Auktion: 612 / Evening Sale am 04.12.2026 in München → Lot 126000953
126000953
George Condo
Portrait de Femme, 1990.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000953
George Condo
Portrait de Femme, 1990.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
George Condo
1957
Portrait de Femme. 1990.
Öl auf Leinwand.
116 x 81 cm (45,6 x 31,8 in).
[AR].
• PORTRÄT Grandiose Inszenierung zwischen Groteske und Pathos – stark überzeichnet, berührend und zutiefst menschlich.
• ARTIFICIAL REALISM Condos humanoide Figur steigert die Emotion bis zum Äußersten, verbindet Comedy und Tragik auf höchstem Niveau.
• ERSTMALIG auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com).
• MUSEAL 2011/12 große Wanderaustellung seiner vielfältigen Porträts in New York, Rotterdam, London und Frankfurt am Main mit dem Titel "Mental States".
• RETROSPEKTIVE Zuletzt 2025/26 im Musée d'Art Moderne, Paris.
Mit einer vom Künstler signierten, datierten und betitelten Fotografie des vorliegenden Werks, April 2013.
PROVENIENZ: Galerie Bruno Bischofberger, Zürich.
Galerie Karl Pfefferle, München.
Privatsammlung.
"It's what I call artificial realism. That's what I do. I try to depict a character's train of thoughts simultaneously – hysteria, joy, sadness, desperation. If you could see these things at once that would be like what I'm trying to make you see in my art."
George Condo, zit. nach: Stuart Jeffries, Interview with George Condo, The Guardian, 10.2.2014, online: www.theguardian.com
1957
Portrait de Femme. 1990.
Öl auf Leinwand.
116 x 81 cm (45,6 x 31,8 in).
[AR].
• PORTRÄT Grandiose Inszenierung zwischen Groteske und Pathos – stark überzeichnet, berührend und zutiefst menschlich.
• ARTIFICIAL REALISM Condos humanoide Figur steigert die Emotion bis zum Äußersten, verbindet Comedy und Tragik auf höchstem Niveau.
• ERSTMALIG auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com).
• MUSEAL 2011/12 große Wanderaustellung seiner vielfältigen Porträts in New York, Rotterdam, London und Frankfurt am Main mit dem Titel "Mental States".
• RETROSPEKTIVE Zuletzt 2025/26 im Musée d'Art Moderne, Paris.
Mit einer vom Künstler signierten, datierten und betitelten Fotografie des vorliegenden Werks, April 2013.
PROVENIENZ: Galerie Bruno Bischofberger, Zürich.
Galerie Karl Pfefferle, München.
Privatsammlung.
"It's what I call artificial realism. That's what I do. I try to depict a character's train of thoughts simultaneously – hysteria, joy, sadness, desperation. If you could see these things at once that would be like what I'm trying to make you see in my art."
George Condo, zit. nach: Stuart Jeffries, Interview with George Condo, The Guardian, 10.2.2014, online: www.theguardian.com
Ein erstickter Schrei, wild emporschießendes Haar, ein schreckhaft aufgerissenes Auge – George Condos "Portrait de Femme" aus dem Jahr 1990 ist eine grandiose Inszenierung zwischen Groteske und Pathos, ein stark überzeichnetes Porträt, das uns berührt und dabei wie nebenbei zutiefst menschliche Züge offenlegt. Anstatt den äußeren Charakter seiner humanoiden Figur in den Vordergrund zu rücken, konzentriert sich der US-amerikanische Maler, wie für sein Schaffen so typisch, auf die Visualisierung der menschlichen Emotion, macht die widerstreitende, innere Welt der Menschheit sichtbar und fesselt sein Publikum mit der Dualität zwischen Irritation und Vergnügen, zwischen Euphorie und Hysterie.
