Auktion: 513 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst II am 11.12.2020 in München Lot 120002698

 
120002698
Imi Knoebel
DIN XVI B1-B4 (4-teilig), 1995.
Acryl auf Holz und Vierkant-Aluminiumprofilen
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
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Objektbeschreibung
DIN XVI B1-B4 (4-teilig). 1995.
Acryl auf Holz und Vierkant-Aluminiumprofilen.
Eines verso signiert und datiert. Jeweils verso auf Klebeetiketten betitelt, bezeichnet und mit der Nummerierung der Folge von "B 1" bis "B 4". Unikat. Jeweils 27 x 20 x 8 cm (10,6 x 7,8 x 3,1 in). G

• Kraftvolle, aus den Grundfarben Rot, Gelb, Blau und der Nichtfarbe Weiß entwickelte Komposition.
• Durch den dreidimensionalen Malkörper von besonderer räumlicher Präsenz.
• Mehrteiligkeit macht das serielle Denken und Arbeiten in Knoebels Werk erfahrbar.
• Die Ausstellung "Farb/Raum/Körper" (Sammlung Goetz, 2017) präsentierte Knoebels Schaffen im Kontext anderer prominenter abstrakter Positionen.
• Werke Imi Knoebels befinden sich in zahlreichen bedeutenden Sammlungen, wie dem Hamburger Bahnhof, Berlin, dem K20/K21 - Kunstsammlung Nordrhein Westfalen und der Albertina, Wien
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Österreich (direkt vom Künstler erworben).

"I thought: everything has been done already [..] Yves Klein has painted his canvas blue, Lucio Fontana has cut slashes into his. What’s left? If you want to do something, to stay alive, you have to think of something at least as radical."
Imi Knoebel im Interview mit The Guardian, 15. Juli 2015, zit. nach: www.theguardian.com

Essay
Seit Ende der 1980er Jahre konzentriert sich Imi Knoebel ganz auf die Wirkung der Farbe. Um sich nicht von formalen Fragen ablenken zu lassen, entscheidet er sich für ein gleichbleibendes Fünferschema innerhalb eines Rechtecks, das in den theoretischen Überlegungen des Künstlers einem menschlichen Porträt ähnelt. Die fünf Teile jedes Bildes sind nicht nur farblich voneinander abgesetzt, sie werden auch durch Fugen akzentuiert, um so den Eigenwert der einzelnen Farbfelder zu steigern. Die en face gesehene Fläche lässt noch schwach an die schematisierten Gesichtszüge eines menschlichen Antlitzes denken. Dabei geht es weniger um die Abbildung realer Personen, sondern vielmehr um die übergeordnete Idee der Porträtmalerei. Wie bereits in den Porträtserien Andy Warhols angelegt, variiert die stets neu zusammengesetzte Farbkombination und ihr spezifisches Zusammenspiel den Charakter des Gesichts. Knoebel hat die zeichenhafte Vereinfachung des menschlichen Antlitzes, wie sie in Jawlenskys berühmten "Meditationen" in enscheidender Weise angelegt war, künstlerisch auf die Spitze getrieben. Kein malerischer Duktus, keine Binnenstrukturen lenken in Knoebels einzigartig konsequenten Schöpfungen mehr von der alleinigen Wirkung der Farbe ab, und doch gelingt ihm allein durch die körperliche Einbindung der Malfläche das scheinbare Paradoxon, die figürliche Assoziation des menschlichen Gesichtes trotz der streng geometrischen Bildanlage beim Betrachter aufrechtzuerhalten. [JS]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Imi Knoebel "DIN XVI B1-B4 (4-teilig)"
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