126000533
Günther Förg
Untitled, 1998.
Acryl und Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000533
Günther Förg
Untitled, 1998.
Acryl und Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
 

Günther Förg
1952 - 2013

Untitled. 1998.
Acryl und Öl auf Leinwand.
Rechts oben signiert und datiert. 150 x 130 cm (59 x 51,1 in).

• Spannende Verbindung von Verdeckendem und Hervortretendem, von Kreuzformen und Leerräumen, von Symmetrie und Asymmetrie, von Monochromie und Farbakzenten.
• Förgs intuitiv geschaffene "Gitterbilder" gehören zu den Höhepunkten seines Œuvres.
• Erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten (Quelle: artprice.com)
.

Das Werk ist unter der Nummer WVF.98.B0010 (F1, F2) im Archiv des Estate Günther Förg registriert.

PROVENIENZ: MASSIMODECARLO Gallery, London
Privatsammlung Hessen (2015 vom Vorgenannten).

"Günther Förg ist ein Maler, der seinen eigenen Weg geht und dabei strenge Mittel der Reduktion und Konzentration einsetzt, um einen Zustand zu erreichen, in dem ein Gemälde visuell durch seine Farben, Formen und Strukturen wirkt und gleichzeitig durch seinen Hintergrund eine Fülle von Bezügen und Bedeutungen vermittelt."
Bern Reiss, in Ausst.-Kat. Günther Förg 1987-2011, Galerie Max Hetzler, Berlin 2012, S. 17.

Günther Förgs Œuvre ist eine Hingabe an die Farbe, der unablässige Versuch, ihr Eigenleben und ihren schier unendlichen Variationsreichtum durch immer neue Kombinationen herauszuarbeiten. Seine Malerei bringt das scheinbar Unvereinbare nahezu mühelos auf der Leinwand zusammen, vereint Elemente der konkreten Kunst mit gestischen Komponenten: Geometrische Strenge trifft auf expressive Spontaneität, ein kalkuliertes System auf die spontane Intuition des Farbauftrages.
Er macht die Bildfläche zu einem offenen Gefüge aus Farbe, Licht und gestischer Bewegung. Mit diesen Mitteln hinterfragt er die gewohnten Traditionen der Kunstgeschichte und auch ganz konkret die zu Ikonen der Kunstgeschichte erhobenen "Meisterwerke" der Moderne. In dieser Verquickung findet Günther Förg zu einer unverwechselbaren, eigenständigen Bildsprache und wird damit selbst zu einer Ikone der zeitgenössischen Kunst.

Egal ob in seinen seriellen Arbeiten, seinen Gitterbildern, Bleibildern oder späten Großformaten, Förgs Malerei muss auf einen Schlag gelingen, in einem Zug muss das Bildereignis in nur einer Malschicht realisiert werden. Immer wieder sucht Förgs Malerei dabei stilistisch die Auseinandersetzung mit anderen Künstlern. Neben Einflüssen der abstrakten Vorkriegsmoderne, des Konstruktivismus und Suprematismus spielt dabei in den 1970er Jahren das Schaffen des früh verstorbenen Blinky Palermo für den Kunststudenten Förg eine prägende Rolle. Später dann tritt das amerikanische Action- und Color-Field-Painting, etwa die Malerei Willem de Koonings, Clifford Stills und Barnett Newmans, als Inspirationsquelle hinzu. Förg adaptiert und transformiert Gesehenes, macht auf diese Weise in farblicher oder formaler Hinsicht immer wieder neuartige Impulse für sein eigenes, facettenreiches Werk nutzbar. Die entscheidende Inspirationsquelle für Förgs seit den 1990er Jahren entstehenden, großformatigen Gitterbilder, zu denen unsere leuchtende Komposition zählt, liefert neben den gitter- oder kreuzartigen linearen Strukturen, die in Paul Klees Aquarellen ab 1913 regelmäßig auftauchen, auch das Spätwerk Edvard Munchs. Förgs Gitterbilder transformieren und verfremden diese für die Entwicklung der modernen Malerei so bedeutenden kunsthistorischen Impulse, er überführt Munchs Motivik und Gestik in die abstrakte Malerei. Klees Arbeiten sind klein und zeichnerisch, Munchs Gemälde sind gegenständlich, Förgs Schöpfungen hingegen sind monumental und malerisch. Förg erreicht in seinen berühmten Gitterbildern eine enorme Farbwucht und Stärke, die allein aus der Leuchtkraft der Farbe und dem Kontrast aus Fläche und Struktur gewonnen wird. [EH]





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