Auktion: 412 / Alte Meister am 22.11.2013 in München Lot 54

 

54
Harmensz. Rembrandt van Rijn
Der Quacksalber, 1635.
Radierung
Schätzung:
€ 5.000
Ergebnis:
€ 8.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Der Quacksalber. 1635.
Radierung.
Bartsch 129. Biörklund/Barnard 35-G. White/Boon 129. Nowell-Usticke 129. In der Platte signiert und datiert. Ganz ausgezeichneter Druck des einzigen Zustands auf Bütten, minimal innerhalb der Plattenkante beschnitten. 7,4 x 3,4 cm (2,9 x 1,3 in), blattgroß.
Verso schwer lesbarer Sammlerstempel in Blau. [CB].

"Der Quacksalber" ist ein schönes Beispiel einer ganzen Reihe von Radierungen Rembrandts, in denen er die verschiedenen Charaktere der Straße porträtiert. Die Figur des leicht exzentrischen Händlers von Elixieren und wundersamen Mixturen inspiriert zahlreiche Künstler im 17. Jahrhundert. Oftmals wird er beladen mit Krügen und Flaschen dargestellt, aber auch die leichter ausgestattete Figur wie hier bei Rembrandt findet sich ebenso bei Jan van Vliet und Pieter Jansz. Quast. Dieser Quacksalber trägt längst unmodern gewordene und dandyhaft wirkende Kleidung, so wie sie oftmals bei parodierenden Theater-Charakteren auf der Bühne zu finden ist. Rembrandts Figurendarstellungen der Straßenhändler und Bettler ist inspiriert von Jaques Callot, dessen Serie "Les Gueux" (Die Bettler) 1622 erscheint. Doch schnell entwickelt Rembrandt einen ganz eigenen Stil, der wesentlich detailreicher in der Darstellung der unterschiedlichen Materialien und der Schattierungen ist. Anders als bei Callot sind die vielen Figurenblätter Rembrandts keine feste Folge, sondern erscheinen lose über mehrere Jahre hinweg. Sie sind beim Publikum sehr erfolgreich und formen schon bald ein neues Genre. Zahlreiche andere Künstler wie beispielsweise Salomon Savery, Gillis van Schendel, Abraham Bloemaert und Adriaen van Ostade werden zu ähnlichen Darstellungen inspiriert. (Vgl. Jan Piet Filedt Kok, Rembrandt. Etchings & Drawings in the Rembrandt House, Amsterdam 1972, S. 102 u. 108f.) [CB].




54
Harmensz. Rembrandt van Rijn
Der Quacksalber, 1635.
Radierung
Schätzung:
€ 5.000
Ergebnis:
€ 8.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)