Auktion: 606 / Evening Sale am 12.06.2026 in München → Lot 123000169
Rahmenbild
123000169
Alexej von Jawlensky
Nordisch (Großer Abstrakter Kopf), 1931.
Öl auf Malpappe
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
123000169
Alexej von Jawlensky
Nordisch (Großer Abstrakter Kopf), 1931.
Öl auf Malpappe
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Alexej von Jawlensky
1864 - 1941
Nordisch (Großer Abstrakter Kopf). 1931.
Öl auf Malpappe .
Links unten monogrammiert und rechts unten datiert, verso signiert und datiert "1931".
Verso zudem links unten bezeichnet "N. 69", rechts unten in Rot vom Künstler bezeichnet "I".
Unterhalb der Signatur verso wohl von Lisa Kümmel betitelt "Nordisch" und von Andreas Jawlensky bezeichnet "Liste 6".
Verso links oben von fremder Hand und bezeichnet "174" im Kreis (Bleistift).
Das Werk war vormals auf eine Holzplatte aufgelegt; auf dieser von Andreas Jawlensky betitelt "Nordisch"und bezeichnet "A.K. Nr. 69" "1931 N. 69". 44 x 33 cm (17,3 x 12,9 in).
Im Cahier Noir als "1931 N. 69" auf Seite 18 verzeichnet.
• Schon im Werkstattverzeichnis, dem so genannten "Cahier Noir", von Lisa Kümmel verzeichnet- Stimmige Farbigkeit in der unverwechselbaren Handschrift des Künstlers aus der wichtigen Werkserie der "Abstrakten Köpfe".
• Das Gemälde steht exemplarisch für Jawlenskys meditative, spirituell aufgeladene Porträts.
• Die klare Formensprache in Kombination mit der fein abgestimmten Farbigkeit verleiht dem Porträt zeitlose Modernität.
• Teil der Ausstellung "The Blue Four", 1984 in New York.
Wir danken Angelica Jawlensky Bianconi, Muralto, und Roman Zieglgänsberger, Museum Wiesbaden, für die freundliche Auskunft.
PROVENIENZ: Atelier des Künstlers
Helene Jawlensky Wiesbaden/Locarno, (seit 1941)
Andreas Jawlensky, Locarno (1965, von Vorgenannter ererbt))
Maria Jawlensky, Locarno (1984, vom Vorgenannten ererbt)
Wolfgang Wittrock, Düsseldorf (1991, von Vorgenannter erworben)
Privatsammlung Deutschland (seitdem in Familienbesitz).
AUSSTELLUNG: Bilder sind nicht verboten, Kunsthalle Düsseldorf, 1982, Kat.-Nr. 77
The Blue Four, Leonard Hutton Galleries, New York, 1984, Kat.-Nr. 31 (verso auf der Holzplatte mit einem Etikett)
Alexej Jawlensky, Pinacoteca Comunale, Casa Rustica, Locarno 3.9.-19.11.1989, Emden 3.12.1989 - 4.2.1990, Kat.Nr. 96, Farbabb. S. 171 (jeweils verso auf der Holzplatte mit einem Etikett).
LITERATUR: Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky, Angelica Jawlensky, Alexej von Jawlensky. Catalogue Raisonné of the Oil Paintings, Bd. 2: 1914-1933, München 1992, WVZ-Nr. 1370 (m. Farbabb.S. 456).
-.-
Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, Nr. 355, Abb. S. 253
Clemens Weiler, Jawlensky. Köpfe - Gesichte - Meditationen, Hanau 1970, Nr. 266, (hier betitelt: "Weiss Grau Neapelgelb").
1864 - 1941
Nordisch (Großer Abstrakter Kopf). 1931.
Öl auf Malpappe .
Links unten monogrammiert und rechts unten datiert, verso signiert und datiert "1931".
Verso zudem links unten bezeichnet "N. 69", rechts unten in Rot vom Künstler bezeichnet "I".
Unterhalb der Signatur verso wohl von Lisa Kümmel betitelt "Nordisch" und von Andreas Jawlensky bezeichnet "Liste 6".
Verso links oben von fremder Hand und bezeichnet "174" im Kreis (Bleistift).
Das Werk war vormals auf eine Holzplatte aufgelegt; auf dieser von Andreas Jawlensky betitelt "Nordisch"und bezeichnet "A.K. Nr. 69" "1931 N. 69". 44 x 33 cm (17,3 x 12,9 in).
