Auktion: 610 / Rare Books am 23.11.2026 in Hamburg → Lot 117000046
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117000046
Max Klinger
Dramen. VI Motive in X Blättern - Opus IX, 1882/83.
Radierung
Schätzpreis: € 1.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
117000046
Max Klinger
Dramen. VI Motive in X Blättern - Opus IX, 1882/83.
Radierung
Schätzpreis: € 1.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Max Klinger
Dramen. VI Motive in X Blättern - Opus IX. Berlin, O. Felsing 1922.
Der Höhepunkt von Klingers Realismus.
Posthume 6. Ausgabe, zuerst 1883 erschienen. - Die Folge umfasst folgende Radierungen: I. In Flagranti . - II. Ein Schritt . - III.-V. Eine Mutter . - VI. Im Walde. - VII. Ein Mord. - VIII.-X. Märztage. Zudem das Titelblatt mit einer Allegorie auf die Vergänglichkeit in sogenannter Glasradierung nach einer Zeichnung des Künstlers. - "Verfolgt man den Weg der deutschen Graphik von Klinger bis heute, so fällt auf, in wie reichem Maße sich die Künstler gedrängt fühlten, zyklische Werke zu schaffen. Das dramatische Geschehen und die sich bietenden Eindrücke forderten in vielen Fällen zu zyklischen Konzeptionen heraus. [.] Von einem Geist seines [Klingers] Ranges, dem das Inhaltliche so wichtig war, [.] konnten auf die Dauer die heftigen Pulsschläge der sozialen Wirklichkeit nicht übersehen werden. [.] aus dem Strudel des großstädtischen Lebens, dessen Nacht- und Schattenseiten er kennengelernt hat, [greift Klinger] dramatische Vorgänge und Schicksale heraus und stellt sie mit anklagender Absicht und echter Anteilnahme dar. [.]. Inhaltlich noch lebensnäher und allgemein zeitgültiger ist die Schilderung sozialer Tragödien in [.] den Dramen 1883. Es ist die Zeit, in der der literarische Naturalismus in Deutschland Fuß zu fassen beginnt. Dessen Forderung einer genauen Beobachtung und Kenntnis des Milieus und seiner bis ins Einzelne gehenden Schilderung befolgend, bemüht sich auch Klinger in den Dramen um eine genaue Festlegung der Schauplätze und um eine sachlich-wirklichkeitsgetreue Darstellung der Handlungen. [.] Mit den Dramen erreicht Klinger den Höhepunkt seines Realismus. Die reife graphische Leistung und ihr in der zeitgenössischen Kunst neuer Klang der Wahrheit tragen ihm den ersten akademischen Erfolg und die Verleihung der Goldenen Medaille von Berlin ein." (G. Pommeranz-Liedtke, Der Graphische Zyklus, S. XI f.)
EINBAND: Lose Graphiken unter Passepartout, in Orig.-Halbpergamentmappe mit goldgeprägtem Deckeltitel. 63 : 48,5 cm. - ILLUSTRATION: Folge von 10 Radierungen auf festem Japan, teils mit Aquatinta. - ZUSTAND: Bll. teils mit geringf. schwachem Lichtrand, teils partiell leicht stockfleckig. 1 Bl. mit schwachem Wasserrand an der oberen Blattkante. Titelbl. minimal unfrisch sowie mit kl. Knickspuren an den Blattkanten. Mappe etw. berieben. Insgesamt in guter Erhaltung. - PROVENIENZ: Ehemals Sammlung Carl Vogel, Hamburg (1923-2005), Präsident der Hamburger Hochschule für bildende Künste (in der Mappe mit dem Sammlerstempel)
LITERATUR: Singer 147-156, jeweils nach X (von X). - Vgl. Kühn S. 109 ff. und Varnedoe 38-45 (verz. nur bis zur 5. Auflage).
