Auktion: 514 / Evening Sale am 11.12.2020 in München Lot 253

 
253
Rupprecht Geiger
727/78 (Farbraum, Geist und Materie), 1978.
Acryl auf Leinwand
Schätzpreis: € 50.000 - 70.000
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Objektbeschreibung
727/78 (Farbraum, Geist und Materie). 1978.
Acryl auf Leinwand.
Dornacher/Geiger 695. Verso der umgeschlagenen Leinwand signiert, betitelt "FARBRAUM" und mit der Werknummer "727/78". Auf einer Rückenabdeckung signiert, datiert und mit den Maßangaben versehen (hier: 210 x 173). Verso auf dem Keilrahmen mit einem Richtungspfeil und der Bezeichnung "oben". 191 x 193,5 cm (75,1 x 76,1 in). [EH].

• Eines der frühesten Gemälde der "Farbräume", die er 1978 beginnt.
• Nur zwei Gemälde aus der Gruppe der "Farbräume" hat Rupprecht Geiger mit dem Titel "Geist und Materie" versehen.
• "Rote Farbe sehen, fühlen, hören, erfrischt, macht stark - gibt dir Kraft." (Geiger in: Rotbuch 1975/1978, o. S.).
• 1978 erste Retrospektive seines wegweisenden Werkes in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München.
• Prägnante Kombination von zwei geometrischen, archetypischen Formen
.

PROVENIENZ: Galerie Wilbrand, Köln.
Sammlung Deutsche Bank (beim Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Blind Date Istanbul. Sabanci University Sakip Sabanci Museum, Istanbul, 8.9.-1.11.2007.
Rupprecht Geiger - Malerei, Serigrafien, Modelle und Collagen aus sieben Jahrzehnten. Zum 100. Geburtstag des Künstlers, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, 15.12.2007-30.3.2008.

LITERATUR: Sarah Massumi, Werkbeschreibung 725/78 (Farbraum, Geist und Materie), 1978 (WV 693) [27.11.2014], in: Archiv Geiger Blog http://blog.archiv-geiger.de/rupprecht-geiger-werkubersicht-11-72578-farbraum-geist-und- materie-wv-693-1978/ (zuletzt aufgerufen am 18.9.2020).

"Ich glaube an den psychologischen Effekt von Farbe auf den Menschen."

Rupprecht Geiger, zit. nach: Pinc kommt! Rupprecht Geiger, Ausst.-Kat., The Schaufler Foundation, Dresden 2017, S. 19.

Aufrufzeit: 11.12.2020 - ca. 18.32 h +/- 20 Min.

Essay
Rupprecht Geiger entwickelt sein Werk mit großer Kontinuität. Schon in den späten 1940er Jahren setzt er sich als einer der ganz wenigen in Deutschland mit Bildformaten von unregelmäßiger Geometrie auseinander. Damals jedoch immer in einer Leinwand. Im Weiteren moduliert er scheinbar freischwebende Farbflächen mit fein abgestufter Modulation in eindringlicher Farbintensität. Das Motiv der gegensätzlichen Farbräume greift Rupprecht Geiger 1975 nochmals explizit in der Werkgruppe der "Farbräume" auf. Nur zwei Werke der Gruppe benennt er mit dem Zusatz "Geist und Materie" als Gegensatzpaar im Titel. Er selbst liefert in seiner 1975 in Düsseldorf erschienenen Schrift "Farbe ist Element" eine Erläuterung: "Denn erst die vollendete, technische Beherrschung der Materie, der Anordnung von Formen im Raum, kann das immaterielle Wesen der Farbe erfahrbar machen, deren ureigene Funktion in ihrem Wirken auf den menschlichen Geist besteht". Die beiden gestalterischen Komponenten Form sowie Raum bedingen sich also gegenseitig.
Rupprecht Geiger kehrt ein Vierteljahrhundert später in der Werkgruppe "Geist und Materie" (2003/04) zu dem Instrument der Kombination von ungleichen Farbflächen zurück. So beschäftigt sich diese Arbeit zweifelsohne mit einem der Hauptthemen seines Kunstschaffens. [EH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Rupprecht Geiger "727/78 (Farbraum, Geist und Materie)"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.