Auktion: 612 / Evening Sale am 04.12.2026 in München → Lot 126000594
126000594
Robert Delaunay
Portrait de Madame Heim (Étude), 1926/1927.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000594
Robert Delaunay
Portrait de Madame Heim (Étude), 1926/1927.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Robert Delaunay
1885 - 1941
Portrait de Madame Heim (Étude). 1926/1927.
Öl auf Leinwand.
Verso auf dem Keilrahmen wohl von fremder Hand bezeichnet "RObERT DELAUNAY". 130 x 96,7 cm (51,1 x 38 in).
[AR].
• Herausragendes Bildnis und wohl das zentrale Werk einer rund 20 Arbeiten umfassenden Portraitserie der Madame Heim.
• Phase der Synthese: Ikonischer Farbkreis, Lichtreflexe und perspektisvische Irritation vereinen naturalistisches Portrait mit Delaunays wegweisender Malerei.
• Kunst trifft auf Mode: Madame Heim, Ehefrau von Modeschöpfer Jacques Heim, trägt ein von Sonia Delaunay entworfenes Halstuch.
• Aus der Hochphase von Delaunays Porträtphase (1920-1930): von Tristan Tzara bis Jean Cocteau portraitiert er die Pariser Avantgarde.
• Weitere Versionen des Portraits befinden sich in Museumssammlungen, darunter das Centre Pompidou, Paris, sowie das Centro de Arte Moderna Gulbenkian, Lissabon.
• Eindrucksvolle Ausstellungshistorie.
PROVENIENZ: Nachlass Robert und Sonja Delaunay.
Charles Delaunay, Paris.
Galerie Gmurzynska, Köln/Zürich.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.
AUSSTELLUNG: Salon des Independents, Paris (verso m. einem Transportetikett, ohne Jahr).
Robert Delaunay, Musée des Beaux-Arts, Lüttich, 1955, Kat. Nr. 14.
Robert Delaunay, Kunstverein Hamburg, 26.1.-11.3.1962, Wallraf-Richartz-Museum, Köln, 24.3.-6.5.1962, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt a. Main, 18.5.-24.6.1962, Kat.-Nr. 53 (m. S/W-Abb.).
Les années 25, Musée des Arts Décoratifs, Paris, 3.3.-16.5.1966, Kat.-Nr. 11.
Robert Delaunay, Galerie Jacques Damase, Brüssel, 1973 (m. S/W Abb. Nr. 21, S. 25).
Robert y Sonia Delaunay, Fundaçao Calouste Gulbenkian, Lissabon (verso m. Etikett), 1982, Kat.-Nr. 26 (m. S/W-Abb.), Fundacion Juan March, Madrid, Apr.-Mai 1982 (verso m. Etikett), Kat.-Nr. 45.
Robert Delaunay, Galerie Gmurzynska, Köln, 13.5.-30.7.1983 (m. Farbabb. S. 114).
Robert et Sonia Delaunay, Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris, 14.5.-8.9.1985 (m. Farbabb. Nr. 49, S. 96).
Delaunay und Deutschland, Staatsgalerie moderner Kunst im Haus der Kunst, München, 4.10.1985-6.1.1986, Kat.-Nr. 114 (m. S/W-Abb. S. 377).
LITERATUR: Guy Habasque, Pierre Francastel, Robert Delaunay. Du cubisme à l'art abstrait. Documents inédits publiés par Pierre Francastel et suivis d'un catalogue de l'oeuvre de R. Delaunay par Guy Habasque, Paris 1957, WVZ-Nr. 257.
- -
Bernard Dorival, Robert Delaunay 1885-1941, Brüssel 1975 (m. Abb. S. 84).
Danielle Molinari, Robert et Sonia Delaunay, Paris 1987, Kat. Nr. 241 (m. Farbabb. S. 138).
1885 - 1941
Portrait de Madame Heim (Étude). 1926/1927.
Öl auf Leinwand.
Verso auf dem Keilrahmen wohl von fremder Hand bezeichnet "RObERT DELAUNAY". 130 x 96,7 cm (51,1 x 38 in).
[AR].
• Herausragendes Bildnis und wohl das zentrale Werk einer rund 20 Arbeiten umfassenden Portraitserie der Madame Heim.
• Phase der Synthese: Ikonischer Farbkreis, Lichtreflexe und perspektisvische Irritation vereinen naturalistisches Portrait mit Delaunays wegweisender Malerei.
• Kunst trifft auf Mode: Madame Heim, Ehefrau von Modeschöpfer Jacques Heim, trägt ein von Sonia Delaunay entworfenes Halstuch.
