Auktion: 612 / Evening Sale am 04.12.2026 in München → Lot 126000750
Rahmenbild
Rahmenbild
126000750
Conrad Felixmüller
Herbst in Klotzsche / Das eingeschlafene Modell II, 1920/1940.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126000750
Conrad Felixmüller
Herbst in Klotzsche / Das eingeschlafene Modell II, 1920/1940.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 250.000 - 350.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Conrad Felixmüller
1897 - 1977
Herbst in Klotzsche / Das eingeschlafene Modell II. 1920/1940.
Öl auf Leinwand.
"Herbst in Klotzsche" links unten signiert und verso "Das eingeschlafene Modell" ebenfalls links unten signiert und datiert. 95 x 95 cm (37,4 x 37,4 in).
Das Gemälde verso "Das eingeschlafene Modell II" ist in Felixmüllers Gemäldeverzeichnis und der Nummer 847 aufgeführt. [CH].
• BEDEUTEND Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gelten als die zentrale und beste Schaffensphase im Œuvre Conrad Felixmüllers.
• ZEITGESCHICHTE Eine jener ausdrucksstarken Arbeiten, in denen der Künstler die traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und die existenzielle Orientierungssuche der Nachkriegszeit verarbeitet.
• FRÜHE WÜRDIGUNG Bereits 1921 im renommierten Kunstsalon Ludwig Schames, Frankfurt a. Main, und in der Kestner-Gesellschaft, Hannover, ausgestellt.
• SELTEN Bei den Figurenkompositionen der frühen Zwischenkriegsjahre handelt es sich um die gesuchtesten Arbeiten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• ZWEI GEMÄLDE Beidseitig bemalt, verso die Darstellung "Das eingeschlafene Modell II" von 1940.
Wir danken Dr. Mara Wantuch-Thole, LL.M. und Dr. Ewald Volhard sowie den Erben von Robert Graetz für die freundliche Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.
PROVENIENZ: Sammlung Robert Graetz, Berlin-Grunewald (1929 durch Tausch direkt vom Künstler, bis 1939).
Atelier des Künstlers (1939 vom Vorgenannten zurückerhalten, Rückseite 1940 fertiggestellt).
Sammlung Hanns-Conon von der Gabelentz, Schloss Poschwitz bei Altenburg.
Privatsammlung Sachsen-Anhalt (nach 1970 in Familienbesitz).
Sammlung Schweiz (2011 vom Vorgenannten erworben, Ketterer Kunst, München).
Gütliche Einigung mit den Erben von Robert Graetz (2026).
Das Angebot erfolgt in freundlichem Einvernehmen mit den Erben nach Robert Graetz. Das Werk ist frei von Restitutionsansprüchen.
AUSSTELLUNG: Felixmüller, Kunstsalon Ludwig Schames, Frankfurt a. Main, Januar 1921, Kat.-Nr. 22.
44. Ausstellung in zwei Abteilungen. Aquarelle moderner Künstler und Gemälde von Conrad Felixmüller, Kestner-Gesellschaft, Hannover, 28.8.-25.9.1921, Kat.-Nr. 214 (anschließend in Düsseldorf und in Hamburg).
Sommer-Ausstellung. Neuerscheinungen 1920/1921, Graphisches Kabinett I. B. Neumann, Berlin, Juli/August 1921, Kat.-Nr. 6.
LITERATUR: Heinz Spielmann (Hrsg.), Titus Felixmüller (Bearb.), Conrad Felixmüller. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde, Köln 1996, WVZ-Nr. 223 (Farbtafel 16, S. 71) und WVZ-Nr. 847 (Farbtafel 93, S. 155).
- -
Angelika Enderlein, Der Berliner Kunsthandel in der Weimarer Republik und im NS-Staat. Zum Schicksal der Sammlung Graetz, Berlin 2006, S. 202, 249.
Angelika Enderlein, Aufbau und Verlust - Die moderne Sammlung Robert Graetz, in: Werke und Werte. Über das Handeln und Sammeln von Kunst im Nationalsozialismus, Berlin 2012, S. 114f.
Ketterer Kunst, München, 386. Auktion, 10.12.2011, Los 79 (m. Abb.).
