Auktion: 522 / Klassische Moderne Teil II am 11.12.2021 in München Lot 400

 

400
Max Slevogt
Gärtner vor dem Haus, 1910.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Gärtner vor dem Haus. 1910.
Öl auf Leinwand.
Links unten signiert und datiert. Verso mit dem Nachlassstempel, dort schwer leserlich datiert und bezeichnet. 78 x 62,5 cm (30,7 x 24,6 in).
Rückseitig auf dem Keilrahmen mit einem Etikett, dieses handschriftlich bezeichnet: "13729 Slevogt Gärtner".
• Die Gemälde um 1910 gehören zu den gesuchtesten des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt (Quelle: artprice.com)
• Das Werk war noch dieses Jahr in der Ausstellung "Licht, Luft und Farbe. Malerei süddeutscher Impressionisten" zu sehen.
• Das Landhaus in Godramstein mit seinem umliegenden Garten gehört zu den begehrtesten Motiven Slevogts
.

Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde von Bernhard Geil mündlich bestätigt.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Kunstsalon Cassirer, Berlin (verso mit dem Etikett).
Privatsammlung Baden-Württemberg (wohl bei Carl Nicolai, Bad Kohlgrub, erworben).
Seither in Familienbesitz.

AUSSTELLUNG: Licht, Luft und Farbe. Malerei süddeutscher Impressionisten, Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, 12.9.2020-10.1.2021/Gemäldegalerie Dachau, 11.6.-10.10.2021 (mit Farbabb.).

"Das Auge ist kein Instrument, kein Spiegel - es ist eine lebendige Weiterleitung in unserem Organismus.. Es sieht, was es sucht, und was es nicht versteht, sieht es nicht.. Das Auge sieht voller Einbildung, sieht voll Musik, Rhythmus und Trunkenheit."
Max Slevogt, 1928, zit. nach: Katalogvorwort zu Slevogts Ausstellung in der Preußischen Akademie der Künste zu Berlin, 1928.

Aufrufzeit: 11.12.2021 - ca. 17.00 h +/- 20 Min.

"Das Auge ist kein Instrument, kein Spiegel", beschreibt Max Slevogt 1928 die eigene Auffassung der menschlichen Wahrnehmung. Eine deutliche Hinwendung zu einer stärker vom Impressionismus beeinflussten Darstellungsweise wird in Slevogts Œuvre bereits ab etwa 1900 bemerkbar, mit der er sich zunehmend vom dunkeltonigen Realismus der Münchener Schule zugunsten einer stärker atmosphärisch geprägten Landschaftsauffassung entfernt. Um 1910 entsteht in diesem Zusammenhang eine Reihe an Pfälzer Darstellungen, in denen Slevogt die Ortschaft Godramstein bei Landau zum Motiv einiger Landschaftsgemälde erhebt. Insbesondere das dortige Landhaus, das sich im Besitz der Familie seiner Ehefrau befindet, inspiriert Slevogt zu einer Reihe von Gemälden in spontanem Duktus, zu der auch unser Bild gehört. Folgt man Johannes Guthmann, verband Slevogt eine besondere Beziehung mit dem dargestellten Anwesen, da es ihn an das Landhaus Édouard Manets in Rueil erinnerte (vgl. Hans-Jürgen Imiela, Max Slevogt, Karlsruhe 1968, S. 149).
Im Jahr 1910 – der Zeit, zu der unser Gemälde entsteht – verbringt Slevogt Sommer und Herbst im Landhaus in Godramstein. Mit „Gärtner vor dem Haus“ schafft er dabei ein eindrückliches Zeugnis seines besonderen Geschicks, die Merkmale einer Landschaft in ein spannungsreiches Motiv zu übersetzen. Im Unterschied zu weiteren Darstellungen, in denen Slevogt uns einen Blick auf die Godramsteiner Villa gewährt, erhalten wir anhand dieses Gemäldes eine außergewöhnliche Perspektive auf Haus und Garten, eingebettet in eine stimmungsvolle, herbstliche Szenerie. Die in spontan wirkender, beinahe skizzenhafter Manier angelegten Herbstbäume bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den pastos ausgeführten Bildelementen wie der genrehaften Figur des Gärtners, die den besonderen optischen Reiz des Gemäldes untermauern.
Slevogts Hingabe für die Freiluftmalerei zeigt sich in diesem Gemälde mit besonderer Deutlichkeit. Mit feinem Gespür erfasst er die atmosphärischen Eigenschaften der ihn umgebenden Natur, die er durch den effektvoll variierten Farbauftrag und die gekonnt eingesetzte Farbigkeit in ein erlebbares Naturschauspiel verwandelt. [AM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Max Slevogt "Gärtner vor dem Haus"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
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Für Originalkunstwerke und Fotographien wird zur Abgeltung des gemäß §26 UrhG anfallenden Folgerechts eine Umlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer erhoben.