• Aus der Hochphase von Delaunays Porträtphase (1920-1930): von Tristan Tzara bis Jean Cocteau portraitiert er die Pariser Avantgarde.
• Weitere Versionen des Portraits befinden sich in Museumssammlungen, darunter das Centre Pompidou, Paris, sowie das Centro de Arte Moderna Gulbenkian, Lissabon.
• Eindrucksvolle Ausstellungshistorie.
PROVENIENZ: Nachlass Robert und Sonja Delaunay.
Charles Delaunay, Paris.
Galerie Gmurzynska, Köln/Zürich.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.
AUSSTELLUNG: Salon des Independents, Paris (verso m. einem Transportetikett, ohne Jahr).
Robert Delaunay, Musée des Beaux-Arts, Lüttich, 1955, Kat. Nr. 14.
Robert Delaunay, Kunstverein Hamburg, 26.1.-11.3.1962, Wallraf-Richartz-Museum, Köln, 24.3.-6.5.1962, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt a. Main, 18.5.-24.6.1962, Kat.-Nr. 53 (m. S/W-Abb.).
Les années 25, Musée des Arts Décoratifs, Paris, 3.3.-16.5.1966, Kat.-Nr. 11.
Robert Delaunay, Galerie Jacques Damase, Brüssel, 1973 (m. S/W Abb. Nr. 21, S. 25).
Robert y Sonia Delaunay, Fundaçao Calouste Gulbenkian, Lissabon (verso m. Etikett), 1982, Kat.-Nr. 26 (m. S/W-Abb.), Fundacion Juan March, Madrid, Apr.-Mai 1982 (verso m. Etikett), Kat.-Nr. 45.
Robert Delaunay, Galerie Gmurzynska, Köln, 13.5.-30.7.1983 (m. Farbabb. S. 114).
Robert et Sonia Delaunay, Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris, 14.5.-8.9.1985 (m. Farbabb. Nr. 49, S. 96).
Delaunay und Deutschland, Staatsgalerie moderner Kunst im Haus der Kunst, München, 4.10.1985-6.1.1986, Kat.-Nr. 114 (m. S/W-Abb. S. 377).
LITERATUR: Guy Habasque, Pierre Francastel, Robert Delaunay. Du cubisme à l'art abstrait. Documents inédits publiés par Pierre Francastel et suivis d'un catalogue de l'oeuvre de R. Delaunay par Guy Habasque, Paris 1957, WVZ-Nr. 257.
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Bernard Dorival, Robert Delaunay 1885-1941, Brüssel 1975 (m. Abb. S. 84).
Danielle Molinari, Robert et Sonia Delaunay, Paris 1987, Kat. Nr. 241 (m. Farbabb. S. 138).
Paris in den 1920er Jahren: Das Künstler-Ehepaar Robert und Sonia Delaunay kehrt nach Ende des Ersten Weltkriegs 1921 nach Frankreich zurück und bezieht eine Wohnung am Boulevard Malesherbes. Die Stadt pulsiert und wird unter anderem von einer neuen, künstlerischen Avantgarde geprägt. Schnell kommt Robert Delaunay hier in den 1920er Jahren in Kontakt mit Vertretern des Dasdaismus und Surrealismus; der private Salon der Delaunays entwickelt sich in den Folgejahren zum künstlerischen und literarischen Treffpunkt. Delaunay wird zu aufmerksamen Beobachter und beginnt sich - nach einer längeren Unterbrechung seit seinen letzten Selbstportraits im Jahr 1909 - wieder mit der Darstellung des menschlichen Bildnisses zu beschäftigen. Zwischen 1920-1930 portraitiert er Dichter, Künstler und Weggefährten seines näheren, persönlichen Umfelds, von Tristan Tzara bis Jean Cocteau.
Auch Madame Heim, verheiratet mit dem Modeschöpfer Jacques Heim, der in diesen Jahren eng mit Sonia Delaunay zusammenarbeitet, nimmt Robert Delaunay mit seinem Schaffen in diesen exklusiven Kreis der portraitierten Zeitgeister auf. Rund 20 Arbeiten, darunter Studien sowie Kopf- und Halbfigurenportraits, widmet er der vornehm wirkenden, mit einer modischen Wasserwelle und knallrotem Lippenstift inszenierten, stilsicher wirkenden Dame der Modewelt. Über der Schulter trägt sie ein von Sonia Delaunay entworfenes Halstuch, das den eher kühl gehaltenen blau-lila-weißen Farbklang des gesamten Bildnisses vorzugeben scheint und blickt dem Betrachter unbeeindruckt aus hellblau leuchtenden Augen entgegen. Kreisrunde, auf Stirn und Hand angedeutete Lichtreflexe, lassen ihre menschliche Gestalt dabei mit der geometrischen Formenwelt des restlichen Bildraums verschmelzen, angefangen beim heiligenscheinartigen Farbkreis im Hintergrund, über die strengen Rechtecke des Stuhls und die bunten Karos des auffällig über der Schulter drapierten Halstuchs. Über der Schulter am linken Bildrand ist ein angedeuteter, zweiter Schatten auszumachen, der vermutlich dem Künstler selbst zugeschrieben werden kann und eine weitere Bildebene öffnet.
