Auktion: 612 / Evening Sale am 04.12.2026 in München → Lot 126001220

126001220
Günther Förg
Untitled, 2002.
Acryl auf Leinwand
Schätzpreis: € 150.000 - 250.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
126001220
Günther Förg
Untitled, 2002.
Acryl auf Leinwand
Schätzpreis: € 150.000 - 250.000
Informationen zu Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung sind ab vier Wochen vor Auktion verfügbar.
Günther Förg
1952 - 2013
Untitled. 2002.
Acryl auf Leinwand.
Rechts oben signiert und datiert. 150 x 250 cm (59 x 98,4 in). [AW].
• GITTERBILDER Gelten als die Höhepunkte in Günther Förgs Œuvre.
• ESSENZ Bemerkenswerte Reduktion auf Farbe, Form und Struktur – die Malerei selbst wird zum Protagonisten.
• HOMMAGE an die leuchtende Farbpalette und meisterhafte Linienführung Edvard Munchs, Paul Klees und Claude Monets.
• MUSEAL "Gitterbilder" befinden sich in international renommierten Museen, darunter das Stedelijk Museum, Amsterdam, das Kunstmuseum Basel und die Pinakothek der Moderne, München.
Das Werk ist unter der Nummer WVF.02.B.0413 im Archiv des Estate Günther Förg registriert.
PROVENIENZ: Privatsammlung.
Galerie Max Hetzler, Berlin (2006 vom Vorgenannten erworben, Lempertz).
Privatsammlung (vom Vorgenannten erworben).
LITERATUR: Lempertz, Köln, 897. Auktion, 30.11.2006, Los 607 (m. Farbabb. S. 86).
1952 - 2013
Untitled. 2002.
Acryl auf Leinwand.
Rechts oben signiert und datiert. 150 x 250 cm (59 x 98,4 in). [AW].
• GITTERBILDER Gelten als die Höhepunkte in Günther Förgs Œuvre.
• ESSENZ Bemerkenswerte Reduktion auf Farbe, Form und Struktur – die Malerei selbst wird zum Protagonisten.
• HOMMAGE an die leuchtende Farbpalette und meisterhafte Linienführung Edvard Munchs, Paul Klees und Claude Monets.
• MUSEAL "Gitterbilder" befinden sich in international renommierten Museen, darunter das Stedelijk Museum, Amsterdam, das Kunstmuseum Basel und die Pinakothek der Moderne, München.
Das Werk ist unter der Nummer WVF.02.B.0413 im Archiv des Estate Günther Förg registriert.
PROVENIENZ: Privatsammlung.
Galerie Max Hetzler, Berlin (2006 vom Vorgenannten erworben, Lempertz).
Privatsammlung (vom Vorgenannten erworben).
LITERATUR: Lempertz, Köln, 897. Auktion, 30.11.2006, Los 607 (m. Farbabb. S. 86).
Günther Förgs "Untitled" aus dem Jahr 2002 entfaltet ein dichtes, sich kreuzendes Geflecht leuchtend grüner Linien. Schwungvoll überzieht es die Leinwand und zieht den Blick in eine vibrierende Bildfläche, die zugleich räumliche Tiefe suggeriert und deren Illusion befragt. Mit seiner sinnlichen Farbigkeit und der markanten Präsenz der Pinselführung erweist sich das Werk als eindrucksvolles Beispiel jener "Gitterbilder", mit denen Förg seit den frühen 1990er Jahren sein malerisches Œuvre entscheidend erweitert.
Die Gitterbilder markieren eine Abkehr von den expressiven, monochromen Arbeiten seiner früheren Schaffensphase. In ihnen verbindet Förg vertikale und horizontale Linien zu offenen, intuitiv entwickelten Strukturen. Die Serie knüpft an seine Fenster-Aquarelle an, überführt deren lineare Ordnung jedoch in großformatige, eigenständig malerische Kompositionen. An die Stelle einer primär konzeptuellen Auseinandersetzung mit dem Bild tritt ein ausgeprägt sinnliches Verständnis von Malerei: Farbe, Geste und Oberfläche werden zu gleichberechtigten Akteuren. Förg formuliert sein Anliegen wie folgt: "Gemälde zu schaffen, die auf die Malerei selbst, auf ihr eigenes Wesen reduziert sind" (Günther Förg, 1989, zit. nach: Günther Förg In His Own Words, Hauser & Wirth, 3.5.2019).
