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208
Manuskripte
Urbarium der Kastlanei Yverdon. 15. Jh, um 1400-1450.
Schätzpreis: € 3.000
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Manuskripte
Urbarium der Kastlanei Yverdon. 15. Jh, um 1400-1450.
Schätzpreis: € 3.000
Yverdon
Extente castellanie yverduni. Urbarium der Kastlanei Yverdon. Lateinisches Manuskript auf Papier. Westschweiz (Yverdon/Charvornay), frühes 15. Jahrhundert.
Bedeutendes Zeugnis der spätmittelalterlichen savoyischen Landesverwaltung im heutigen Kanton Waadt. Offizielles herrschaftliches Register mit dem berühmten Wahlspruch "Fert" und den dynastischen Savoyer Knoten.
Das Register wurde für die Kastlanei Yverdon und deren zugehörige Gemeinde Chavornay angelegt. Im spätmittelalterlichen Herrschaftsaufbau der Grafen von Savoyen bildeten die Extenten das maßgebliche fiskalische und juristische Fundament: Sie fixierten detailliert alle Lehen, Zinsen, grundherrlichen Rechte und Abgaben der Untertanen. Die Aufnahme erfolgte durch den Notar Johannes Chaleti aus Aime ("Johannes Chaleti de Ayma Tharentasiensis diocesis Notarius") im Auftrag des "Illustris et Serenissimi principis Domini nostri Domini Amedei Sabaudie et Pedemontii Comitis Domini Vbaudi“.
Die monumentale ganzseitige Darstellung des savoyischen Wappenträgers, ein terracottafarbener Löwe mit Lanze und wehender Kreuzfahne der Savoyer, ist dem kalligraphisch gestalteten Titelblatt mit dem Wahlspruch "fert" gegenübergestellt. Den eigentlichen Rechtsakt eröffnet die formvollendete juristische Arenga "Infirmatur memorie.." ("Weil das Gedächtnis durch häufiges Vergessen geschwächt wird.."), die nach mittelalterlicher Urkundentradition darlegt, warum Rechtsgeschäfte durch öffentliche, beglaubigte Instrumente dauerhaft der Vergessenheit entrissen werden müssen.
Besonders bemerkenswert die Synthese aus strengem juristischem Urkundenwesen und virtuoser Buchkunst: Neben dem großen Wappen zur Eröffnung sind die Textseiten nicht nüchtern protokolliert, sondern mit großem kalligraphischen Ehrgeiz und lebhaftem Humor geschmückt. Zahlreiche Einzelabschnitte werden von kunstvoll geschwungenen Cadellen und geistreichen Federzeichnungen begleitet – darunter die berühmte mittelalterliche Verkehrte-Welt-Ikonographie eines Dudelsack spielenden Hasen, drachenartige Maskone und sprechende Tierköpfe.
EINBAND: Schweinslederband des 17. Jahrhunderts. Folio. 38,5 : 29 cm. - ILLUSTRATION: Mit blattgroßer teilkolorierter Federzeichnung (heraldischer Löwe) als Frontispiz sowie zahlreichen kalligraphischen Initialen (Cadellen), teils mit Drolerien. - KOLLATION: 193 Bll. (d. l. w.). Blattgröße 37 : 28 cm. Durchgehend regliert. Ca. 55 Zeilen. Geschrieben in einer eleganten, geschulten westschweizerischen Kanzleibastarda des frühen 15. Jahrhunderts von der Hand des Notars Johannes Chaleti. Tiefdunkelbraune Tinte, Zwischenüberschriften und Randnotizen zur schnellen Zinsauffindung, einzelne Seiten mit Randvermerken von einer späteren Hand. - ZUSTAND: Bindung tls. gelockert oder gebrochen, VDeckel leicht geworfen, sonst sehr gut erhaltenes Manuskript auf kräftigem Papier.
Important document and comprehensive source for the administration of the House of Savoy in canton Waadt in late medieval times. Fine Latin manuscript on paper by a notary from Western Switzerland, early 15th century. With fullpage heraldic lion and numerous calligraphic initials (cadelles), some with drolleries. 17th cent. pigskin with paper label on spine. 193 leaves (last blank). - Inner binding partly shaken, front board slightly warped, else well-preserved and clean manuscript on strong papier.(R)
Extente castellanie yverduni. Urbarium der Kastlanei Yverdon. Lateinisches Manuskript auf Papier. Westschweiz (Yverdon/Charvornay), frühes 15. Jahrhundert.