1897 - 1977
Herbst in Klotzsche / Das eingeschlafene Modell II. 1920/1940.
Öl auf Leinwand.
"Herbst in Klotzsche" links unten signiert und verso "Das eingeschlafene Modell" ebenfalls links unten signiert und datiert. 95 x 95 cm (37,4 x 37,4 in).
Das Gemälde verso "Das eingeschlafene Modell II" ist in Felixmüllers Gemäldeverzeichnis und der Nummer 847 aufgeführt. [CH].
• BEDEUTEND Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gelten als die zentrale und beste Schaffensphase im Œuvre Conrad Felixmüllers.
• ZEITGESCHICHTE Eine jener ausdrucksstarken Arbeiten, in denen der Künstler die traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und die existenzielle Orientierungssuche der Nachkriegszeit verarbeitet.
• FRÜHE WÜRDIGUNG Bereits 1921 im renommierten Kunstsalon Ludwig Schames, Frankfurt a. Main, und in der Kestner-Gesellschaft, Hannover, ausgestellt.
• SELTEN Bei den Figurenkompositionen der frühen Zwischenkriegsjahre handelt es sich um die gesuchtesten Arbeiten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt.
• ZWEI GEMÄLDE Beidseitig bemalt, verso die Darstellung "Das eingeschlafene Modell II" von 1940.
Wir danken Dr. Mara Wantuch-Thole, LL.M. und Dr. Ewald Volhard sowie den Erben von Robert Graetz für die freundliche Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.
PROVENIENZ: Sammlung Robert Graetz, Berlin-Grunewald (1929 durch Tausch direkt vom Künstler, bis 1939).
Atelier des Künstlers (1939 vom Vorgenannten zurückerhalten, Rückseite 1940 fertiggestellt).
Sammlung Hanns-Conon von der Gabelentz, Schloss Poschwitz bei Altenburg.
Privatsammlung Sachsen-Anhalt (nach 1970 in Familienbesitz).
Sammlung Schweiz (2011 vom Vorgenannten erworben, Ketterer Kunst, München).
Gütliche Einigung mit den Erben von Robert Graetz (2026).
Das Angebot erfolgt in freundlichem Einvernehmen mit den Erben nach Robert Graetz. Das Werk ist frei von Restitutionsansprüchen.
AUSSTELLUNG: Felixmüller, Kunstsalon Ludwig Schames, Frankfurt a. Main, Januar 1921, Kat.-Nr. 22.
44. Ausstellung in zwei Abteilungen. Aquarelle moderner Künstler und Gemälde von Conrad Felixmüller, Kestner-Gesellschaft, Hannover, 28.8.-25.9.1921, Kat.-Nr. 214 (anschließend in Düsseldorf und in Hamburg).
Sommer-Ausstellung. Neuerscheinungen 1920/1921, Graphisches Kabinett I. B. Neumann, Berlin, Juli/August 1921, Kat.-Nr. 6.
LITERATUR: Heinz Spielmann (Hrsg.), Titus Felixmüller (Bearb.), Conrad Felixmüller. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde, Köln 1996, WVZ-Nr. 223 (Farbtafel 16, S. 71) und WVZ-Nr. 847 (Farbtafel 93, S. 155).
- -
Angelika Enderlein, Der Berliner Kunsthandel in der Weimarer Republik und im NS-Staat. Zum Schicksal der Sammlung Graetz, Berlin 2006, S. 202, 249.
Angelika Enderlein, Aufbau und Verlust - Die moderne Sammlung Robert Graetz, in: Werke und Werte. Über das Handeln und Sammeln von Kunst im Nationalsozialismus, Berlin 2012, S. 114f.
Ketterer Kunst, München, 386. Auktion, 10.12.2011, Los 79 (m. Abb.).