Im Cahier Noir als "1931 N. 69" auf Seite 18 verzeichnet.
• Schon im Werkstattverzeichnis, dem so genannten "Cahier Noir", von Lisa Kümmel verzeichnet- Stimmige Farbigkeit in der unverwechselbaren Handschrift des Künstlers aus der wichtigen Werkserie der "Abstrakten Köpfe".
• Das Gemälde steht exemplarisch für Jawlenskys meditative, spirituell aufgeladene Porträts.
• Die klare Formensprache in Kombination mit der fein abgestimmten Farbigkeit verleiht dem Porträt zeitlose Modernität.
• Teil der Ausstellung "The Blue Four", 1984 in New York.
Wir danken Angelica Jawlensky Bianconi, Muralto, und Roman Zieglgänsberger, Museum Wiesbaden, für die freundliche Auskunft.
PROVENIENZ: Atelier des Künstlers
Helene Jawlensky Wiesbaden/Locarno, (seit 1941)
Andreas Jawlensky, Locarno (1965, von Vorgenannter ererbt))
Maria Jawlensky, Locarno (1984, vom Vorgenannten ererbt)
Wolfgang Wittrock, Düsseldorf (1991, von Vorgenannter erworben)
Privatsammlung Deutschland (seitdem in Familienbesitz).
AUSSTELLUNG: Bilder sind nicht verboten, Kunsthalle Düsseldorf, 1982, Kat.-Nr. 77
The Blue Four, Leonard Hutton Galleries, New York, 1984, Kat.-Nr. 31 (verso auf der Holzplatte mit einem Etikett)
Alexej Jawlensky, Pinacoteca Comunale, Casa Rustica, Locarno 3.9.-19.11.1989, Emden 3.12.1989 - 4.2.1990, Kat.Nr. 96, Farbabb. S. 171 (jeweils verso auf der Holzplatte mit einem Etikett).
LITERATUR: Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky, Angelica Jawlensky, Alexej von Jawlensky. Catalogue Raisonné of the Oil Paintings, Bd. 2: 1914-1933, München 1992, WVZ-Nr. 1370 (m. Farbabb.S. 456).
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Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, Nr. 355, Abb. S. 253
Clemens Weiler, Jawlensky. Köpfe - Gesichte - Meditationen, Hanau 1970, Nr. 266, (hier betitelt: "Weiss Grau Neapelgelb").
„Nordisch (großer abstrakter Kopf)“ von Alexej von Jawlensky (1864–1941) ist Teil einer der konzentriertesten und zugleich markantesten Werkgruppen der klassischen Moderne. In seinen abstrakten Köpfen kulminiert Jawlensky’s Auseinandersetzung mit dem menschlichen Antlitz als Träger innerer Wirklichkeit. In ihnen überführt Jawlensky Figuration und Abstraktion in ein spannungsvolles, formal wie geistig durchdrungenes Gleichgewicht.
Für Alexej Jawlensky ist das Malen keine rein formale, sondern vor allem eine geistige, beinahe religiöse Praxis. Schwer beeinträchtigt durch seine Arthritis-Diagnose Ende der 1920er Jahre schildert er, wie er vor dem Arbeiten meditiert, um eine geistige Verbindung zur Essenz des Gesichts herzustellen. In dieser mentalen Vorbereitung findet Jawlensky den Schlüssel zur „Transzendenz“ im künstlerischen Akt selbst. Die „Abstrakten Köpfe“ sind daher nicht nur visuelle Studien, sondern manifestieren eine tief in der Zeitgeist-Spiritualität verwurzelte Sehnsucht nach dem „Inneren“ im Menschen.
Jawlensky reduziert in seinen abstrakten Köpfen das Porträt auf eine frontal angelegte, streng symmetrische Ikonografie. Die individuelle Physiognomie tritt zugunsten eines archetypischen, zeitlosen Gesichts zurück. Augen, Nase und Mund werden zu klar gefassten Zeichen; geometrisierende, ruhig gesetzte Farbfelder strukturieren die Fläche und gestalten eine klar nachvollziehbare Gestalt. Diese Reduktion erlaubt es dem Künstler, seine intensive spirituelle Empfindung mit einer auf das jeweilige Porträt abgestimmte Farbdramaturgie zu verbinden. Farbe fungiert nicht mehr beschreibend, sondern autonom – als Ausdruck innerer Sammlung und metaphysischer Verdichtung.
