Auktion: 514 / Evening Sale am 11.12.2020 in München Lot 232

 
232
Fritz Winter
Hell einfließend, 1965.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
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Objektbeschreibung
Hell einfließend. 1965.
Öl auf Leinwand.
Lohberg 2534. Rechts unten signiert und datiert. Verso signiert, datiert und betitelt sowie mit mehreren gestrichenen Bezeichnungen. 97 x 130 cm (38,1 x 51,1 in).

• Großformatige, starke Komposition, die von dem Spannungsverhältnis zwischen leuchtendem Rot, Blau und Gelb getragen wird.
• In den Rechteck- und Reihenbildern gelingt Winter eine eindrucksvolle Emanzipation und Dynamisierung der Farbe.
• Winter ist einer der führenden Vertreter des deutschen Informel und der abstrakten Nachkriegsmoderne.
• Bereits in den 1950er Jahren stellt Winter in Amerika aus und ist auf zwei Ausstellungen des Museum of Modern Art, New York, vertreten
.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Fritz-Winter-Stiftung, München (um 1986, auf dem Keilrahmen mit dem gestrichenen Etikett der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen).
Galerie Gunzenhauser, München.
Sammlung Deutsche Bank (vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Fritz Winter. Zum 60. Geburtstag, Galerie Günther Franke, München 1965, Nr. 27 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Man lebt im Wirken der Schöpfung. Fritz Winter zum 100. Geburtstag, Kunst-Museum Ahlen, 10.09.2005-29.01.2006.

Aufrufzeit: 11.12.2020 - ca. 17.56 h +/- 20 Min.

Essay
Ausgebildet am Bauhaus in Dessau bei Paul Klee, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer, gilt Winters abstrakte Malerei im Nationalsozialismus zunächst als "entartet", aber bald schon nach dem Krieg als absolut en vogue. 1949 gründet Fritz Winter u. a. mit Willi Baumeister und Rupprecht Geiger in München die "Gruppe der Gegenstandslosen", später "ZEN 49". Winters Rechteck- und Reihenbilder der 1960er Jahre überzeugen durch ihre leuchtende Farbigkeit und durch ihre flächige Struktur, die dem reinen Klang der Farbe Raum gibt. Während sich die Arbeiten der 1950er Jahre noch durch einen stärker linearen, gestischen Farbauftrag ganz im Stile des Informel auszeichnen, beginnen sich die Liniengefüge Winters in den 1960er Jahren zu kraftvollen Farbflächenstrukturen zusammenzuschließen und in ihren Konturen zunehmend zu verhärten. Die Primärfarben Blau, Rot und Gelb geraten vor einem Fond aus gedämpften Mischfarben scheinbar in Schwingung. Allein aus der Akzentuierung der Farbwerte erhält die zweidimensional angelegte Komposition aus sich in ihren Rändern miteinander verzahnenden Farbflächen ihre Struktur und Tiefenwirkung: Leuchtendes tritt vor Gedecktes, das sich optisch eher in den Hintergrund schiebt. Winter gelingt auf diese Weise eine einzigartige Dynamisierung der Farbe. Bereits in den 1950er Jahren stellt Winter mehrfach in New York aus und ist mit seiner Malerei 1955 und 1957 im Museum of Modern Art, New York, in den Ausstellungen "The New Decade" und "German Art of the 20th Century" neben Baumeister, Nay und Schwitters vertreten. 1959 folgt die Beteiligung an der documenta II in Kassel. Spätestens in den 1950er Jahren also ist Winter zu einem der führenden Vertreter des deutschen Infomel und der abstrakten Nachkriegsmoderne avanciert. Noch zu Lebzeiten bestimmt Fritz Winter den Übergang eines bedeutenden Teils seines künstlerischen Nachlasses in den Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Zuletzt zeigte 2018 die Pinakothek der Moderne, München, eine Einzelausstellung des Künstlers. [JS]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Fritz Winter "Hell einfließend"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.