Auktion: 513 / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst II am 11.12.2020 in München Lot 63

 
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Gerhard Hoehme
Osmose (2-teilig), 1969.
Acryl auf Leinwand mit Watte sowie PVC-Schläuch...
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
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Objektbeschreibung
Osmose (2-teilig). 1969.
Acryl auf Leinwand mit Watte sowie PVC-Schläuche und -Beutel in Spiegelleiste und Holz befestigt.
Hoehme 69-22. Leinwand rechts oben signiert und datiert sowie verso signiert, betitelt und mit Richtungspfeil. Zusätzlich auf dem Keilrahmen signiert und betitelt. Hängemaß gesamt ca. 290 x 200 x 65 cm (114,1 x 78,7 x 25,5 in).

• Wunderbar unkonventionelle, frühe Arbeit, die Hoehmes kunsthistorische Bedeutung als herausragender Kämpfer für das "offene Bild" belegt.
• Großformatige Arbeit, die durch den Einsatz der charakteristischen Kunststoffschnüre den Bildraum in die dritte Dimension erweitert.
• Eindrucksvolle Ausstellungshistorie: Die Arbeit wurde u. a. in Hoehme-Ausstellungen im Museum Wiesbaden, im Von der Heydt-Museum, Wuppertal, in der Kunsthalle Kiel, im Haggerty Museum of Art, Milwaukee, und im Museum am Ostwall, Dortmund, gezeigt.
• Eindrucksvolle Kombination von Hoehmes gestisch-informeller Malerei mit seinem späteren Bemühen um die Entgrenzung der Bildfläche.
• Der Titel "Osmose" nimmt auf den chemisch bedeutenden Prozess des Flüssigkeitsaustausches und die intendierte zeitliche Veränderung des Kunstwerkes Bezug, denn die PVC-Beutel waren ursprünglich teilweise mit Wasser gefüllt.
• Hoehme gilt als Hauptvertreter des deutschen Informel und als Schöpfer eines der eigenwilligsten und vielschichtigsten Werke der deutschen Nachkriegskunst
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Rheinland (direkt vom Künstler erworben).
Privatsammlung Stuttgart.

AUSSTELLUNG: (in Auswahl):
Deutscher Künstlerbund. 17. Ausstellung, Kunstverein Hannover, 1969, Kat.-Nr. 168 mit S-W-Abb. (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Hoehme. Relationen, Städtisches Museum, Wiesbaden 1971, Kat. mit S-W-Abb.
G. Hoehme, Arbeiten seit 1953, Von der Heydt-Museum, Wuppertal / Kunsthalle Kiel, 1974/75, Kat.-Nr. 42, mit S-W-Abb. S. 34.
Gerhard Hoehme. Bilder, Städtische Kunsthalle, Düsseldorf / Kunstverein Heidelberg, 1979, Kat.-Nr. 88, S-W-Abb., S. 107 und S. 106.
Gerhard Hoehme. Visuelle Instrumente, Städtische Galerie, Lüdenscheid, mit S-W-Abb. S. 43.
Gerhard Hoehme. in ein ander über, Kunstverein im Steinernen Haus am Römerberg, Frankfurt a. M., 1985, mit Abb. S. 31.
Gerhard Hoehme, Stux Gallery, New York, 1989, mit Abb.
Gerhard Hoehme 1960-1988, Haggerty Museum of Art, Marquette University, Milwaukee, 1991, Kat.-Nr. 8, mit Abb. S. 20.
Gerhard Hoehme. Wir haben den Kosmos in uns, Museum am Ostwall, Dortmund, 1992, mit Abb. S. 41.
Gerhard Hoehme. Die Schnur ist die plastische Form des heraklit'schen Denkens, Universität Schloss Hohenheim, Hohenheim 1997, Kat.-Nr. 6, mit Abb.

LITERATUR: Hoehme. I quadri sono istrumenti, Ausst.-Kat. Galleria Senior, Rom 1970, mit S-W-Abb.
Johann Heinrich Müller, Gerhard Hoehme, in: Das Kunstwerk, XXVIII. 1975, Heft 2, S-W-Abb. auf S. 28.
Giulio Carlo Argan und Hans Peter Thurn, Gerhard Hoehme. Werk und Zeit 1948-1983, Stuttgart und Zürich 1983, S-W-Abb. S. 163.
Gerhard Hoehme. Das offene Bild, Ausst.-Kat. Kunstverein Braunschweig und Overbeck-Gesellschaft Lübeck, Braunscheig 1984, S-W-Abb. S. 39.
"Die Schnur ist eine Art Fühler. Sie tritt aus dem Bild heraus, kommt auf den Betrachter zu, um [..] den Abstand zwischen dem Betrachter und dem Bild aufzuheben, den Betrachter in das Bild hineinzuholen. So ist das Bild nicht mehr ein fremdes Gegenüber. Es entsteht so etwas wie ein Übergang vom Bildraum zu unserem gelebten Raum [..]'"
Walter Biemel, in: Begegnung mit Gerhard Hoehme, Ausst.-Kat. Düsseldorf 1992, S. 91.

Aufrufzeit: 11.12.2020 - ca. 15.02 h +/- 20 Min.

 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Gerhard Hoehme "Osmose (2-teilig)"
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