Auktion: 606 / Evening Sale am 12.06.2026 in München → Lot 126000060
126000060
Arnulf Rainer
Übermalte Übermalung, 1956/1958.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000060
Arnulf Rainer
Übermalte Übermalung, 1956/1958.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Arnulf Rainer
1929 - 2025
Übermalte Übermalung. 1956/1958.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert und datiert "56/58 ->", hier mit der gestrichenen Signatur und Datierung "56". 84 x 84 cm (33 x 33 in).
Im originalen Künstlerrahmen. [EH].
• Konsequente Fortschreibung des künstlerischen Prinzips: Arnulf Rainer übermalt seine eigene Übermalung.
• Seit 50 Jahren in derselben Privatsammlung.
• Arnulf Rainer gilt als Begründer der österreichischen Nachkriegskunst, seine Übermalungen sind heute Teil zahlreicher bedeutender Sammlungen, wie u. a. der Tate Collection, London.
PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (seit 1976).
AUSSTELLUNG: Galerie Krinzinger; Innsbruck 1976.
"Ich wollte das ausgebreitete Dunkel, das fast verschlossene schwarze Bild. Entexpressionierung, permanente Verhüllung, kontemplative Ruhe sind die Prinzipien meiner Arbeit zwischen 1953 und 1965."
Arnulf Rainer, 1978.
1929 - 2025
Übermalte Übermalung. 1956/1958.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert und datiert "56/58 ->", hier mit der gestrichenen Signatur und Datierung "56". 84 x 84 cm (33 x 33 in).
Im originalen Künstlerrahmen. [EH].
• Konsequente Fortschreibung des künstlerischen Prinzips: Arnulf Rainer übermalt seine eigene Übermalung.
• Seit 50 Jahren in derselben Privatsammlung.
• Arnulf Rainer gilt als Begründer der österreichischen Nachkriegskunst, seine Übermalungen sind heute Teil zahlreicher bedeutender Sammlungen, wie u. a. der Tate Collection, London.
PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (seit 1976).
AUSSTELLUNG: Galerie Krinzinger; Innsbruck 1976.
"Ich wollte das ausgebreitete Dunkel, das fast verschlossene schwarze Bild. Entexpressionierung, permanente Verhüllung, kontemplative Ruhe sind die Prinzipien meiner Arbeit zwischen 1953 und 1965."
Arnulf Rainer, 1978.
Auf der Suche nach einer Antwort auf die allgemeine Frage, welchen Weg die Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überhaupt noch gehen könne, hält Rainer zunächst für sich fest, dass es notwendig ist, im Sinne der Surrealisten ins Unbewusste einzutauchen. Dann müsse, um dem Neuanfang eine Chance zu geben, ein Auflösungszustand eingeleitet werden, der – wie Rainer es formuliert – in einer "Tabula rasa" endet, den "Auflösungen". Diese aufgelösten, atomisierten Formen geben ihm sodann die Möglichkeit, wieder neu zu beginnen, wieder zugedeckt und ausgelöscht zu werden. Diese Läuterung des Bildgegenstands durch das Eingreifen des Künstlers wird zu seinem Thema. Ab Mitte der 1950er Jahre entstehen neben "Proportionen" und "Blindzeichnungen" Rainers erste schwarze Bilder wie unser Werk, das er ebenso wie viele seiner Gemälde immer wieder überarbeitet: "Ich wollte das ausgebreitete Dunkel, das fast verschlossene schwarze Bild. Entexpressionierung, permanente Verhüllung, kontemplative Ruhe sind die Prinzipien meiner Arbeiten zwischen 1953 und 1965", so der Künstler. Sein Atelier hat Arnulf Rainer zwischen 1953 und 1959 in der leer geräumten, verlassenen Villa seiner Eltern in Niederösterreich. Hier entstehen die "Reduktionen": "eine Werkgruppe aus strengen monochromen Schwarzbildern mit linear-geometrisch abgegrenztem Weißrest, die als Vorstufe zu den Übermalungen angesehen werden." (www.arnulf-rainer-museum.at)
Arnulf Rainer überdeckt das ursprüngliche Gemälde in vielen Schritten, die sich über mehrere Jahre erstrecken können. "Antrieb war das dauernde Ungenügen mit der jeweiligen Schwarzform, mit der Unvollkommenheit des bis dahin erarbeiteten Flächenkomplexes. Manchmal packte mich Verzweiflung, ich fürchtete die Bildaussage völlig zu verlieren. [...] Stehe ich an einem solchen Punkt, lege ich die ganze Serie für einige Wochen beiseite. Danach durchschaue ich die Schwächen leichter, korrigiere ich dezidierter, sehe sogar sehr klar." (A. Rainer, Reste. Zugemalte Übermalungen 1953-1978, Stuttgart 1978, S. 3) Dabei ist es ihm wichtig, die Bildaussage nicht aus dem Blick zu verlieren. Übermalungen, wie unsere, die nur einen minimalen Randbereich frei lassen, sind also nicht Ergebnis einer gestisch-spontanen Malerei, sondern das Resultat eines langen, sorgfältig abgewägten Prozesses. Am Ende steht für Arnulf Rainer: "Ideal für mich ist das ganz dunkle Bild, voll von einem überwältigenden Schweigen." (Rainer 1978, a. a. O.) [EH]
Arnulf Rainer überdeckt das ursprüngliche Gemälde in vielen Schritten, die sich über mehrere Jahre erstrecken können. "Antrieb war das dauernde Ungenügen mit der jeweiligen Schwarzform, mit der Unvollkommenheit des bis dahin erarbeiteten Flächenkomplexes. Manchmal packte mich Verzweiflung, ich fürchtete die Bildaussage völlig zu verlieren. [...] Stehe ich an einem solchen Punkt, lege ich die ganze Serie für einige Wochen beiseite. Danach durchschaue ich die Schwächen leichter, korrigiere ich dezidierter, sehe sogar sehr klar." (A. Rainer, Reste. Zugemalte Übermalungen 1953-1978, Stuttgart 1978, S. 3) Dabei ist es ihm wichtig, die Bildaussage nicht aus dem Blick zu verlieren. Übermalungen, wie unsere, die nur einen minimalen Randbereich frei lassen, sind also nicht Ergebnis einer gestisch-spontanen Malerei, sondern das Resultat eines langen, sorgfältig abgewägten Prozesses. Am Ende steht für Arnulf Rainer: "Ideal für mich ist das ganz dunkle Bild, voll von einem überwältigenden Schweigen." (Rainer 1978, a. a. O.) [EH]
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