Auktion: 611 / Day Sale am 05.12.2026 in München → Lot 126001163
126001163
Max Slevogt
Paradiesvögel, 1900.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126001163
Max Slevogt
Paradiesvögel, 1900.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Max Slevogt
1868 - 1932
Paradiesvögel. 1900.
Öl auf Leinwand.
Links oben signiert und datiert. 71 x 100,5 cm (27,9 x 39,5 in). [EB].
• Impressionistische Meisterschaft um 1900: Schimmerndes Gefieder in feinsten Weißnuancen.
• Ausgefallenes Sujet der "Paradiesvögel" entfaltet sich in einem spannungsvollen Licht-Schatten-Wechselspiel.
• Max Slevogt: Neben Max Liebermann und Lovis Corinth einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus.
• Aus der Sammlung Eduard Fuchs, Berlin: Ein "Juwel" unter Slevogts besten Werken (W. von Alten, 1926).
• Die Provenienz ist Zeugnis der bewegten deutschen Geschichte und findet in der einvernehmlichen Restitution ihre Vollendung.
Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde von Bernhard Geil mündlich bestätigt.
PROVENIENZ: Sammlung Eduard Fuchs (spätestens seit 1909 bis 1933, Beschlagnahmung durch die Gestapo).
Rudolph Lepke’s Kunst-Auctions-Haus, Berlin (in Kommission für Gertraud Fuchs, bis 16./17.6.1937).
Hildebrand Gurlitt, Hamburg (vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (durch Erbschaft vom Vorgenannten).
Gütliche Einigung des Vorgenannten mit den Erben nach Eduard Fuchs (2026).
Das Werk ist frei von Restitutionsansprüchen.
AUSSTELLUNG: Max Slevogt. Ausstellung zum 50. Geburtstag des Künstlers, Freie Secession und Paul Cassirer, Berlin, Nov./Dez. 1918, Kat.-Nr. 33, S. 17.
Max Slevogt. Die Berliner Jahre, Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 6.3.-22.5.2005; Max Liebermann Haus, Berlin, 4.6.-4.9.2005, Kat.-Nr. 4, S. 34f. (m. Farbabb.).
Van der Heydt-Museum Wuppertal (Dauerleihgabe, auf dem Keilrahmen mit dem Stempel).
LITERATUR: Hans-Jürgen Imiela, Max Slevogt. Eine Monographie, Karlsruhe 1968, S. 363, Anm. 37.
- -
Wilken von Alten, Max Slevogt, Bielefeld 1926, S. 16, Abb. 20.
Rudolph Lepke's Kunst-Auctionshaus, Berlin, Katalog 2114, Kunstsammlung F. - Berlin. Gemälde neuerer Meister, Skulpturen und Möbel, Porzellane, Fayencen, 16./17.6.1937, Los 92.
1868 - 1932
Paradiesvögel. 1900.
Öl auf Leinwand.
Links oben signiert und datiert. 71 x 100,5 cm (27,9 x 39,5 in). [EB].
• Impressionistische Meisterschaft um 1900: Schimmerndes Gefieder in feinsten Weißnuancen.
• Ausgefallenes Sujet der "Paradiesvögel" entfaltet sich in einem spannungsvollen Licht-Schatten-Wechselspiel.
• Max Slevogt: Neben Max Liebermann und Lovis Corinth einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus.
• Aus der Sammlung Eduard Fuchs, Berlin: Ein "Juwel" unter Slevogts besten Werken (W. von Alten, 1926).
• Die Provenienz ist Zeugnis der bewegten deutschen Geschichte und findet in der einvernehmlichen Restitution ihre Vollendung.
Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde von Bernhard Geil mündlich bestätigt.
PROVENIENZ: Sammlung Eduard Fuchs (spätestens seit 1909 bis 1933, Beschlagnahmung durch die Gestapo).
Rudolph Lepke’s Kunst-Auctions-Haus, Berlin (in Kommission für Gertraud Fuchs, bis 16./17.6.1937).
Hildebrand Gurlitt, Hamburg (vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (durch Erbschaft vom Vorgenannten).
Gütliche Einigung des Vorgenannten mit den Erben nach Eduard Fuchs (2026).
Das Werk ist frei von Restitutionsansprüchen.
AUSSTELLUNG: Max Slevogt. Ausstellung zum 50. Geburtstag des Künstlers, Freie Secession und Paul Cassirer, Berlin, Nov./Dez. 1918, Kat.-Nr. 33, S. 17.
Max Slevogt. Die Berliner Jahre, Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 6.3.-22.5.2005; Max Liebermann Haus, Berlin, 4.6.-4.9.2005, Kat.-Nr. 4, S. 34f. (m. Farbabb.).
Van der Heydt-Museum Wuppertal (Dauerleihgabe, auf dem Keilrahmen mit dem Stempel).
LITERATUR: Hans-Jürgen Imiela, Max Slevogt. Eine Monographie, Karlsruhe 1968, S. 363, Anm. 37.
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Wilken von Alten, Max Slevogt, Bielefeld 1926, S. 16, Abb. 20.
Rudolph Lepke's Kunst-Auctionshaus, Berlin, Katalog 2114, Kunstsammlung F. - Berlin. Gemälde neuerer Meister, Skulpturen und Möbel, Porzellane, Fayencen, 16./17.6.1937, Los 92.
In der Sammlung von Eduard Fuchs nimmt Max Slevogt eine Sonderstellung ein: 44 Gemälde zeugen von einer innigen Freundschaft, die sich im Sammeln fortsetzte. Zwei dieser Arbeiten stehen nun zum Verkauf und lassen den Sammler wie den Impressionisten gleichermaßen erkennen: "Paradiesvögel" (1909) und "Don Quichotte und die Schafherde" (1907).
