Auktion: 520 / Evening Sale am 18.06.2021 in München Lot 120003393

 
120003393
Joseph Beuys
Erdobjekt "TA...KA-(TURM)", 1975.
Erdobjekt, Muschel
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Objektbeschreibung
Erdobjekt "TA..KA-(TURM)". 1975.
Erdobjekt, Muschel.
Auf einem Zettel unten auf dem Erdobjekt signiert, datiert und betitelt (aufgrund der Montierung nicht zugänglich). Höhe: 15 cm (5,9 in). Plexiglaskasten: 25,5 x 27 x 27 cm (10 x 10,6 x 10,6 in).
Es handelt sich um afrikanische Erde. [EH].
• Erde ist einer der wichtigsten Werkstoffe bei Beuys.
• Erde ist für Joseph Beuys ein verdichtetes Material des Ursprungs, ein Generator von Formkräften.
• Erdobjekte wie das "Erdtelefon" (1967) oder "Erdhaufen und elektronisches Gitter" (1957) gehören zu Beuys’ bekanntesten Werken.
• Erdobjekte von Beuys kommen äußerst selten in den Handel.
• Wichtige Objekte mit dem Material Erde befinden sich u.a. im Block Beuys in Landesmuseum Darmstadt, dem Museum Schloß Moyland
.

Mit einer schriftlichen Bestätigung von Eva Beuys vom 14. Februar 2019 (in Kopie vorliegend).

PROVENIENZ: Atelier des Künstlers (Drakeplatz 4).
Privatsammlung Deutschland (direkt vom Künstler erworben).

AUSSTELLUNG: Joseph Beuys: Natur, Materie, Form, Ausst.-Kat. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 30.11.1991–9.2.1992, Kat.-Nr. 419 (Abb. S. 334).
Joseph Beuys: Wo ist Element 3?, Ketterer Kunst, Berlin, 26.3.–22.5.2021.

Essay
Im Dezember 1974 lädt der Fotograf Charles Wilp Joseph Beuys und seine Familie zu einer Fotosession nach Diana an der Küste Kenias ein. Offenbar hat Beuys von dieser Reise Erde mitgebracht und in einem Blumentopf aufbewahrt.
Bisher hat sich die Bezeichnung "TA…KA-(Turm)" nicht erschlossen. Es wäre sicher gewagt, an Astrid Lindgrens Kinderbuch „Pippi in Taka-Tuka-Land“ zu denken, andererseits fügt Beuys wiederholt Spielzeug seiner Kinder in seine Installationen ein, etwa in Vitrinen des "Block Beuys" im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt. Oder er verwendet auch die Laute seines die Sprache erlernenden Sohnes Wenzel als Titel, wie in der Aktion 1964 in Aachen das "Kukei, akopee – Nein!" ("Kukei" für ich gucke, "akopee" für einkaufen). (Uwe M. Schneede, Joseph Beuys, die Aktionen, Stuttgart 1994, Nr. 4, S. 42) Im Buch ist Pippi die Tochter eines in Afrika als König lebenden Vaters, der in einem Turm auf der Taka-Tuka-Insel gefangen gehalten wird. Oben auf unseren "Turm" aufgelegt ist eine auch in Afrika vorkommende Kaurischnecke (Cypraeidae). Ihr Schneckengehäuse wurde aufgrund ihrer wertvoll erscheinenden, porzellanenen Oberfläche als Währung verwendet, so wurden etwa Sklaven in Westafrika mit Kaurigeld gehandelt. In Beuys‘ letztem großen Werk "Palazzo Regale" von 1985, das sich heute in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf befindet, liegt eine Riesen-Meeresschnecke (Cassis Tuberosa cornuta) in einer der Vitrinen. Erde als Substanz spielt bei Beuys eine wichtige Rolle, wie etwa in dem Werk "Erdtelefon" von 1968, das ein mögliches Gespräch mit der Erde suggeriert. [Eugen Blume]
 


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