Auktion: 500 / Evening Sale am 17.07.2020 in München Lot 120000048

 
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120000048
Yves Klein
Monochrome bleu, 1959.
Kunstharz
Schätzpreis: € 140.000 - 180.000
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Objektbeschreibung
Monochrome bleu. 1959.
Pigment und Kunstharz auf Papier, auf Holz aufgelegt.
Nicht bei Wember. Verso signiert und datiert. 21,6 x 18 cm (8,5 x 7 in), blattgroß. Holz: 22,6 x 19 cm (8,9 x 7,5 in).
Laut Paul Wember entsteht die Arbeit 1959 als Beilage zu einem Buch, das im selben Jahr von Pol Bury herausgegeben werden sollte. Die Arbeit ist inhaltlich der im Werkverzeichnis Wember verzeichneten Werkgruppe IKB 145-151 zuzuordnen.
• Yves Klein gilt als Meister der Monochromie
• Der Künstler versteht es, sein patentiertes Pigment auf einzigartige Weise mit dem Bildträger zu verbinden
• Die Farbe "International Klein Blue" (IKB) = materialisierte Sensibilität
• Von hypnotischer Anziehungskraft
• Ausführliche, namhafte Provenienz
• Seit fast fünf Jahrzehnten in süddeutschem Privatbesitz
.

Verso mit einer schriftlichen Bestätigung von Rotraut Klein-Moquay vom 21. Oktober 1979.
Mit einer schriftlichen Bestätigung von Dr. Paul Wember, Kaiser Wilhelm Museum/Museum Haus Lange, Krefeld, vom 25. Oktober 1972.

PROVENIENZ: Galerie Iris Clert, Paris.
Galerie Jacques Tronche, Paris.
Sammlung James Wise, Tourrettes sur Loup, Frankreich (vom Vorgenannten erworben).
Galleria Blu, Mailand (1969 vom Vorgenannten erworben).
Galerie Hans-Jürgen Müller, Köln.
Privatsammlung Süddeutschland (1972 vom Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Galerie Motte, Genf, 3. Auktion, 29.6.1969.
"[..] berauscht und voll befriedigt war ich, als ich das erste Mal eine einzige Farbe malte."
Yves Klein, zit. nach: Paul Wember, Yves Klein, Köln 1969.

Essay
Schon in jungen Jahren experimentiert Yves Klein mit der Wirkung einzelner Farben, verwendet unter anderem reines Orange, Rot, Gelb oder Blau und unterscheidet dabei zwischen freudigen, traurigen, zarten, heftigen, vulgären oder majestätischen Farben. Seine Hinwendung zur Monochromie geht seinen Zeitgenossen damals jedoch noch ein Stück zu weit. "Expression du Monde de la Couleur Mine Orange" wird 1955 vom Salon des Réalités Nouvelles abgelehnt mit der Begründung, es müsse in der Arbeit mindestens eine weitere Farbe vorkommen, um sie ausstellen zu können. Doch der Künstler hat sich zu diesem Zeitpunkt längst entschieden: In der monochromen, reinen Farbe entdeckt Klein für sich und seine Kunst die absolute Freiheit und verschreibt sich der Monochromie fortan voll und ganz. Sich selbst nennt er "Yves Le Monochrome", sein Tagebuch trägt den Titel "L’aventure monochrome". 1957 zeigt Klein in der Einzelausstellung "Proposte monochrome, epoca blu" (Monochrome Vorschläge, blaue Epoche) in der Mailänder Galleria Apollinaire dann erstmals sein tiefes Ultramarinblau, das sich bald zu seinem Markenzeichen entwickelt und das er sich 1960 als I.K.B. - International Klein Blue - sogar patentieren lässt. So wie die vorliegende, etwas spätere kleine Arbeit werden auch die damals ausgestellten Werke mit Abstand von der Wand entfernt gehängt, evozieren so eine gewisse Räumlichkeit und entfalten in der Betrachtung eine seltsame Tiefenwirkung. Der Bildträger wird gänzlich entmaterialisiert, der Betrachter muss sich nicht mit einer Entzifferung befassen, sondern taucht ein in ein tiefes Blau, begibt sich in einen fast meditativen Zustand. Durch die Monochromie löst Klein seine Malerei von der konventionellen Kunstauffassung und befreit sie damit auch von jeglicher Form der Zeichnung, Linienführung und farblicher Kontrastwirkung. Die übliche rationale Bewertung von Bildern wird in Frage gestellt, die sich zumeist an Motivik und handwerklich-künstlerischer Fertigkeit orientiert. Statt um die Aussagekraft von Malerei oder ihre Fähigkeit des Geschichtenerzählens geht es dem Künstler vielmehr um das Hervorrufen eines Gefühls. Durch die Entfernung jeglicher äußerer Verunreinigungen, wie beispielsweise das den Blick störende Ringen mehrerer zusammenwirkender Farben um die größte Aufmerksamkeit des Betrachters, kann ein Zustand von Kontemplation bzw. anderen Gefühlsaktivitäten erreicht werden. [CH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Yves Klein "Monochrome bleu"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.