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126000039
Jack Goldstein
Untitled, 1980.
Acryl auf Leinwand. Diptychon
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000039
Jack Goldstein
Untitled, 1980.
Acryl auf Leinwand. Diptychon
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Jack Goldstein
1945 - 2003

Untitled. 1980.
Acryl auf Leinwand. Diptychon.
122 x 247 cm (48 x 97,2 in).
[AR].

• "Visionär", "Künstler des Spektakels" und "artist's artist": Jack Goldstein gilt als Schlüsselfigur der "Pictures"-Generation und der Postmoderne.
• Theatralisch und konfrontativ reflektiert er mediale Bildrealitäten, manipuliert unsere Wahrnehmung und unser Moralverständnis.
• 1982 und 1987 Teilnahme an der documenta 7 und 8 in Kassel.
• Ausgestellt in der vielbeachteten Show "The 80s", Albertina, Wien (2021/22) sowie in "Everything That's Interesting is New: The Dakis Joannou Collection" (1996).
• Aktuell zeigt das Kunst Museum Winterthur eine umfassende Einzelausstellung des Künstlers (bis Mai 2026).
• Weitere Werke dieser gesuchten Schaffenszeit befinden sich in internationalen Museumssammlungen, wie dem Museum of Modern Art, New York, dem Centre Pompidou, Paris, oder dem Museum für Moderne Kunst, Frankfurt a. Main
.

PROVENIENZ: Metro Pictures, New York.
Privatsammlung New York.
Josh Baer Gallery, New York.
Privatsammlung Norddeutschland.

AUSSTELLUNG: The 80s, Albertina modern, Wien, 10.10.2021-13.2.2022, S. 128 (m. Farbabb.).

LITERATUR: Jeffrey Deitch, Everything That's Interesting is New: The Dakis Joannou Collection, New York, 1996, S. 118-119 (m. Farbabb.).
Christie's New York, Post War and Contemporary Art (Afternoon Session), 12.5.2005, Los 565.

"Mich interessieren Flugzeuge im Hinblick auf Geschwindigkeit oder im Hinblick auf Licht, und da ich vom Filmemachen komme, empfinde ich eine gewisse Faszination für diese Dinge, die Bildern von Flugzeugen eigen sind, beispielsweise für den Himmel, diesen transzendenten Raum. Der Himmel, verstehst du?"
"Und nicht nur Zerstörung?"
"Zerstörung hat mich nie interessiert. Ich meine, an Kriegsbildern hat mich nie die Zerstörung interessiert. Mein Blick galt eher dem, was diese Bilder schön machte."
Jack Goldstein in einem Interview mit Chris Dercon, 1985.

Jack Goldstein, heute als Schlüsselfigur der "Pictures"-Generation und einflussreicher "artist's artist" international bekannt, wird 1945 in Montreal (Kanada) geboren. Er studiert unter anderem am renommierten California Institute of the Arts bei John Baldessari, wo er 1972 seinen Abschluss macht. In den folgenden Jahren pendelt er zwischen Los Angeles und New York und erlangt mit seinen Audio-, Film- und Performancearbeiten erste Bekanntheit. Bereits 1977 nimmt er an der von Douglas Crimp kuratierten Ausstellung "Pictures" in New York teil, die Jahre später einer ganzen Künstlergeneration ihren Namen geben wird. Gemeinsam mit Weggefährten wie Robert Longo und Sherrie Levine distanziert er sich sowohl vom Minimalismus als auch von der Pop-Art und wird zu einer zentralen Figur eines neuen, postmodernen Kunstverständnisses.

In den späten 1970er Jahren beginnt er, sich mit der Malerei zu beschäftigen. Explosionen, Naturkatastrophen, Kriegsbilder und astronomische Aufnahmen gehören zu seinem wiederkehrenden Motiven, die er in bisweilen monumentalen Formaten inszeniert. Dabei greift er auf fremde Vorlagen wie Medienbilder oder Fotografien zurück, die er in der von ihm bevorzugten Airbrush-Technik mit der Unterstützung von Assistenten auf seine Leinwände übertragen lässt. Im Gegensatz zur Generation der Pop-Art Künstlern, die mit ihrer motivischen Anlehnung an die Konsumgesellschaft eine Aufhebung der Grenzen zwischen Hoch- und Popkultur anstrebten, erzielt Jack Goldstein mit seiner Aneignung fremder Bildvorlagen jedoch einen konträren Effekt. Sein Vorgehen, auch als "Aproppriation Art" bezeichnet, verhandelt durch bisweilen subtile Verschiebungen des Kontexts große Themen der Postmoderne wie Autorschaft oder Bildproduktion und hinterfragt unsere von medialen Konstrukten geprägte Realitätswahrnehmung.

Sein Dyptichon "Untitled" von 1980 steht dabei beispielhaft am Beginn seiner malerischen Auseinandersetzung mit der in den 1980er Jahren allgegenwärtigen Medienwelt. Im Jahr des Ausbruchs des Ersten Golfkriegs inszeniert Jack Goldstein darin einen Kriegsjet vor monochromem Blau und setzt ihm auf der rechten Bildtafel ein düster erscheinendes, schwarz-weißes Abbild einer Fabrikanlage entgegen. Der Jet mit seiner zerstörerischen Kraft erscheint in diesem Szenario trotz gezündeter Rakete nahezu ästhetisch, und ist zugleich distanziert inszeniert, losgelöst von jeglicher individueller künstlerischer Autorenschaft und eindeutig definierbarer Kontextualisierung – es ist eine schaurige Reflexion medialer Bildmacht jedoch ohne erkennbare narrative Wertung. Gegen den Vorwurf der Gewalt- beziehungsweise Kriegsverherrlichung wehrte sich der Künstler dabei immer vehement. In einem Interview von Chris Dercon nach der Bedeutung der immer wieder auftauchenden Flugzeuge befragt sagte er: "Mich interessieren Flugzeuge im Hinblick auf Geschwindigkeit oder im Hinblick auf Licht, und da ich vom Filmemachen komme, empfinde ich eine gewisse Faszination für diese Dinge, die Bildern von Flugzeugen eigen sind, beispielsweise für den Himmel, diesen transzendenten Raum. Der Himmel, verstehst du?" - "Und nicht nur Zerstörung?" - "Zerstörung hat mich nie interessiert. Ich meine, an Kriegsbildern hat mich nie die Zerstörung interessiert. Mein Blick galt eher dem, was diese Bilder schön machte." (Jack Goldstein in einem Interview mit Chris Dercon, 1985)

Und doch war Jack Goldstein fraglos auch ein "Künstler des Spektakels", denn: "Das Spektakel bot ihm die intensivste Erfahrung, auch wenn sie nur von den Medien vermittelt war. Selbst der Krieg interessierte ihn lediglich als visuelles und akustisches Spiel. (...) Wie dem auch sei: Die Bilder haben eine unheimliche Aura. Goldstein wusste, wie man die Emotionen von Betrachtern und Zuhörern manipuliert." (Christian Huther, Jack Goldstein. "Art should be a trailer for the future", in: Kunstforum, Bd. 200, 2010, S. 286-287) [AR]





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