George Condo, der mit seinen figurativ-grotesken Werken zu einem der einflussreichsten Gegenwartskünstler der USA aufgestiegen ist, beginnt zunächst als Mitarbeiter in Warhols Factory und arbeitet in New York eng mit Keith Haring und Jean-Michel Basquiat zusammen. Obwohl er sich in der dortigen Kunstszene schnell einen Namen macht, wird Condo seiner künstlerischen Heimat schon wenig später für gut ein Jahrzehnt den Rücken zu kehren. Von 1985 bis 1995 erkundet er die Kunst- und Kulturwelt in Europa, wo er überwiegend in Paris lebt und sich mit neuen Eindrücken konfrontiert sieht. Die Erfahrungen dieser Zeit und der Kontakt mit der europäischen Kunst werden prägend für seine künstlerische Handschrift, die sich als eine Art Synthese aus kunsthistorischen Verweisen und zeitgenössischer Ästhetik zusammenfassen lässt. "Artificial Realism", "künstlerischen Realismus" nennt der Maler seinen Stil, der eine Maxime der Kunstgeschichte auf den Kopf stellt: Nicht das Realistische will Condo künstlerisch darstellen, sondern das Künstlerische realistisch.
Ironisch, grotesk und witzig ist Condos Malerei, die sich durch ihre surrealistische Absurdität und ihr überbordendes Pathos auszeichnet. Immer wieder nimmt er Bezug zu Werken und Stilen der amerikanischen und europäischen Kunstgeschichte, die er gekonnt mit Elementen der amerikanischen Pop-Art verbindet, und schlägt dabei mit Leichtigkeit die Brücke über Jahrhunderte hinweg. Neben Velázquez steht auch immer wieder das wechselvolle Werk Picassos im Zentrum seines Interesses, das auch hier als Referenz gedient haben mag, wie der Titel der Arbeit "Portrait de Femme" vermuten lässt, der von zahlreichen Werken Pablo Picassos bekannt ist. In George Condos Porträt-Version wird die Emotion letztlich bis zum Äußersten gesteigert und verbindet auf unvergleichbare Condo-Art Comedy mit Tragik, das Menschliche mit dem Künstlerischen. [AR]
George Condo, der mit seinen figurativ-grotesken Werken zu einem der einflussreichsten Gegenwartskünstler der USA aufgestiegen ist, beginnt zunächst als Mitarbeiter in Warhols Factory und arbeitet in New York eng mit Keith Haring und Jean-Michel Basquiat zusammen. Obwohl er sich in der dortigen Kunstszene schnell einen Namen macht, wird Condo seiner künstlerischen Heimat schon wenig später für gut ein Jahrzehnt den Rücken zu kehren. Von 1985 bis 1995 erkundet er die Kunst- und Kulturwelt in Europa, wo er überwiegend in Paris lebt und sich mit neuen Eindrücken konfrontiert sieht. Die Erfahrungen dieser Zeit und der Kontakt mit der europäischen Kunst werden prägend für seine künstlerische Handschrift, die sich als eine Art Synthese aus kunsthistorischen Verweisen und zeitgenössischer Ästhetik zusammenfassen lässt. "Artificial Realism", "künstlerischen Realismus" nennt der Maler seinen Stil, der eine Maxime der Kunstgeschichte auf den Kopf stellt: Nicht das Realistische will Condo künstlerisch darstellen, sondern das Künstlerische realistisch.
Ironisch, grotesk und witzig ist Condos Malerei, die sich durch ihre surrealistische Absurdität und ihr überbordendes Pathos auszeichnet. Immer wieder nimmt er Bezug zu Werken und Stilen der amerikanischen und europäischen Kunstgeschichte, die er gekonnt mit Elementen der amerikanischen Pop-Art verbindet, und schlägt dabei mit Leichtigkeit die Brücke über Jahrhunderte hinweg. Neben Velázquez steht auch immer wieder das wechselvolle Werk Picassos im Zentrum seines Interesses, das auch hier als Referenz gedient haben mag, wie der Titel der Arbeit "Portrait de Femme" vermuten lässt, der von zahlreichen Werken Pablo Picassos bekannt ist. In George Condos Porträt-Version wird die Emotion letztlich bis zum Äußersten gesteigert und verbindet auf unvergleichbare Condo-Art Comedy mit Tragik, das Menschliche mit dem Künstlerischen. [AR]
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