Zwei Seiten einer Epoche: Conrad Felixmüllers Doppelgemälde und das Schicksal der Sammlung Robert Graetz
Existenzielle Entfremdung und frühe Meisterschaft
Das um 1920 entstandene Gemälde "Herbst in Klotzsche" zählt zu den ausdrucksstärksten Arbeiten im Schaffen von Conrad Felixmüller. Mit wildem, ungezähmtem Strich zu Beginn der 1920er-Jahre auf die Leinwand gebracht, reflektiert das Werk eindringlich die Erschütterung einer jungen Künstlergeneration, die das Trauma des verlorenen Weltkrieges zu verarbeiten suchte. Im Zentrum steht ein eng verbundenes Paar. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es der Künstler selbst mit seiner jungen Ehefrau Londa. Eine tiefe, schutzsuchende Intimität wird durch die ineinandergelegten Hände und die parallele Haltung der geneigten Köpfe spürbar. Zugleich wirkt das Paar eigentümlich isoliert vor einer melancholischen, fast entleerten Vorstadtlandschaft. Die markant kubistische Schematisierung der Gesichtszüge verleiht der Komposition existenzielle Schwere: Hier verdichtet sich die quälende Grundfrage der frühen Nachkriegszeit: das ungelöste "Wohin?" nach dem Weltenbrand.
Der radikale Stilbruch
Mit der Hinwendung zur Neuen Sachlichkeit vollzog Felixmüller jedoch einen kompromisslosen Bruch mit seiner eigenen Vergangenheit. Seine expressionistische Frühphase verwarf er vehement; er wollte die einstige expressive Manier förmlich aus seinem Gesamtwerk tilgen. Bekanntlich forderte er frühe Arbeiten gezielt von Sammlern und Galeristen zurück, um sie zu übermalen oder zu vernichten. Als "Herbst in Klotzsche" 1939 in sein Atelier zurückkehrte, spannte er die Leinwand kurzerhand um und vollendete 1940 auf der Rückseite "Das eingeschlafene Modell". Das frühe Meisterwerk galt damit offiziell als ausgelöscht; im handschriftlichen Werkverzeichnis strich der Maler den Eintrag eigenhändig mit Rotstift.
Auf der neuen Schauseite entwarf Felixmüller ein meisterhaftes Interieur in der kühlen Diktion um 1940: Dem ruhenden Frauenakt ist jede Provokation genommen, das bürgerliche Schönheitsideal scheint zu triumphieren. Doch die meisterliche Raffinesse bricht sich die Bahn: die frivol vor dem Bett hingeworfenen roten Schuhe, das im Geiste der Avantgarde "in die Fläche geklappte" Parkett, die dynamische Diagonale der Komposition und das leuchtende Kolorit des Bettzeugs zeugen von ungebrochener Virtuosität. Dass Felixmüller die frühe Komposition, nun auf der Rückseite, unter einer Farbschicht lediglich verbarg, anstatt sie zu zerstören, erweist sich heute als Glücksfall. Denn so entstand ein singuläres Doppelbild: der "ganze Felixmüller" auf den zwei Seiten einer Leinwand.
Robert Graetz: Mäzen der Moderne im Berliner Grunewald
Zwei Seiten hatte auch das Leben des Mannes, in dessen Eigentum sich "Herbst in Klotzsche" bis zu jener Rückkehr im Schicksalsjahr 1939 befand. Es war der Berliner Textilunternehmer Robert Graetz (1878–1945). Gemeinsam mit Partnern hatte Graetz 1907 die renommierte Damenmantelfirma "Glass & Graetz" am Berliner Hausvogteiplatz gegründet – im Tausch gegen einen Mantel für Londa Felixmüller wechselte 1929 auch "Herbst in Klotzsche" zu ihm. Beraten von seinem Bruder Hugo, dem Geschäftsführer der revolutionären "Novembergruppe", baute Robert Graetz ab Beginn der 1920er-Jahre eine herausragende Kollektion moderner Kunst auf. Seine Grunewald-Villa in der Erdener Straße beherbergte rund 200 Spitzenwerke, Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Käthe Kollwitz und Plastiken von Ernst Barlach. Graetz war lebensfroher, zugewandter Mittelpunkt des Berliner Kulturlebens und stellte seine Schätze wiederholt dem Kronprinzen-Palais für Ausstellungen zur Verfügung.