Gerade die großformatigen Varianten, wie das hier angebotene „Nordisch (großer abstrakter Kopf)“ besitzen eine besondere Präsenz. Die Monumentalisierung des Gesichts steigert dessen ikonische Wirkung: Das Bild wird zum kontemplativen Gegenüber. In der klar gegliederten Kompositionen, den rhythmisch geführten Linien und der leuchtenden, leicht pastosen Farbigkeit manifestiert sich dieser Anspruch unmittelbar.
Die Strahlkraft der „Abstrakten Köpfe“ im künstlerischen Umfeld bildet sich schon zu zu Jawlenskys Lebzeiten im Interesse zahlreicher Künstler und Sammler der zeitgenössischen Kunst ab. So erwirbt Willi Baumeister den abstrakten Kopf "Letztes Licht", Wassily Kandinsky kauft "Morgengrauen" und Paul Klee erhält im Tausch gegen eigene Bilder ebenfalls zwei abstrakte Köpfe, "Morgenlicht" und "Herbstlicher Klang". Im Hinblick auf die weitere Entwicklung, die bis zu den Porträtserien von Imi Knoebel führt, können die Gemälde dieser Werkgruppe des großen Expressionisten Alexej von Jawlensky durchaus als generationsübergreifend relevant bezeichnet werden. Sie sind ein Markstein der Kunstgeschichte von großer Strahlkraft.
Für Alexej Jawlensky ist das Malen keine rein formale, sondern vor allem eine geistige, beinahe religiöse Praxis. Schwer beeinträchtigt durch seine Arthritis-Diagnose Ende der 1920er Jahre schildert er, wie er vor dem Arbeiten meditiert, um eine geistige Verbindung zur Essenz des Gesichts herzustellen. In dieser mentalen Vorbereitung findet Jawlensky den Schlüssel zur „Transzendenz“ im künstlerischen Akt selbst. Die „Abstrakten Köpfe“ sind daher nicht nur visuelle Studien, sondern manifestieren eine tief in der Zeitgeist-Spiritualität verwurzelte Sehnsucht nach dem „Inneren“ im Menschen.
Jawlensky reduziert in seinen abstrakten Köpfen das Porträt auf eine frontal angelegte, streng symmetrische Ikonografie. Die individuelle Physiognomie tritt zugunsten eines archetypischen, zeitlosen Gesichts zurück. Augen, Nase und Mund werden zu klar gefassten Zeichen; geometrisierende, ruhig gesetzte Farbfelder strukturieren die Fläche und gestalten eine klar nachvollziehbare Gestalt. Diese Reduktion erlaubt es dem Künstler, seine intensive spirituelle Empfindung mit einer auf das jeweilige Porträt abgestimmte Farbdramaturgie zu verbinden. Farbe fungiert nicht mehr beschreibend, sondern autonom – als Ausdruck innerer Sammlung und metaphysischer Verdichtung.
Gerade die großformatigen Varianten, wie das hier angebotene „Nordisch (großer abstrakter Kopf)“ besitzen eine besondere Präsenz. Die Monumentalisierung des Gesichts steigert dessen ikonische Wirkung: Das Bild wird zum kontemplativen Gegenüber. In der klar gegliederten Kompositionen, den rhythmisch geführten Linien und der leuchtenden, leicht pastosen Farbigkeit manifestiert sich dieser Anspruch unmittelbar.
Die Strahlkraft der „Abstrakten Köpfe“ im künstlerischen Umfeld bildet sich schon zu zu Jawlenskys Lebzeiten im Interesse zahlreicher Künstler und Sammler der zeitgenössischen Kunst ab. So erwirbt Willi Baumeister den abstrakten Kopf "Letztes Licht", Wassily Kandinsky kauft "Morgengrauen" und Paul Klee erhält im Tausch gegen eigene Bilder ebenfalls zwei abstrakte Köpfe, "Morgenlicht" und "Herbstlicher Klang". Im Hinblick auf die weitere Entwicklung, die bis zu den Porträtserien von Imi Knoebel führt, können die Gemälde dieser Werkgruppe des großen Expressionisten Alexej von Jawlensky durchaus als generationsübergreifend relevant bezeichnet werden. Sie sind ein Markstein der Kunstgeschichte von großer Strahlkraft.
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