Die "Paradiesvögel" fallen in Slevogts große impressionistische Werkphase um 1900. Farbe und Licht sind für das Motiv konstitutiv. Das Gefieder erstrahlt in schimmernden, fein abgestuften Weißnuancen, die im Perlmuttglanz der danebenliegenden Muscheln und Schneckengehäuse ein Echo finden und weiter an Leuchtkraft gewinnen. Von ausgesprochener Modernität ist die Raumauffassung: Auf jede genauere Schilderung verzichtend, lässt der Künstler die Gegenstände im Raum aus dem Dunkel eines an einen Speicher erinnernden Raumes hervortreten, getroffen von einem zufällig einfallenden Lichtstrahl. Das Motiv ist stilllebenhaft angelegt, wird aber durch den dynamischen Pinselduktus lebendig und effektvoll inszeniert. W. von Alten nennt diese Arbeit "ein Juwel der stattlichen Reihe bester Werke Slevogts, welche die Sammlung Fuchs besitzt" (W. von Alten 1926, S. 19).
Das Œuvre Slevogts ist durch den Impressionismus geprägt, kennt aber ebenso Elemente der älteren Malerei, des Symbolismus und Jugendstils. Im Frühwerk dominieren dramatisierte Themen, die sich bewusst gegen die tradierte Historienmalerei wenden. In der Verzweiflung des Individuums findet Slevogt ein Sujet, das ihn über Jahre begleitet: Neben Samson wird Don Quichotte zur zentralen Figur, an der sich für ihn die Grenzen menschlicher Selbstbestimmtheit manifestieren. Mit "Don Quichotte und die Schafherde" von 1907 liegt eines der frühesten Beispiele vor. Immer wieder greift er den Cervantes-Helden danach auf, 1912 ebenso wie 1923.
Die Provenienz der beiden Gemälde ist Zeugnis der bewegten deutschen Geschichte. Als überzeugter Sozialdemokrat und Kommunist ist Fuchs nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten unmittelbar bedroht; nach dem Reichstagsbrand 1933 flieht er mit seiner Frau nach Paris. Seine in Berlin zurückgelassene Sammlung wird beschlagnahmt und 1937/38 in mehreren Auktionen bei Rudolph Lepke in Berlin sowie bei C. G. Boerner in Leipzig veräußert. Der Verkauf der beiden Werke erfolgt auf der Grundlage einer gütlichen Einigung mit den Erben nach Eduard Fuchs. Auch Slevogts Triptychon "Der verlorene Sohn", das 1899 auf der ersten Ausstellung der Berliner Secession den Durchbruch für den Künstler bringt und von 1911 bis 1938 Teil der Sammlung Fuchs ist, kehrt nach fast siebzig Jahren in der Staatsgalerie Stuttgart an die Erben zurück und erzielte bei Ketterer Kunst im Dezember 2024 ein herausragendes Ergebnis. [EB]
Die "Paradiesvögel" fallen in Slevogts große impressionistische Werkphase um 1900. Farbe und Licht sind für das Motiv konstitutiv. Das Gefieder erstrahlt in schimmernden, fein abgestuften Weißnuancen, die im Perlmuttglanz der danebenliegenden Muscheln und Schneckengehäuse ein Echo finden und weiter an Leuchtkraft gewinnen. Von ausgesprochener Modernität ist die Raumauffassung: Auf jede genauere Schilderung verzichtend, lässt der Künstler die Gegenstände im Raum aus dem Dunkel eines an einen Speicher erinnernden Raumes hervortreten, getroffen von einem zufällig einfallenden Lichtstrahl. Das Motiv ist stilllebenhaft angelegt, wird aber durch den dynamischen Pinselduktus lebendig und effektvoll inszeniert. W. von Alten nennt diese Arbeit "ein Juwel der stattlichen Reihe bester Werke Slevogts, welche die Sammlung Fuchs besitzt" (W. von Alten 1926, S. 19).
Das Œuvre Slevogts ist durch den Impressionismus geprägt, kennt aber ebenso Elemente der älteren Malerei, des Symbolismus und Jugendstils. Im Frühwerk dominieren dramatisierte Themen, die sich bewusst gegen die tradierte Historienmalerei wenden. In der Verzweiflung des Individuums findet Slevogt ein Sujet, das ihn über Jahre begleitet: Neben Samson wird Don Quichotte zur zentralen Figur, an der sich für ihn die Grenzen menschlicher Selbstbestimmtheit manifestieren. Mit "Don Quichotte und die Schafherde" von 1907 liegt eines der frühesten Beispiele vor. Immer wieder greift er den Cervantes-Helden danach auf, 1912 ebenso wie 1923.
Die Provenienz der beiden Gemälde ist Zeugnis der bewegten deutschen Geschichte. Als überzeugter Sozialdemokrat und Kommunist ist Fuchs nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten unmittelbar bedroht; nach dem Reichstagsbrand 1933 flieht er mit seiner Frau nach Paris. Seine in Berlin zurückgelassene Sammlung wird beschlagnahmt und 1937/38 in mehreren Auktionen bei Rudolph Lepke in Berlin sowie bei C. G. Boerner in Leipzig veräußert. Der Verkauf der beiden Werke erfolgt auf der Grundlage einer gütlichen Einigung mit den Erben nach Eduard Fuchs. Auch Slevogts Triptychon "Der verlorene Sohn", das 1899 auf der ersten Ausstellung der Berliner Secession den Durchbruch für den Künstler bringt und von 1911 bis 1938 Teil der Sammlung Fuchs ist, kehrt nach fast siebzig Jahren in der Staatsgalerie Stuttgart an die Erben zurück und erzielte bei Ketterer Kunst im Dezember 2024 ein herausragendes Ergebnis. [EB]
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