Auktion: 611 / Day Sale am 05.12.2026 in München → Lot 126000515
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126000515
Imi Knoebel
Nummer 1 B - 8 B, 2011.
Acryl auf Aluminium, 8-teilig
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000515
Imi Knoebel
Nummer 1 B - 8 B, 2011.
Acryl auf Aluminium, 8-teilig
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Imi Knoebel
1940
Nummer 1 B - 8 B. 2011.
Acryl auf Aluminium, 8-teilig.
Auf einer der Tafeln verso signiert "Imi" und datiert. Alle Tafeln verso jeweils mit einem Etikett, dort typografisch betitelt und bezeichnet. Bis 38,4 x 27,3 cm (15,1 x 10,7 in). Insgesamt ca. 38,4 x 338,2 x 115,3 x 133,14 x 0,39
[JS].
• Minimalistische Ästhetik in Perfektion.
• Wiederholung und Variation: Knoebel überführt das künstlerische Prinzip der Pop-Art in die abstrakte Malerei.
• Mehrteiligkeit als Prinzip: Besonders Knoebels mehrteilige Arbeiten lassen sein serielles Konzept erlebbar werden.
• Metallische Härt & malerischer Duktus: Knoebel hüllt die glatte Aluminiumoberfläche durch den feinen Pinselduktus in ein sanftes "malerisches Inkarnat".
• Zuletzt waren Knoebels Arbeiten u. a. in "Imi Knoebel. Green Flag" im White Cube, Hongkong (2023), und in "Balance" im Hamburger Bahnhof, Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin (2022), zu sehen.
PROVENIENZ: Atelier des Künstlers.
Galerie Fahnemann, Berlin (direkt vom Vorgenannten).
Sammlung Bayern (2016 vom Vorgenannten).
LITERATUR: Imi Knoebel. Werke 1966-2014, Kunstmuseum Wolfsburg, 26.10.2014-15.2.2015, Kat.-Nr. 45 (m. Abb., hier unter dem Titel "Nummer 1 - 8", wohl das vorliegende Exemplar).
1940
Nummer 1 B - 8 B. 2011.
Acryl auf Aluminium, 8-teilig.
Auf einer der Tafeln verso signiert "Imi" und datiert. Alle Tafeln verso jeweils mit einem Etikett, dort typografisch betitelt und bezeichnet. Bis 38,4 x 27,3 cm (15,1 x 10,7 in). Insgesamt ca. 38,4 x 338,2 x 115,3 x 133,14 x 0,39
[JS].
• Minimalistische Ästhetik in Perfektion.
• Wiederholung und Variation: Knoebel überführt das künstlerische Prinzip der Pop-Art in die abstrakte Malerei.
• Mehrteiligkeit als Prinzip: Besonders Knoebels mehrteilige Arbeiten lassen sein serielles Konzept erlebbar werden.
• Metallische Härt & malerischer Duktus: Knoebel hüllt die glatte Aluminiumoberfläche durch den feinen Pinselduktus in ein sanftes "malerisches Inkarnat".
• Zuletzt waren Knoebels Arbeiten u. a. in "Imi Knoebel. Green Flag" im White Cube, Hongkong (2023), und in "Balance" im Hamburger Bahnhof, Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin (2022), zu sehen.
PROVENIENZ: Atelier des Künstlers.
Galerie Fahnemann, Berlin (direkt vom Vorgenannten).
Sammlung Bayern (2016 vom Vorgenannten).
LITERATUR: Imi Knoebel. Werke 1966-2014, Kunstmuseum Wolfsburg, 26.10.2014-15.2.2015, Kat.-Nr. 45 (m. Abb., hier unter dem Titel "Nummer 1 - 8", wohl das vorliegende Exemplar).
Das serielle Arbeiten und das stetige Experimentieren mit der Modulation ist besonders typisch für Imi Knoebels ausgesprochen systematisch angelegtes künstlerisches Werk. Teils setzt der Künstler seine geometrischen, häufig aus den Grundformen Rechteck und Quadrat entwickelten Kompositionen aus farbig bemalten Folienstreifen zusammen oder aber überführt diese Arbeitsweise durch das Malen auf tiefenräumlich konstruierten Holz- oder Aluminiumstäben sogar in die dritte Dimension. In seiner berühmten 1991 entstandenen seriellen Arbeit "Rot-Weiss" spielt Knoebel diesen Variationsreichtum in Form von collagierten Farbserigrafien in schier unendlichen Variationsmöglichkeiten für ein fragmentiertes Hochformat in insgesamt 32 Collagen systematisch durch. Zugleich setzt der Künstler den Pinselstrich sichtbar ein und erreicht damit bei genauer Betrachtung eine subtile Strukturierung der Farbflächen. Pinsel und Farbe hüllen auch bei der vorliegenden, wandfüllenden Komposition die glatte Aluminiumoberfläche in eine Schicht aus Farbe und Duktus, ein malerisches Inkarnat. Auch hier ist es die minimalistische Modulationsfreude und das freie Spiel mit den teils gegenständlichen Assoziationen, die Knoebels Werk auszeichnet. Auch in "Nummer 1–8" bleibt das stets indirekte Mitschwingen von figürlichen Assoziationen nicht aus. In diesem Fall ist es aber nicht etwa – wie so oft bei Knoebel – die freie Assoziation des menschlichen Antlitzes, mit welcher Knoebel spielt, sondern hier lässt die zweiteilige Farb- und Formkombination aus einem weißen Rechteck und einem farbigen Trapez das menschliche Gehirn geradezu unwillkürlich an die geometrisch maximal reduzierte Grundform eines Hauses denken. Subtil ist die Spannung aus Balance und Disbalance, die Knoebel zwischen den Variationen der einzelnen Tafeln aufbaut und welche die vorliegende Arbeit neben ihrer räumlichen und haptischen Präsenz in entscheidender Weise auszeichnet. Knoebels radikal abstrakte Schöpfungen, seien sie zwei- oder dreidimensional, haben immer das Quadrat oder das Rechteck als Ausgangspunkt, an dem Knoebel mit seiner künstlerischen Begeisterung für die schier unendliche Variationsbreite abstrakter Formationen ansetzt. Der Beuys-Schüler Knoebel hat auf diese Weise immer wieder radikal Neues geschaffen, das stets vom Eigenwert der Farbe getragen ist. Angesprochen auf den eigenwilligen Gegensatz zwischen den wilden künstlerischen Aktionen der Anfangsjahre und der enormen Strenge des gefundenen künstlerischen Ausdrucks, hat Knoebel einmal festgehalten: "Ein wichtiger Part dabei waren die Russen, die russische Bewegung um Malewitsch [...] damals kam gerade dieses Buch raus 'Die gegenstandslose Welt' [...] Fasziniert waren wir von dem Schwarzen Quadrat. Das war für uns das Phänomen, das uns völlig eingenommen hatte" (zit. nach: Ausst.-Kat. Imi Knoebel. Retrospektive 1968–1996, Haus der Kunst, München 1996, S. 279). Für Knoebels farb- und variationsbasiertes Schaffen sind neben Malewitsch und der Malerei des Konstruktivismus auch Jawlenskys berühmte "Meditationen" sowie das für die abstrakte Kunst der 1970er und 1980er Jahre wegweisende Œuvre seines früh verstorbenen Künstlerfreundes Blinky Palermo in entscheidender Weise initiierend gewesen. [JS]
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