126000208
Ernst Wilhelm Nay
Gelb und Silbergrau, 1961.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000208
Ernst Wilhelm Nay
Gelb und Silbergrau, 1961.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Ernst Wilhelm Nay
1902 - 1968

Gelb und Silbergrau. 1961.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen erneut signiert und datiert sowie betitelt und mit einem Richtungspfeil bezeichnet. 200 x 125 cm (78,7 x 49,2 in).
[AR].

• Von höchster Ausdruckskraft: die reine Abstraktion der Nayschen-Scheibe im eindrucksvollen Großformat.
• Äußerst spannungsvolles Gegenüber: kontraststarkes Spiel von Licht und Dunkel, von Gelb und Silbergrau.
• Sprung über den Atlantik: bereits im Entstehungsjahr in Pittsburgh, USA, ausgestellt, neben Werken von u. a. Josef Albers, Robert Moterwell und Mark Rothko.
• Vergleichbare Hochformate dieser wichtigen Schaffenszeit befinden sich im Museum Ludwig, Köln, im Städel Museum, Frankfurt a. Main, sowie im Solomon R. Guggenheim Museum, New York
.

PROVENIENZ: M. Knoedler & Co., Inc., New York.
John Day und Carroll Stuchell, Pittsburgh (1967 vom Vorgenannten erworben, mit Etikett).
M. Knoedler & Co., Inc., New York.
Privatsammlung Zürich.
Privatsammlung (seit 1994, Sotheby's London, 30.11.1994, Los 15).
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: The 1961 Pittsburgh International Exhibition of Contemporary Painting and Sculpture, Carnegie Institute of Art, Pittsburgh, 27.10.1961-7.1.1962, Kat. Nr. 284 (mit Etikett).

LITERATUR: Aurel Scheibler, Ernst Wilhelm Nay. Werkverzeichnis der Ölgemälde, Bd. 2: 1952-1968, Köln 1990, S. 225, WVZ-Nr. 995 (m. Farbabb. S. 212).
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Fritz Usinger, Ernst Wilhelm Nay, Recklinghausen 1961, S. 25 (m. Abb. S. 56).
The 42nd Pittsburgh International, in: Art International, vol. V, no. 8, 20.10.1961 (m. Abb. S. 73).
Max Imdahl (bedeutender deutscher Kunsthistoriker), Ernst Wilhelm Nay, Stuttgart 1962, S. 5.

"Wer vor Nays Bilder tritt, fühlt sich erregt und betroffen von der Macht einer unmittelbaren, wie in sich selbst tatenvollen Erscheinung ..." Mit diesen Worten beschreibt der Kunsthistoriker und Wegbereiter des modernen Kunstverständnis Max Imdahl einst die Wirkung von Ernst Wilhelm Nays Malerei. Was sich für den Betrachter letztlich als unmittelbare Erscheinung vor seinem Auge entfaltet ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen, künstlerischen Leistung und eines differenzierten Zusammenspiels von Farbe, Form und Malweise, das in der Arbeit "Gelb und Silbergrau" von 1961 besonders eindringlich erfahrbar wird.

In einem dichten Neben- und Übereinander der für Nay so charakteristischen Scheibenformen - dem berühmten Höhepunkt seiner Abstraktion - treffen in diesem eindrucksvollen Hochformat dunkle Grau- und Schwarztöne auf wenige hellgelbe Akzente. Der ausgeprägte, geradezu dramatisch inszenierte Hell-Dunkel-Kontrast verleiht dem frei komponierten Bildraum dabei eine spannungsreiche Ordnung, in der die schwerelos anmutenden Kreisformen zwischen Fläche und Raum zu schweben scheinen. So verbindet Nay Farbe und Form zu einem befreiten und ungemein lebendigen Spiel unterschiedlicher Kräfteverhältnisse, das Max Imdahl einmal so treffend als "Choreographie des Farbklangs, des Raumes und der Fläche" beschrieb (Max Imdahl, Ernst Wilhelm Nay, Stuttgart 1962, S. 5 und 16).

Noch im Entstehungsjahr wird "Gelb und Silbergrau" im Rahmen einer großen Überblicksausstellung in Pittsburgh neben Arbeiten von Josef Albers, Robert Motherwell und Mark Rothko präsentiert. Nur ein Jahr später widmete die New Yorker Galerie Knoedler dem deutschen Künstler eine Einzelausstellung; wenige Jahre später gelangte das Gemälde über deren Kontakte schließlich in eine Privatsammlung nach Pittsburgh. "Gelb und Silbergrau" steht damit exemplarisch für die beginnende, internationale Wertschätzung von Nays heute so bekannten Scheibenbildern, die mit ihrer eigenständigen, wirkungsvollen Bildsprache und zeitlosen Dramaturgie nach wie vor tatenvoll in Erscheinung treten. [AR]





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