The portfolio comprising 10 etchings, partly with aquatint. Excellent, burred impressions from an unaltered later edition. On firm Japon. - Sheets with faint traces of sunning, slightly foxed in places. One sheet with faint waterstains in upper edge. Title sheet minimally soiled and with small creasemarks in edges. All in all in good condition. Portfolio somewhat rubbing. - Formerly collection Carl Vogel, Hamburg (1923-2005), president of the Hamburg University of Fine Arts (portfolio with collector's stamp). (R)
Dramen. VI Motive in X Blättern - Opus IX. Berlin, O. Felsing 1922.
Der Höhepunkt von Klingers Realismus.
Posthume 6. Ausgabe, zuerst 1883 erschienen. - Die Folge umfasst folgende Radierungen: I. In Flagranti . - II. Ein Schritt . - III.-V. Eine Mutter . - VI. Im Walde. - VII. Ein Mord. - VIII.-X. Märztage. Zudem das Titelblatt mit einer Allegorie auf die Vergänglichkeit in sogenannter Glasradierung nach einer Zeichnung des Künstlers. - "Verfolgt man den Weg der deutschen Graphik von Klinger bis heute, so fällt auf, in wie reichem Maße sich die Künstler gedrängt fühlten, zyklische Werke zu schaffen. Das dramatische Geschehen und die sich bietenden Eindrücke forderten in vielen Fällen zu zyklischen Konzeptionen heraus. [.] Von einem Geist seines [Klingers] Ranges, dem das Inhaltliche so wichtig war, [.] konnten auf die Dauer die heftigen Pulsschläge der sozialen Wirklichkeit nicht übersehen werden. [.] aus dem Strudel des großstädtischen Lebens, dessen Nacht- und Schattenseiten er kennengelernt hat, [greift Klinger] dramatische Vorgänge und Schicksale heraus und stellt sie mit anklagender Absicht und echter Anteilnahme dar. [.]. Inhaltlich noch lebensnäher und allgemein zeitgültiger ist die Schilderung sozialer Tragödien in [.] den Dramen 1883. Es ist die Zeit, in der der literarische Naturalismus in Deutschland Fuß zu fassen beginnt. Dessen Forderung einer genauen Beobachtung und Kenntnis des Milieus und seiner bis ins Einzelne gehenden Schilderung befolgend, bemüht sich auch Klinger in den Dramen um eine genaue Festlegung der Schauplätze und um eine sachlich-wirklichkeitsgetreue Darstellung der Handlungen. [.] Mit den Dramen erreicht Klinger den Höhepunkt seines Realismus. Die reife graphische Leistung und ihr in der zeitgenössischen Kunst neuer Klang der Wahrheit tragen ihm den ersten akademischen Erfolg und die Verleihung der Goldenen Medaille von Berlin ein." (G. Pommeranz-Liedtke, Der Graphische Zyklus, S. XI f.)
EINBAND: Lose Graphiken unter Passepartout, in Orig.-Halbpergamentmappe mit goldgeprägtem Deckeltitel. 63 : 48,5 cm. - ILLUSTRATION: Folge von 10 Radierungen auf festem Japan, teils mit Aquatinta. - ZUSTAND: Bll. teils mit geringf. schwachem Lichtrand, teils partiell leicht stockfleckig. 1 Bl. mit schwachem Wasserrand an der oberen Blattkante. Titelbl. minimal unfrisch sowie mit kl. Knickspuren an den Blattkanten. Mappe etw. berieben. Insgesamt in guter Erhaltung. - PROVENIENZ: Ehemals Sammlung Carl Vogel, Hamburg (1923-2005), Präsident der Hamburger Hochschule für bildende Künste (in der Mappe mit dem Sammlerstempel)
LITERATUR: Singer 147-156, jeweils nach X (von X). - Vgl. Kühn S. 109 ff. und Varnedoe 38-45 (verz. nur bis zur 5. Auflage).
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