Verfolgung, Enteignung und Deportation
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann die systematische Vernichtung dieser Existenz. Antisemitische Verfolgungsmaßnahmen zwangen die Firma 1939 zur Liquidation; erdrückende Zwangsabgaben fraßen das Vermögen auf. Graetz musste Immobilien unter Wert abstoßen und seine Villa räumen. Im Februar 1941 versteigerte das Auktionshaus Gerhard Harms den verbliebenen Hausrat, die Kunstsammlung hatte Graetz bei mehreren Speditionen eingelagert und bei Freunden deponiert. Graetz selbst wurde in ein sogenanntes Judenhaus in Berlin-Schöneberg zwangseingewiesen. Als er am 14. April 1942 seine Schwester Selma am Bahnhof Grunewald vor deren Deportation verabschieden wollte, wurde er von der Gestapo willkürlich festgesetzt und im "14. Osttransport" in das Warschauer Ghetto deportiert. Den Holocaust überlebte Robert Graetz nicht.
Hinter den beiden Seiten des Doppelwerkes von Conrad Felixmüller spiegelt sich die deutsche Geschichte in ihren extremen Widersprüchen: hier der expressive Aufbruchsgeist der Weimarer Republik und ein lebensfroher Sammler in der Mitte der Gesellschaft, dort die Verfemung und Verfolgung des NS-Terrors. Nicht nur ein Kunstwerk verschwand – auch ein Leben. Dass "Herbst in Klotzsche / Das eingeschlafene Modell" heute in bestem, vertrauensvollem Einvernehmen mit den Erben nach Robert Graetz angeboten werden kann, verleiht diesem musealen Werk über seine kunsthistorische Bedeutung hinaus höchsten historischen Wert. [AT]
Existenzielle Entfremdung und frühe Meisterschaft
Das um 1920 entstandene Gemälde "Herbst in Klotzsche" zählt zu den ausdrucksstärksten Arbeiten im Schaffen von Conrad Felixmüller. Mit wildem, ungezähmtem Strich zu Beginn der 1920er-Jahre auf die Leinwand gebracht, reflektiert das Werk eindringlich die Erschütterung einer jungen Künstlergeneration, die das Trauma des verlorenen Weltkrieges zu verarbeiten suchte. Im Zentrum steht ein eng verbundenes Paar. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es der Künstler selbst mit seiner jungen Ehefrau Londa. Eine tiefe, schutzsuchende Intimität wird durch die ineinandergelegten Hände und die parallele Haltung der geneigten Köpfe spürbar. Zugleich wirkt das Paar eigentümlich isoliert vor einer melancholischen, fast entleerten Vorstadtlandschaft. Die markant kubistische Schematisierung der Gesichtszüge verleiht der Komposition existenzielle Schwere: Hier verdichtet sich die quälende Grundfrage der frühen Nachkriegszeit: das ungelöste "Wohin?" nach dem Weltenbrand.
Der radikale Stilbruch
Mit der Hinwendung zur Neuen Sachlichkeit vollzog Felixmüller jedoch einen kompromisslosen Bruch mit seiner eigenen Vergangenheit. Seine expressionistische Frühphase verwarf er vehement; er wollte die einstige expressive Manier förmlich aus seinem Gesamtwerk tilgen. Bekanntlich forderte er frühe Arbeiten gezielt von Sammlern und Galeristen zurück, um sie zu übermalen oder zu vernichten. Als "Herbst in Klotzsche" 1939 in sein Atelier zurückkehrte, spannte er die Leinwand kurzerhand um und vollendete 1940 auf der Rückseite "Das eingeschlafene Modell". Das frühe Meisterwerk galt damit offiziell als ausgelöscht; im handschriftlichen Werkverzeichnis strich der Maler den Eintrag eigenhändig mit Rotstift.
Auf der neuen Schauseite entwarf Felixmüller ein meisterhaftes Interieur in der kühlen Diktion um 1940: Dem ruhenden Frauenakt ist jede Provokation genommen, das bürgerliche Schönheitsideal scheint zu triumphieren. Doch die meisterliche Raffinesse bricht sich die Bahn: die frivol vor dem Bett hingeworfenen roten Schuhe, das im Geiste der Avantgarde "in die Fläche geklappte" Parkett, die dynamische Diagonale der Komposition und das leuchtende Kolorit des Bettzeugs zeugen von ungebrochener Virtuosität. Dass Felixmüller die frühe Komposition, nun auf der Rückseite, unter einer Farbschicht lediglich verbarg, anstatt sie zu zerstören, erweist sich heute als Glücksfall. Denn so entstand ein singuläres Doppelbild: der "ganze Felixmüller" auf den zwei Seiten einer Leinwand.