Bedeutendes Zeugnis der spätmittelalterlichen savoyischen Landesverwaltung im heutigen Kanton Waadt. Offizielles herrschaftliches Register mit dem berühmten Wahlspruch "Fert" und den dynastischen Savoyer Knoten.
Das Register wurde für die Kastlanei Yverdon und deren zugehörige Gemeinde Chavornay angelegt. Im spätmittelalterlichen Herrschaftsaufbau der Grafen von Savoyen bildeten die Extenten das maßgebliche fiskalische und juristische Fundament: Sie fixierten detailliert alle Lehen, Zinsen, grundherrlichen Rechte und Abgaben der Untertanen. Die Aufnahme erfolgte durch den Notar Johannes Chaleti aus Aime ("Johannes Chaleti de Ayma Tharentasiensis diocesis Notarius") im Auftrag des "Illustris et Serenissimi principis Domini nostri Domini Amedei Sabaudie et Pedemontii Comitis Domini Vbaudi“.
Die monumentale ganzseitige Darstellung des savoyischen Wappenträgers, ein terracottafarbener Löwe mit Lanze und wehender Kreuzfahne der Savoyer, ist dem kalligraphisch gestalteten Titelblatt mit dem Wahlspruch "fert" gegenübergestellt. Den eigentlichen Rechtsakt eröffnet die formvollendete juristische Arenga "Infirmatur memorie.." ("Weil das Gedächtnis durch häufiges Vergessen geschwächt wird.."), die nach mittelalterlicher Urkundentradition darlegt, warum Rechtsgeschäfte durch öffentliche, beglaubigte Instrumente dauerhaft der Vergessenheit entrissen werden müssen.
Besonders bemerkenswert die Synthese aus strengem juristischem Urkundenwesen und virtuoser Buchkunst: Neben dem großen Wappen zur Eröffnung sind die Textseiten nicht nüchtern protokolliert, sondern mit großem kalligraphischen Ehrgeiz und lebhaftem Humor geschmückt. Zahlreiche Einzelabschnitte werden von kunstvoll geschwungenen Cadellen und geistreichen Federzeichnungen begleitet – darunter die berühmte mittelalterliche Verkehrte-Welt-Ikonographie eines Dudelsack spielenden Hasen, drachenartige Maskone und sprechende Tierköpfe.
EINBAND: Schweinslederband des 17. Jahrhunderts. Folio. 38,5 : 29 cm. - ILLUSTRATION: Mit blattgroßer teilkolorierter Federzeichnung (heraldischer Löwe) als Frontispiz sowie zahlreichen kalligraphischen Initialen (Cadellen), teils mit Drolerien. - KOLLATION: 193 Bll. (d. l. w.). Blattgröße 37 : 28 cm. Durchgehend regliert. Ca. 55 Zeilen. Geschrieben in einer eleganten, geschulten westschweizerischen Kanzleibastarda des frühen 15. Jahrhunderts von der Hand des Notars Johannes Chaleti. Tiefdunkelbraune Tinte, Zwischenüberschriften und Randnotizen zur schnellen Zinsauffindung, einzelne Seiten mit Randvermerken von einer späteren Hand. - ZUSTAND: Bindung tls. gelockert oder gebrochen, VDeckel leicht geworfen, sonst sehr gut erhaltenes Manuskript auf kräftigem Papier.
Important document and comprehensive source for the administration of the House of Savoy in canton Waadt in late medieval times. Fine Latin manuscript on paper by a notary from Western Switzerland, early 15th century. With fullpage heraldic lion and numerous calligraphic initials (cadelles), some with drolleries. 17th cent. pigskin with paper label on spine. 193 leaves (last blank). - Inner binding partly shaken, front board slightly warped, else well-preserved and clean manuscript on strong papier.(R)
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Zuschläge über € 200.000: Teilbeträge bis einschließlich € 200.000 27%, Teilbeträge über € 200.000: 22% Aufgeld.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 19 % erhoben.
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