Auktion: 500 / Evening Sale am 17.07.2020 in München Lot 120000925

 
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120000925
Imi Knoebel
Marilyn, 1995.
Öl auf Holz
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
+
Objektbeschreibung
Marilyn. 1995.
Öl auf Holz.
Verso signiert und datiert. Auf einem Etikett typografisch betitelt und bezeichnet. Unikat. 50 x 35 x 8,7 cm (19,6 x 13,7 x 3,4 in).

• Unikat aus der berühmten Werkserie der "Porträts"
• Knoebels konsequente Schöpfungen huldigen dem Eigenwert der Farbe und treiben Jawlenskys zeichenhafte Vereinfachung des menschlichen Antlitzes auf die Spitze
• Kraftvolle, aus den leuchtenden Komplimentärkontrasten Gelb-Blau und Rot-Cyan entwickelte Kombination
• 2017 würdigte die Sammlung Goetz, München, in der Ausstellung "Farb/Raum/Körper" Knoebels Schaffen im Kontext anderer zentraler Positionen der abstrakten Malerei
• Werke Imi Knoebels befinden sich in zahlreichen bedeutenden Sammlungen, wie dem Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin, dem K20/K21 - Kunstsammlung Nordrhein Westfalen und der Albertina, Wien
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PROVENIENZ: Galerie Fahnemann.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1996 vom Vorgenannten erworben).

"I thought: everything has been done already [..] Yves Klein has painted his canvas blue, Lucio Fontana has cut slashes into his. What’s left? If you want to do something, to stay alive, you have to think of something at least as radical."
Imi Knoebel im Interview mit The Guardian, 15. Juli 2015, zit. nach: www.theguardian.com

Essay
Die Werkreihe der "Porträts", zu der auch unsere Arbeit gehört, entsteht von 1991 bis 1995. Seit Ende der 1980er Jahre konzentriert sich Imi Knoebel ganz auf die Wirkung der Farbe. Um sich nicht von formalen Fragen ablenken zu lassen, entscheidet er sich für ein gleichbleibendes Fünferschema innerhalb eines Rechtecks, das in den theoretischen Überlegungen des Künstlers einem menschlichen Porträt ähnelt. Zunächst erprobt Knoebel das entwickelte Schema in der umfangreichen Werkserie "Grace Kelly", an die sich die "Porträts" mit ihrem leicht variierten Flächenverhältns anschließen. In einem kleineren Format, aber erheblich erweitertem Farbenspektrum mit immer neu angemischten, differenzierten Farbtönen entstehen verschieden benannte Porträts wie das unsere. Die fünf Teile jedes Bildes sind nicht nur farblich voneinander abgesetzt, sie werden auch durch Fugen akzentuiert, um so den Eigenwert der einzelnen Farbfelder zu steigern. Die en face gesehene Fläche lässt noch schwach an die schematisierten Gesichtszüge eines menschlichen Antlitzes denken. Dabei geht es weniger um die Abbildung realer Personen, sondern vielmehr um die übergeordnete Idee der Porträtmalerei. Wie bereits in der berühmten Marilyn-Folge Warhols angelegt und von Knöbel weitergeführt, ersetzt die stets nei variierte Farbwahl und ihr spezifisches Zusammenspiel die Individualität des Gesichts: "[..] der ganze Bildleib mit den kräftigen unbemalten Seitenteilen aus Holz atmet und verleiht so dem Gemälde die nötige Dichte, Wärme und Körperlichkeit, die mit dem Körper des Betrachters eine sinnliche Beziehung aufnimmt. Das Zusammenspiel der planen, aus fünf monochromen Farbfeldern zusammengesetzten Oberfläche und dem dreidimensionalen Bildkörper aus Holz suggeriert ein Doppelleben des Bildes als Gesicht und architektonische Fassade." (Hubertus Gaßner, Vierfelderwirtschaft – schwarz-weiß und farbig, in: Imi Knoebel, Retrospektive 1968–1996, Haus der Kunst, München, 23.8.-20.10.1996, Ostfildern-Stuttgart 1996, S. 57ff.).
Mit seinen berühmten, gleichformatigen "Porträts", die jede formale Porträthaftigkeit hinter sich lassen und allein durch die jeweils einzigartige Farbkombination zu malerischen Individuen werden, hat Knoebel die zeichenhafte Vereinfachung des menschlichen Antlitzes, wie sie in Jawlenskys berühmten "Meditationen" in enscheidender Weise angelegt war, künstlerisch auf die Spitze getrieben. Kein malerischer Duktus, keine zeichenhaften Binnenstrukturen lenken in Koebels einzigartig konseqenten Schöpfungen mehr von der alleinigen Wirkung der Farbe ab, und doch gelingt ihm allein durch den Bezug der Flächen das scheinbare Paradoxon, die figürliche Assoziation des menschlichen Gesichtes trotz der streng geometrischen Bildanlage beim Betrachter aufrechtzuerhalten. [JS]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Imi Knoebel "Marilyn"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.