Auktion: 611 / Day Sale am 05.12.2026 in München → Lot 126000743

126000743
Gerhard Richter
Goldberg-Variationen, 1984.
Öl auf Schallplatte
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000743
Gerhard Richter
Goldberg-Variationen, 1984.
Öl auf Schallplatte
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Gerhard Richter
1932
Goldberg-Variationen. 1984.
Öl auf Schallplatte.
Verso mittig auf dem Label signiert, datiert und nummeriert. Auf der Schallplattenhülle verso sowie auf der Schutzhülle recto nummeriert. Aus einer Auflage von 100 jeweils handbemalten Exemplaren. Durchmesser: 30,1 cm (11,8 in).
Herausgegeben vom Museumsverein Mönchengladbach.
• Unikat.
• Selten: vollständiges Exemplar mit der nummerierten Schallplattenhülle sowie der eingelegten Schutzhülle
• Trägt in der gestischen Bewegung die persönliche Handschrift des Künstlers.
PROVENIENZ: Privatsammlung Baden-Württemberg.
Privatsammlung Schweiz (2017, Ketterer Kunst).
LITERATUR: Hubertus Butin, Gerhard Richter. Editionen 1965-2013, Köln 2014, WVZ-Nr. 60.
- -
Ketterer Kunst, München, A 451 Kunst nach 1945, 10.6.2017, Los 895 (m. Abb.).
"Glenn Gould, Goldbergvariationen. Seit einem, seit zwei jahren höre ich fast nichts anderes. Was mich zu ärgern anfängt, ist die Vollkommenheit. Diese völlig absurde, langweilige, bösartge Vollkommenheit."
Gerhard Richter 19.10.1984 zit. nach: zit. nach: D. Elger u. H. U. Obrist, Gerhard Richter. Text 1961 bis 2007, Köln 2008, S. 134
1932
Goldberg-Variationen. 1984.
Öl auf Schallplatte.
Verso mittig auf dem Label signiert, datiert und nummeriert. Auf der Schallplattenhülle verso sowie auf der Schutzhülle recto nummeriert. Aus einer Auflage von 100 jeweils handbemalten Exemplaren. Durchmesser: 30,1 cm (11,8 in).
Herausgegeben vom Museumsverein Mönchengladbach.
• Unikat.
• Selten: vollständiges Exemplar mit der nummerierten Schallplattenhülle sowie der eingelegten Schutzhülle
• Trägt in der gestischen Bewegung die persönliche Handschrift des Künstlers.
PROVENIENZ: Privatsammlung Baden-Württemberg.
Privatsammlung Schweiz (2017, Ketterer Kunst).
LITERATUR: Hubertus Butin, Gerhard Richter. Editionen 1965-2013, Köln 2014, WVZ-Nr. 60.
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Ketterer Kunst, München, A 451 Kunst nach 1945, 10.6.2017, Los 895 (m. Abb.).
"Glenn Gould, Goldbergvariationen. Seit einem, seit zwei jahren höre ich fast nichts anderes. Was mich zu ärgern anfängt, ist die Vollkommenheit. Diese völlig absurde, langweilige, bösartge Vollkommenheit."
Gerhard Richter 19.10.1984 zit. nach: zit. nach: D. Elger u. H. U. Obrist, Gerhard Richter. Text 1961 bis 2007, Köln 2008, S. 134
Bei der vorliegenden, formal außergewöhnlichen Arbeit dient Gerhard Richter eine Langspielplatte mit Johann Sebastian Bachs berühmten Goldberg-Variationen in der musikhistorisch bedeutenden Einspielung des kanadischen Pianisten Glenn Gould aus dem Jahr 1982 als Bildträger für eine abstrakte Komposition. 1955 hatte der erst 22-jährige Gould mit der ersten Einspielung dieser Stücke Musikgeschichte geschrieben, 1982 ist ihm eine eigene, neue Interpretation gelungen. Gerhard Richter hat diese Schallplatte nach eigenen Aussagen (Gerhard Richter Notiz 19.10.1984 zit. nach: D. Elger u. H. U. Obrist, Gerhard Richter. Text 1961 bis 2007, Köln 2008, S. 134) "seit einem, seit zwei Jahren" intensiv gehört. Richter schreibt in seinen Notizen, dass ihn "diese völlig absurde, langweilige, bösartige Vollkommenheit" "zu ärgern anfängt". Mit der Vereinnahmung der Schallplatte als Bildträger variierender Bemalung durchbricht Gerhard Richter diese Vollkommenheit der durchaus systematischen strukturierten Komposition Johann Sebastian Bachs, die Glenn Gould so eigenwillig und perfekt interpretiert hat.
Gerhard Richter malt nicht nur auf der Schallplatte er überdeckt damit auch den Tonträger auf einer Seite und bringt ihn somit letztlich zum Schweigen, die zweite Seite ist nicht bemalt. Gerhard Richter setzt der arkustischen Vielfalt eine visuelle Vielfalt entgegen und nimmt das Bach'sche Thema der Variation auf. Zugleich erscheint die Übermalung wie eine In-Besitz-Nahme des Tonträgers, mit dem Richter fast eine Hass-Liebe verbindet. Die in den Notizen geschilderten zwiespältigen Gefühle finden Ausdruck in der Geste der Malerei.
50 der insgesamt 100 Exemplare waren Richters Beitrag zu der 1984 vom Museumsverein Mönchengladbach herausgegebenen Mappe "Hommage à Cladders", mit Editionen von 17 weiteren Künstlern wie u. a. Gotthard Graubner und Joseph Beuys.
Die zusätzlichen 50 Exemplare wurden damals einzeln verkauft. Heute gilt diese herausragende Edition Gerhard Richters aufgrund ihrer individuellen Bemalung durch den Künstler, die jedes dieser Exemplare zu einem malerischen Unikat werden lässt, als eine der international gefragtesten des Künstlers. [EH]
Gerhard Richter malt nicht nur auf der Schallplatte er überdeckt damit auch den Tonträger auf einer Seite und bringt ihn somit letztlich zum Schweigen, die zweite Seite ist nicht bemalt. Gerhard Richter setzt der arkustischen Vielfalt eine visuelle Vielfalt entgegen und nimmt das Bach'sche Thema der Variation auf. Zugleich erscheint die Übermalung wie eine In-Besitz-Nahme des Tonträgers, mit dem Richter fast eine Hass-Liebe verbindet. Die in den Notizen geschilderten zwiespältigen Gefühle finden Ausdruck in der Geste der Malerei.
50 der insgesamt 100 Exemplare waren Richters Beitrag zu der 1984 vom Museumsverein Mönchengladbach herausgegebenen Mappe "Hommage à Cladders", mit Editionen von 17 weiteren Künstlern wie u. a. Gotthard Graubner und Joseph Beuys.
Die zusätzlichen 50 Exemplare wurden damals einzeln verkauft. Heute gilt diese herausragende Edition Gerhard Richters aufgrund ihrer individuellen Bemalung durch den Künstler, die jedes dieser Exemplare zu einem malerischen Unikat werden lässt, als eine der international gefragtesten des Künstlers. [EH]
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