426000460
Manuskripte
Salerno Breviarium. Norditalien, um 1470
Schätzpreis: € 40.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
426000460
Manuskripte
Salerno Breviarium. Norditalien, um 1470
Schätzpreis: € 40.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Erstklassiges Renaissance-Brevier mit Bischofswappen

Salerno Breviarium
Breviarium Franciscanum. Lateinische Handschrift auf Pergament. Norditalien (Lombardei, wohl Mantua), um 1470-1476.

• Großartig illuminiertes norditalienisches Renaissance-Manuskript von erstrangiger künstlerischer Qualität
• Reich geschmückt mit 29 historisierten Prachtinitialen auf poliertem Blattgold sowie 8 großen floralen Zierinitialen
• Aus dem stilistischen Umkreis von Antonio di Stefano in Verona und mit deutlichen Einflüssen des Belbello da Pavia
• Angefertigt für einen franziskanischen Bischof aus dem vornehmen Veroneser Geschlecht der Salerno mit dessen Wappen auf der Eingangsseite


Herausragendes Zeugnis der oberitalienischen Renaissance-Buchmalerei, geschaffen in der hochstehenden Kunstlandschaft zwischen Verona, Mantua und der Lombardei. Die Buchmalereien teilen sich stilistisch auf zwei versierte Hände auf: Der Hauptmeister – verantwortlich für das Gros der historisierten Initialen – zeichnet sich durch charakteristische, fein modellierte Figuren mit betont ausdrucksstarken Gesichtern aus. Sein Duktus steht den Arbeiten des berühmten Veroneser Buchmalers Antonio di Stefano überaus nahe, namentlich dessen 1474 datiertem Missale für die Kirche San Massimo in Verona (vgl. Castiglioni/Marinelli, S. 203). Ein zweiter Meister, der die zehnzeilige Geburtsinitiale auf fol. 27r gestaltete, steht sichtlich unter dem Einfluß des lombardischen Meisters Belbello da Pavia; charakteristisch hierfür sind die markant modellierten Physiognomien mit breiter Stirn und tief gezogenen Mundwinkeln im Stile von Belbellos reifem Werk.
Liturgischer Kalender nach franziskanischem Gebrauch, unter den rot ausgezeichneten Festen u. a. der Ordensgründer Franziskus von Assisi (4. Okt.) und Ludwig von Toulouse (29. Aug.). Umfangreiche zeitgenössische Ergänzungen von der Hand des Erstbesitzers verweisen mit Festen wie Anastasius (Bischof von Brescia, 20. Mai), Nikolaus von Tolentino (Padua, 10. Sept.) und insbesondere Geminianus von Modena („cuius corpus mutine multis hodie claret miraculis“, 31. Jan.) eindeutig in den oberitalienischen Raum.
Inhalt: Kalendarium (fol. 1v), Temporale: 1. Adventssonntag bis zum 24. Sonntag nach Pfingsten (10r), Ferialpsalter mit Litanei (186r), Sanctorale: Saturninus bis Katharina von Alexandrien (259r), Commune Sanctorum (382v), Officium Beatae Mariae Virginis (409r), Ablaßgebet (417v) und eigenhändiger Nachtrag des Erstbesitzers zur Geburt des Sohnes seiner Nichte Agatha vom 18. Dezember 1476 (fol. 418r).
Historisierte Initialen:
1. Hl. Paulus mit Schwert in Initiale 'F', Pracht-Vollbordüre mit Salerno-Bischofswappen im Lorbeerkranz (fol. 10r). - 2. Maria und Joseph vor der Stallruine ('C', fol. 27r). - 3. Verkündigung an die Hirten und Anbetung der Könige ('S', fol. 41v). - 4. Die drei Marien am leeren Grab Christi ('I', fol. 103v). - 5. Christus vor der Menge predigend ('P', fol. 120r). - 6. Pfingstwunder mit Herabkunft des Heiligen Geistes ('D', fol. 125r). - 7. Gottvater mit Kruzifix ('O', fol. 130r). - 8. Hl. Franziskus vor dem Altar ('S', fol. 132v). - 9. Hl. Andreas ('P', fol. 259r). - 10. Darbringung im Tempel ('O', fol. 275r). - 11. Verkündigung an Maria ('E', fol. 283r). - 12. Hl. Sebastian ('S', fol. 285v). - 13. Hl. Antonius von Padua ('O', fol. 300r). - 14. Johannes der Täufer mit dem Agnus Dei ('D', fol. 305r). - 15. Die Apostelfürsten Petrus und Paulus ('M', fol. 310v). - 16. Heimsuchung Mariens ('D', fol. 315r). - 17. Maria ad Nives / Schneewunder und Bau von Santa Maria Maggiore ('C', fol. 328v). - 18. Hl. Laurentius mit dem Rost ('F', fol. 333r). - 19. Hl. Klara von Assisi ('F', fol. 336v). - 20. Mariä Himmelfahrt ('F', fol. 340r). - 21. Geburt Mariens ('F', fol. 349r). - 22. Erzengel Michael im Kampf mit dem Dämon ('D', fol. 356v). - 23. Stigmatisation des hl. Franziskus ('F', fol. 359v). - 24. Allerheiligen / Schar der Heiligen ('E', fol. 371v). - 25. Hl. Margareta auf dem Drachen stehend ('F', fol. 396v). - Sowie 4 weitere Heiligendarstellungen im Commune Sanctorum (fols. 382v, 386v, 390r, 393v).