Innerhalb der Portraits der Madame Heim handelt es sich bei der vorliegenden Arbeit, insbesondere wegen des realistisch dargestellten Gesichtsausdrucks, um das wohl am detailreichsten ausgearbeitete Portrait der Serie. Es scheint, als "war Delaunay hier (...) mit einem Formproblem beschäftigt" und als arbeite er sich über "die zahlreichen Versionen der "Madame Heim" (...) zu einem lange verschütteten Element seiner Kunst vor", wie in einem der vielen ausstellungsbegleitenden Kataloge zu lesen ist, in denen die vorliegende Arbeit bislang zu sehen war (Annegret Hoberg, in: Peter-Klaus Schuster (Hrsg.), Delaunay und Deutschland, Köln 1985, S. 377). Es ist eine Phase der Synthese, in der es Robert Delaunay meisterhaft gelingt, seine ikonischen, aus dem "Orphismus" bekannten Farbkreise, Lichtreflexe und perspektisvische Irritation mit dem naturalistischen Portrait der Madame Heim in Einklang zu bringen und in eine Bildwelt zu überführen, in der sich Farbe, Licht und das menschliches Antlitz auf eine neue, geichrangige Weise begegnen und zu ergänzen wissen. [AR]
Auch Madame Heim, verheiratet mit dem Modeschöpfer Jacques Heim, der in diesen Jahren eng mit Sonia Delaunay zusammenarbeitet, nimmt Robert Delaunay mit seinem Schaffen in diesen exklusiven Kreis der portraitierten Zeitgeister auf. Rund 20 Arbeiten, darunter Studien sowie Kopf- und Halbfigurenportraits, widmet er der vornehm wirkenden, mit einer modischen Wasserwelle und knallrotem Lippenstift inszenierten, stilsicher wirkenden Dame der Modewelt. Über der Schulter trägt sie ein von Sonia Delaunay entworfenes Halstuch, das den eher kühl gehaltenen blau-lila-weißen Farbklang des gesamten Bildnisses vorzugeben scheint und blickt dem Betrachter unbeeindruckt aus hellblau leuchtenden Augen entgegen. Kreisrunde, auf Stirn und Hand angedeutete Lichtreflexe, lassen ihre menschliche Gestalt dabei mit der geometrischen Formenwelt des restlichen Bildraums verschmelzen, angefangen beim heiligenscheinartigen Farbkreis im Hintergrund, über die strengen Rechtecke des Stuhls und die bunten Karos des auffällig über der Schulter drapierten Halstuchs. Über der Schulter am linken Bildrand ist ein angedeuteter, zweiter Schatten auszumachen, der vermutlich dem Künstler selbst zugeschrieben werden kann und eine weitere Bildebene öffnet.
Innerhalb der Portraits der Madame Heim handelt es sich bei der vorliegenden Arbeit, insbesondere wegen des realistisch dargestellten Gesichtsausdrucks, um das wohl am detailreichsten ausgearbeitete Portrait der Serie. Es scheint, als "war Delaunay hier (...) mit einem Formproblem beschäftigt" und als arbeite er sich über "die zahlreichen Versionen der "Madame Heim" (...) zu einem lange verschütteten Element seiner Kunst vor", wie in einem der vielen ausstellungsbegleitenden Kataloge zu lesen ist, in denen die vorliegende Arbeit bislang zu sehen war (Annegret Hoberg, in: Peter-Klaus Schuster (Hrsg.), Delaunay und Deutschland, Köln 1985, S. 377). Es ist eine Phase der Synthese, in der es Robert Delaunay meisterhaft gelingt, seine ikonischen, aus dem "Orphismus" bekannten Farbkreise, Lichtreflexe und perspektisvische Irritation mit dem naturalistischen Portrait der Madame Heim in Einklang zu bringen und in eine Bildwelt zu überführen, in der sich Farbe, Licht und das menschliches Antlitz auf eine neue, geichrangige Weise begegnen und zu ergänzen wissen. [AR]
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