Auktion: 519 / Kunst nach 1945 / Zeitg. Kunst II am 18.06.2021 in München Lot 120003407

 
120003407
Joseph Beuys
Tierfrau 1, 1954.
Bleistiftzeichnung
Schätzpreis: € 15.000 - 20.000
+
Objektbeschreibung
Tierfrau 1. 1954.
Bleistiftzeichnung.
Oben mittig signiert, datiert und betitelt, verso abermals signiert, betitelt sowie bezeichnet "Entwurf für Plastik". Auf Velin. 26 x 35,5 cm (10,2 x 13,9 in). [EH].

• Außerordentlich frühe Tierfrau-Zeichnung.
• 1954 bezieht Beuys sein erstes eigenes Atelier in Düsseldorf-Heerdt.
• Joseph Beuys’ Zeichnungen sind filigran und zart.
• Die Tierfrau gewährt Joseph Beuys seelisches und physisches Material
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Deutschland (1978 vom Künstler erworben).

AUSSTELLUNG: Joseph Beuys: Wo ist Element 3?, Ketterer Kunst, Berlin, 26.3.–22.5.2021.

Essay
Das Thema der Tierfrau taucht bereits Ende der 1940er Jahre in den Zeichnungen von Beuys in immer wieder neuen Wendungen auf, die schließlich 1984 zu einem Bronzeguss eines Entwurfs von 1949 führen. Wie auf der hier besprochenen Zeichnung sind die weiblichen Gestalten in den frühen Blättern gebeugt oder sich aufrichtend gezeigt. In der Zeichnung „Tierfrau und Tier“ von 1956, die auf der Einladungskarte 1974 in Krefeld abgebildet ist, sind weibliches Tier und Frau in paralleler gebeugter Haltung zu sehen, physiologisch haben sich die Brüste im Laufe der Evolution von ihrer Lage zwischen den Hinterläufen zum Oberkörper verschoben. Aus der Sammlung Bastian zeigt der Katalog der Düsseldorfer Ausstellung von 1991 ein Blatt in Braunkreuz-Ölfarbe von 1962, das wiederum das Motiv der gebeugten Frauenfigur aufgreift. Beuys zeigt nicht nur die Verbundenheit der Frau mit der Erde und der Tierwelt. Die gebeugte weibliche Figur spielt auch auf die griechische Gaia, die personifizierte Erde an, die Gebärende, die alles Leben hervorbringt und auch die Toten in sich aufnimmt. Beuys sagt dazu in einem Interview: „Die Frau hat sehr viel Elementares in sich. Der Mann hat sehr stark die materialistische Entwicklung auf die Todesprinzipien durchgemacht […] Deswegen muß diese Kraft, die die Frau in sich hat, jetzt kommen.“ (Zit. nach: Ausst.-Kat. Joseph Beuys. Eine innere Mongolei. Dschingis Khan, Schamanen, Aktricen. Ölfarben, Wasserfarben und Bleistiftzeichnungen aus der Sammlung van der Grinten, Kestner Gesellschaft, Hannover, 1990, S. 211). [Eugen Blume]
 


Weitere Abbildungen
 
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