EINBAND: Schlichter Halblederband des 19. Jahrhunderts. 18 : 12,5 cm. - ILLUSTRATION: Mit 1 figürlichen Eingangsinitiale (12-zeilig) mit reicher Vollbordüre, 28 großen figürlichen bzw. historisierten Initialen (10- bis 13-zeilig) und 8 monumentalen Zierinitialen mit Akanthus- und Blütenfüllung im Psalter (fols. 186r, 201r, 203v, 208v, 214r, 219r, 227r, 233v). Sämtliche Prachtinitialen auf punziertem bzw. poliertem Blattgoldgrund mit teils bis weit in die Ränder ausgreifendem Akanthusschmuck in Rosa, Grün und Blau, reich besetzt mit strahlenden Goldbezanten. Die Textseiten geschmückt mit Hunderten von 2-zeiligen abwechselnd roten und blauen Initialen, zu Beginn (fols. 10-13) mit feinem violettem Fleuronnée-Federwerk geziert. Rubriken durchgehend in Rot. - KOLLATION: 424 Bll. (davon 24 weiß; Text vollständig; zwei ehemals zugefügte Blätter später entfernt, Abklatsch auf fols. 178r und 185v sichtbar). Blattgröße ca. 16,5 : 12 cm. Schriftspiegel ca. 9,5 : 7 cm. Zweispaltig, 34 Zeilen. Sehr gleichmäßige und elegante Rotunda in schwarzer Tinte, mit Reklamanten. - ZUSTAND: Innengelenke gelockert (verstärkt). Insgesamt schönes und sauberes Prachtmanuskript mit breiten Rändern. - PROVENIENZ: Geschaffen für einen franziskanischen Bischof aus der Veroneser Patrizierfamilie Salerno (vollständiges Familienwappen mit Bischofsmütze auf fol. 10r).Von dessen Hand stammt zweifellos auch die eigenhändige Kalendierung oberitalienischer Lokalheiliger sowie die Notiz zur Geburt des Großneffen auf fol. 418r (dat. 18. Dezember 1476). - Sotheby’s, London, 29. Juni 2007. - Privatsammlung Baden-Württemberg.

LITERATUR: G. Castiglioni & S. Marinelli, Miniatura Veronese del Rinascimento , Verona 1986. - S. Samek Ludovici, Miniature di Belbello da Pavia , Mailand 1954.

Splendid illuminated Northern Italian Renaissance manuscript of the highest artistic quality. Richly decorated with 29 historicized initials on polished gold leaf, as well as 8 large floral ornamental initials. Belonging to the stylistic circle of Antonio di Stefano in Verona and showing clear influences from Belbello da Pavia. Commissioned for a Franciscan bishop from the distinguished Veronese Salerno family, bearing his coat of arms on the title page, also some calendar entries and a dated note (1476) by his hand. - 19th cent. half leather (hinges going, reinforced). 424 vellum leaves (24 blank; text complete). Sheet size approx. 16,5 : 12 cm, text area approx. 9,5 : 7 cm. Two columns, 34 lines. - Overall a beautiful and clean, magnificent manuscript with wide margins. Private collection Baden-Württemberg.






München
Hauptsitz
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München
Tel.: +49 (0)89 55 244-0
Fax: +49 (0)89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Hamburg
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 37 49 61-0
Fax: +49 (0)40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Berlin
Dr. Simone Wiechers
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 67 53-63
Fax: +49 (0)30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Köln
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Köln
Tel.: +49 (0)221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Baden-Württemberg
Hessen
Rheinland-Pfalz

Miriam Heß
Tel.: +49 (0)62 21 58 80-038
Fax: +49 (0)62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
Norddeutschland
Nico Kassel, M.A.
Tel.: +49 (0)89 55244-164
Mobil: +49 (0)171 8618661
n.kassel@kettererkunst.de
Keine Auktion mehr verpassen!
Wir informieren Sie rechtzeitig.

 
Jetzt zum Newsletter anmelden >

© 2026 Ketterer Kunst GmbH & Co. KG Datenschutz Impressum Barrierefreiheit