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Gotthard Graubner
Ohne Titel (rot), 1987.
Mischtechnik auf Leinwand über Synthetikwatte a...
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
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Gotthard Graubner
Ohne Titel (rot), 1987.
Mischtechnik auf Leinwand über Synthetikwatte a...
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
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Gotthard Graubner
1930 - 2013

Ohne Titel (rot). 1987.
Mischtechnik auf Leinwand über Synthetikwatte auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und mit Richtungspfeil. 57 x 39 x 12 cm (22,4 x 15,3 x 4,7 in).

• Innovative Ästhetik: Graubners "Farbraumkörper" weiten Rothkos sinnliche Farberlebnisse in die dritte Dimension.
•"Farbraumkörper" befinden sich u. a. in der Sammlung der Neuen Nationalgalerie, Berlin, des Louisiana Museum, Humlebæk, und des Harvard Art Museum, Cambridge.
•"Farbraumkörper" u. a. ausgestellt auf der documenta 6 (1977) und der Biennale von Venedig (1982)
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PROVENIENZ: Galerie Sander, Darmstadt.
Privatsammlung Baden-Württemberg (vom Vorgenannten erworben - 2019, Ketterer Kunst).
Privatsammlung Süddeutschland (vom Vorgenannten).

LITERATUR: Ketterer Kunst, München, Auktion 489, Evening Sale, 7.6.2019, Los 102 (m. Farbabb.).

"Die Farbe entfaltet sich als Farborganismus; ich beobachte ihr Eigenleben, ich respektiere ihre Eigengesetzlichkeit. So konnte sich die zweidimensionale Ausbreitung zum Leib verdichten, der Leib sich in körperloser Verdichtung im Raum als Nebel lösen. Der Nebelraum als wohl totalste Äußerung meiner Malerei beansprucht alle Sinne [..]."
Gotthard Graubner, zit. nach: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 16, München 1991, S. 15.

Aufrufzeit: 05.12.2026 - ca. 16.28 h +/- 20 Min.

Ein Jahr nach Entstehung der vorliegenden Arbeit hat Gotthard Graubner die beiden riesigen Wandbilder "Begegnungen" für den Amtssitz des Bundespräsidenten im Berliner Schloss Bellevue geschaffen, die, in Violett und Gelb gehalten, bis heute die beiden Stirnseiten des Großen Saales schmücken und mit ihrem gewaltigen Farbklang in den Raum ausgreifen. Während Graubner seine frühen Kissenbilder zunächst noch mit feinen Nylongeweben bespannt, verwendet er für seine späteren, großformatigeren "Farbraumkörper" wie auch in unserer leuchtenden Arbeit zunehmend feste Leinwandgewebe, die er mit Polsterwatte hinterfüttert. Der eine wolkige Farbtiefe erzeugende Farbauftrag erfolgt meist mit verschiedensten, besenartigen Pinseln auf den am Boden liegenden Bildträger. Um die Vielschichtigkeit und Tiefe der einzelnen Farbwerte – in unserer herausragenden Arbeit ein leuchtend-tiefes Magenta – zu einem Farbraumkörper von oszillierender Wirkung und einzigartiger ästhetischer Präsenz zu steigern, erfordert es zahlreiche Trocknungsprozesse sowie eine besondere kompositionelle Sensibilität, die Graubners malerisches Schaffen in entscheidender Weise auszeichnet. Zunächst in Aquarellen, dann auch auf der Leinwand erprobt Graubner Formen des Farbauftrags, die den vielfach verdichteten Farbschichten eine Priorität gegenüber der begrenzenden Form der Bildränder sichern. Um die räumliche Wirkung der Farbflächen zu verstärken, verlegt sich Graubner Anfang der 1960er Jahre darauf, bildgroße Farbkissen mit Perlongewebe zu überspannen. Durch das vorherige Tränken und Bemalen der Stoffkissen mittels mehrerer Lagen verdünnter Acrylfarben schafft Graubner eine fluktuierende, atmende Verdichtung gleich einem auf den Betrachter zugreifenden Farbraum. Und so ersetzt Graubner schließlich 1970 die älteren Werkbezeichnungen "Farbleib" bzw. "Kissenbild" durch die Bezeichnung "Farbraumkörper". In diesen beeindruckenden malerischen Schöpfungen, die zuerst vom bedeutenden Düsseldorfer Galeristen Alfred Schmela ausgestellt werden und Graubner schließlich 1965 einen Lehrauftrag sowie ab 1969 eine Professur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg einbringen, hat Graubner schließlich eine Entgrenzung der Farbwirkung vom Bildträger erreicht, indem er diesen in die dritte Dimension weitet und den Farbauftrag auf diese Weise in den Raum ausgreifen lässt. Beispielhaft wird dies an dem vorliegenden Werk deutlich, das Graubners Einsatz von Farbe als absolut wichtigstes Gestaltungsmittel in besonderer Weise erfahrbar werden lässt. Die außergewöhnlich grobe Leinwand unterstützt in ihrer Struktur die effektvolle Wirkung der Farbe. Sie tritt nicht plan auf, sondern skulptural, kann sich entfalten und eine verborgene, ganz leicht angedeutete Plastik einlösen. Aufgrund der innovativen Ästhetik dieser dreidimensionalen Malerei, mit der Graubner zudem auch 1968 zum ersten Mal auf der Documenta in Kassel vertreten ist, gelten Graubners "Farbraumkörper" als der zentrale Werkkomplex im Œuvre des Künstlers. [JS]




Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Gotthard Graubner "Ohne Titel (rot)"
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Zuschlagspreis bis 2.000.000 Euro: hieraus Aufgeld 34 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 29 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 4.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 22 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 4.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.000.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 23 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.000.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer von 7 % erhoben.

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Berechnung der Folgerechtsvergütung:
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4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

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