Robert Graetz: Mäzen der Moderne im Berliner Grunewald
Zwei Seiten hatte auch das Leben des Mannes, in dessen Eigentum sich "Herbst in Klotzsche" bis zu jener Rückkehr im Schicksalsjahr 1939 befand. Es war der Berliner Textilunternehmer Robert Graetz (1878–1945). Gemeinsam mit Partnern hatte Graetz 1907 die renommierte Damenmantelfirma "Glass & Graetz" am Berliner Hausvogteiplatz gegründet – im Tausch gegen einen Mantel für Londa Felixmüller wechselte 1929 auch "Herbst in Klotzsche" zu ihm. Beraten von seinem Bruder Hugo, dem Geschäftsführer der revolutionären "Novembergruppe", baute Robert Graetz ab Beginn der 1920er-Jahre eine herausragende Kollektion moderner Kunst auf. Seine Grunewald-Villa in der Erdener Straße beherbergte rund 200 Spitzenwerke, Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Käthe Kollwitz und Plastiken von Ernst Barlach. Graetz war lebensfroher, zugewandter Mittelpunkt des Berliner Kulturlebens und stellte seine Schätze wiederholt dem Kronprinzen-Palais für Ausstellungen zur Verfügung.
Verfolgung, Enteignung und Deportation
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann die systematische Vernichtung dieser Existenz. Antisemitische Verfolgungsmaßnahmen zwangen die Firma 1939 zur Liquidation; erdrückende Zwangsabgaben fraßen das Vermögen auf. Graetz musste Immobilien unter Wert abstoßen und seine Villa räumen. Im Februar 1941 versteigerte das Auktionshaus Gerhard Harms den verbliebenen Hausrat, die Kunstsammlung hatte Graetz bei mehreren Speditionen eingelagert und bei Freunden deponiert. Graetz selbst wurde in ein sogenanntes Judenhaus in Berlin-Schöneberg zwangseingewiesen. Als er am 14. April 1942 seine Schwester Selma am Bahnhof Grunewald vor deren Deportation verabschieden wollte, wurde er von der Gestapo willkürlich festgesetzt und im "14. Osttransport" in das Warschauer Ghetto deportiert. Den Holocaust überlebte Robert Graetz nicht.
Hinter den beiden Seiten des Doppelwerkes von Conrad Felixmüller spiegelt sich die deutsche Geschichte in ihren extremen Widersprüchen: hier der expressive Aufbruchsgeist der Weimarer Republik und ein lebensfroher Sammler in der Mitte der Gesellschaft, dort die Verfemung und Verfolgung des NS-Terrors. Nicht nur ein Kunstwerk verschwand – auch ein Leben. Dass "Herbst in Klotzsche / Das eingeschlafene Modell" heute in bestem, vertrauensvollem Einvernehmen mit den Erben nach Robert Graetz angeboten werden kann, verleiht diesem musealen Werk über seine kunsthistorische Bedeutung hinaus höchsten historischen Wert. [AT]
Hauptsitz
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München
Tel.: +49 (0)89 55 244-0
Fax: +49 (0)89 55 244-177
info@kettererkunst.de
Louisa von Saucken / Undine Schleifer
Holstenwall 5
20355 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 37 49 61-0
Fax: +49 (0)40 37 49 61-66
infohamburg@kettererkunst.de
Dr. Simone Wiechers
Fasanenstr. 70
10719 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 67 53-63
Fax: +49 (0)30 88 67 56-43
infoberlin@kettererkunst.de
Cordula Lichtenberg
Gertrudenstraße 24-28
50667 Köln
Tel.: +49 (0)221 510 908-15
infokoeln@kettererkunst.de
Hessen
Rheinland-Pfalz
Miriam Heß
Tel.: +49 (0)62 21 58 80-038
Fax: +49 (0)62 21 58 80-595
infoheidelberg@kettererkunst.de
Nico Kassel, M.A.
Tel.: +49 (0)89 55244-164
Mobil: +49 (0)171 8618661
n.kassel@kettererkunst.de
Wir informieren Sie rechtzeitig.



