60
William N. Copley
Blue Angel, 1973.
Acryl auf Leinwand
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
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William N. Copley
Blue Angel, 1973.
Acryl auf Leinwand
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
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William N. Copley
1919 - 1996

Blue Angel. 1973.
Acryl auf Leinwand.
Rechts unten in der Darstellung signiert "cply" und datiert. Auf dem Keilrahmen betitelt und bezeichnet "18". 96,5 x 130 cm (37,9 x 51,1 in). [CH].


• Aus der berühmten Werkserie "X-rated" (1972–1975), in der Copley seine obszön-erotischen Motive mit Titeln klassischer Hollywood-Filme und Theaterstücke verknüpft.
• 1974 Teil der legendären Copley-Ausstellung "X-Rated" im New York Cultural Center.
• Mit seinem einzigartigen künstlerischen Schaffen prägt der Provokateur und Pop-Art-Surrealist die amerikanische und europäische Nachkriegskunst.
• 1972 ist Copley erstmals auf der documenta 5 in Kassel vertreten.
• Werke der frühen 1970er Jahre befinden sich heute in wichtigen musealen Sammlungen, darunter die Pinakothek der Moderne, München, das Stedelijk Museum, Amsterdam, die Fondazione Prada, Mailand, und das Whitney Museum of American Art, New York
.

Die vorliegende Arbeit ist im Archiv des William N. Copley Estate, New York, registriert. Wir danken Anthony Atlas für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Nachlass William N. Copley, New York.
David Nolan Gallery, New York.
Privatsammlung New York (2006 erworben).
Privatsammlung New York (2010 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: CPLY/X-Rated. An Exhibition of New Paintings and Drawings, New York Cultural Center (in Zusammenarbeit mit der Fairleigh Dickinson University), New York, 22.3.-19.5.1974, Kat.-Nr. 22 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett, mit dem Titel "The Blue Angel").
William N. Copley und Andreas Slominski - X-Rated, me Collectors Room, Berlin, 30.1.-8.5.2011, S. 7 (m. Abb., Ausstellungsansicht).
William N. Copley. The New York Years, Kasmin Gallery, New York, 11.3.-26.9.2020 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).

LITERATUR: Paul Kasmin Gallery (Hrsg.) und Anne Doran, Ausst.-Kat. William N. Copley. X-Rated, Paul Kasmin Gallery, New York 2010, S. 10 (m. Abb.).
Germano Celant (Hrsg.), Ausst.-Kat. William N. Copley, The Menil Collection, Houston / Fondazione Prada, Mailand 2016, S. 208f., Kat.-Nr. 429 (m. Abb.).
Paul Kasmin Gallery (Hrsg.), Ausst.-Kat. William N. Copley. Women, Paul Kasmin Gallery, New York 2017, S. 71 (m. Abb.).

Aufrufzeit: ca. 18.58 h +/- 20 Min.

Mitte der 1950er Jahre findet William N. Copley zu seinem unverwechselbaren Stil: einer erzählerischen Bildsprache mit runden, geschwungenen Formen, kräftigen Konturlinien, leuchtender Farbigkeit, einer auf die Fläche angelegten, aus starken Mustern entwickelten Räumlichkeit und oftmals plakativen, zum Teil auch provokativen Motiven. Die Arbeiten lassen sich kaum in kunsthistorische Schubladen einordnen, verbinden sie doch einen Comic-nahen Stil mit Einflüssen der amerikanischen Pop-Art und der Malerei des europäischen Surrealismus. "Diese ganze, oft so heiter-bonbonbunte, durch und durch erotisierte, von einem universalen Begehren durchzogene Welt kommt in ihrer zeichenhaft reduzierten Einfachheit, ihrer comic- und bildgeschichtennahen Faktur so eigensinnig daher, dass sie in erster Linie in ihrer Ichbezogenheit wahrgenommen werden will." (Stephan Berg, in: Klaus Gerrit Friese (Hrsg.), William N. Copley. Unter uns, S. 9)
Während sich die leicht bekleideten Frauenfiguren bereits seit den 1950er Jahren in den Gemälden Copleys finden, betont der Künstler ab den 1970er Jahren vermehrt den pornografischen Aspekt seiner Arbeiten und es entsteht die heute legendäre Werkreihe "X-Rated" (1972–1975) mit obszön-frivolen Motiven aus jeglicher Facette der menschlichen Sexualität. Die verarbeiteten Motive entnimmt Copley oftmals pornografischen Magazinen und verwandelt sie mithilfe seiner eigenen stilisierten Bildsprache in malerische Erkundungen des menschlichen Körpers und Geschlechtsakts vor an Matisse oder Vuillard erinnernden opulenten, knallfarbigen Hintergründen. Der Künstler erklärt: "For me, it’s a very simple thing, pornography has to do with repression, and eroticism with fantasy [...]. I am trying to break through the barrier of pornography into the area of joy." (William N. Copley im Gespräch mit Sam Hunter, in: Ausst.-Kat. CPLY. X-Rated, New York Cultural Center, New York 1974)
Häufig wählt der Künstler Bildtitel, die berühmten Werken der Filmgeschichte entlehnt sind. Wie "Monsieur Verdou" (Whitney Museum of American Art, New York, Film von 1947) oder "Come Back Little Sheba" (Collezione Prada, Mailand, Film von 1952) ist auch die hier angebotene Arbeit nach einem berühmten Film benannt, nach dem 1930 produzierten Film "Der blaue Engel" (Regie: Josef von Sternberg). Ein berühmtes Filmstill zeigt Marlene Dietrich in der Hauptrolle der Lola Lola sitzend, in aufreizender Pose, in Corsage und Strumpfhaltern, auf die Copley mit seiner anatomisch wenig korrekten und gleichzeitig schamlos-provokativen Darstellung sicherlich Bezug nimmt.
Vergleichbare Werke aus Copleys singulärer Position der frühen 1970er Jahre befinden sich heute in bedeutenden internationalen Museumssammlungen, darunter das Museum Ludwig, Köln, die Pinakothek der Moderne, München, das Stedelijk Museum, Amsterdam, die Fondazione Prada, Mailand, das Art Institute of Chicago und das Whitney Museum of American Art, New York. [CH]




Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu William N. Copley "Blue Angel"
Dieses Objekt wird regelbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung der Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 2.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 29 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 23 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % erhoben.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.

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