Günther Förgs künstlerische Entwicklung erscheint dabei als fortwährender Dialog mit der Kunstgeschichte. Schon früh setzt er sich mit Blinky Palermo auseinander. Später werden Positionen des amerikanischen Action- und Color-Field-Painting zu wichtigen Bezugspunkten. Für die Gitterbilder sind insbesondere Paul Klees lineare Strukturen, die Farbwahl eines Claude Monet in seinen "Nymphéas" und das Spätwerk Edvard Munchs aufschlussreich. Förg übernimmt solche Impulse jedoch nicht unmittelbar, sondern transformiert sie in eine eigenständige, abstrakte Bildsprache. Die monumentale, rein malerische Präsenz seiner Kompositionen unterscheidet sie ebenso von Klees zeichnerisch geprägten Aquarellen wie von Munchs gegenständlichen Gemälden. Zugleich erinnern die lyrische, bisweilen vehemente Pinselführung und die strahlende Farbigkeit an die gestische Abstraktion eines Willem de Kooning und die Farbfeldmalerei Barnett Newmans.
In "Untitled" begegnen sich systematische Ordnung und spontane Setzung, expressive Geste und präzise Komposition. Das grüne Liniennetz lässt die monumentale Leinwand als Bildraum erscheinen und verweist zugleich auf ihre konkrete Materialität. Farbe wird dabei nicht zum bloßen Mittel der Darstellung, sondern zum lebendigen Protagonisten. So verdichtet Förg kunsthistorische Referenzen zu einer unverwechselbaren Bildaussage: sinnlich unmittelbar, formal reflektiert und von nachhaltiger visueller Präsenz. [AW]
Die Gitterbilder markieren eine Abkehr von den expressiven, monochromen Arbeiten seiner früheren Schaffensphase. In ihnen verbindet Förg vertikale und horizontale Linien zu offenen, intuitiv entwickelten Strukturen. Die Serie knüpft an seine Fenster-Aquarelle an, überführt deren lineare Ordnung jedoch in großformatige, eigenständig malerische Kompositionen. An die Stelle einer primär konzeptuellen Auseinandersetzung mit dem Bild tritt ein ausgeprägt sinnliches Verständnis von Malerei: Farbe, Geste und Oberfläche werden zu gleichberechtigten Akteuren. Förg formuliert sein Anliegen wie folgt: "Gemälde zu schaffen, die auf die Malerei selbst, auf ihr eigenes Wesen reduziert sind" (Günther Förg, 1989, zit. nach: Günther Förg In His Own Words, Hauser & Wirth, 3.5.2019).
Günther Förgs künstlerische Entwicklung erscheint dabei als fortwährender Dialog mit der Kunstgeschichte. Schon früh setzt er sich mit Blinky Palermo auseinander. Später werden Positionen des amerikanischen Action- und Color-Field-Painting zu wichtigen Bezugspunkten. Für die Gitterbilder sind insbesondere Paul Klees lineare Strukturen, die Farbwahl eines Claude Monet in seinen "Nymphéas" und das Spätwerk Edvard Munchs aufschlussreich. Förg übernimmt solche Impulse jedoch nicht unmittelbar, sondern transformiert sie in eine eigenständige, abstrakte Bildsprache. Die monumentale, rein malerische Präsenz seiner Kompositionen unterscheidet sie ebenso von Klees zeichnerisch geprägten Aquarellen wie von Munchs gegenständlichen Gemälden. Zugleich erinnern die lyrische, bisweilen vehemente Pinselführung und die strahlende Farbigkeit an die gestische Abstraktion eines Willem de Kooning und die Farbfeldmalerei Barnett Newmans.
In "Untitled" begegnen sich systematische Ordnung und spontane Setzung, expressive Geste und präzise Komposition. Das grüne Liniennetz lässt die monumentale Leinwand als Bildraum erscheinen und verweist zugleich auf ihre konkrete Materialität. Farbe wird dabei nicht zum bloßen Mittel der Darstellung, sondern zum lebendigen Protagonisten. So verdichtet Förg kunsthistorische Referenzen zu einer unverwechselbaren Bildaussage: sinnlich unmittelbar, formal reflektiert und von nachhaltiger visueller Präsenz. [AW]
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