs und vor seinem eigenen Kriegsdienst, weist Schmidt-Rottluffs Werk eine kaum beabsichtigte Dringlichkeit auf. Seine monumentalen Formen und die gesteigerte Farbigkeit scheinen von latenter Spannung erfüllt. Berge und Himmel wirken zugleich ruhig und lebendig, von innerer Kraft durchdrungen. In dieser "Alpenlandschaft" begegnet uns der Künstler auf dem Höhepunkt seiner visionären Gestaltungskraft, ein eindrucksvolles Zeugnis seiner lebenslangen künstlerischen und geistigen Auseinandersetzung mit der Natur. [KA]
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