Auktion: 514 / Evening Sale am 11.12.2020 in München Lot 244

 
244
Katharina Grosse
Untitled, 2015.
Acryl auf Leinwand
Schätzpreis: € 140.000 - 180.000
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Objektbeschreibung
Untitled. 2015.
Acryl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert sowie bezeichnet und mit der Werknummer "2015/1021 L". 201 x 135 cm (79,1 x 53,1 in).

• Dynamisches, raumeinnehmendes Farbgeflecht in übereinander schwebenden Dimensionen.
• Farbe als Phänomen reiner Visualität.
• Katharina Grosse gehört seit 2017 zu den KünstlerInnen der Gagosian Gallery und wird von der renommierten König Galerie vertreten.
• Katharina Grosse wird aktuell mit einer spektakulären Soloshow im Hamburger Bahnhof, Berlin, geehrt (14.6.2020-10.1.2021)
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PROVENIENZ: Galerie nächst St. Stephan, Wien.
Privatsammlung Hongkong.
Privatsammlung Frankreich.

"Ich benutze Spraymalerei, weil es eine Malerei ist, die im Raum passiert und auf einer Fläche landet. Sie wird nicht von mir körperlich auf die Fläche gebracht, sondern ist erst einmal disponibel und bekommt dann durch meine Richtung und Dynamik, aber auch durch die Qualität ihrer Entstehungsform eine Fläche zugewiesen."
Katharina Grosse, zit. nach: Ulrich Loock, Annika Reich, Katharina Grosse (Hrsg.), Katharina Grosse, Köln 2013, S.160-61.

Aufrufzeit: 11.12.2020 - ca. 18.17 h +/- 20 Min.

Essay
Katharina Grosse, eine der profiliertesten Malerinnen der internationalen Gegenwartskunst, kommt im Jahr 1961 in Freiburg im Breisgau zur Welt. Ihr Studium absolviert sie zwischen 1982 und 1986 an der Kunstakademie in Münster als Schülerin von Norbert Tadeusz und Johannes Brus. 1986 wechselt Katharina Grosse an die Akademie in Düsseldorf in die Klasse von Gotthard Graubner, der sie auch als Meisterschülerin annimmt. 1990 schließt sie das Studium ab. Die künstlerischen Anfänge der Malerei von Katharina Grosse liegen im Neoexpressionismus der "Jungen Wilden". Schon ab den mittleren 1980er Jahren aber verlässt Katharina Grosse schrittweise die Figuration. Nach kraftvollen Pigmentflecken-Bildern findet sie in der ersten Hälfte der 1990er Jahre zu lasierend aufgetragenen Farbkompositionen mit breiten Pinselstrichen entlang der Bildachsen. 1998 entdeckt Katharina Grosse auch die Arbeit mit der Spritzpistole für ihre Kunst, die sie nun teilweise auch architekturgebunden ausführt. Seitdem sie mit der Spritzpistole eine künstlerische Form gefunden hat, in der die Farbe ganz allein, unberührt von der Hand der Künstlerin wirken kann, greift Katharina Grosse nur noch selten zu einem Pinsel. Sie konzentriert sich stattdessen bei ihren Gemälden auf die industrielle Spritzpistole, die sie mit erstaunlicher Geschicklichkeit und Erfindungsgabe auf Oberflächen einsetzt, die von Leinwänden bis zu Wänden, Böden, Skulpturen und riesigen Wandgemälden im Freien reichen. Sie enthebt den Farbauftrag dem malerischen Handwerk, die Farbe soll selbst handeln. Grosse arbeitet intuitiv, folgt Schritt für Schritt, wohin das Bild sie führt. Lässt sich treiben in einer Entdeckungsreise der Farben. Sie löst die Malerei vom Primat der Dinge, sie stellt nichts dar, gibt keinen Rückbezug auf reale Dinge, die Malerei besteht ausschließlich aus sich selbst. Der entstandene Eindruck des fast körperlosen Malens steht in spannungsvollem Gegensatz zu den imposanten Dimensionen ihrer Kunstwerke. Sollen die Farbkompositionen so wirken, als ob nie ein Mensch sie berührt habe, müssen die großformatigen Leinwände angehoben, gefaltet, gekippt werden, um die faszinierenden Farbstrukturen zu erzielen. Seit dem Jahrtausendwechsel arbeitet Grosse mit parallelen Linien, die, ebenso wie andere Farbflecken und -spuren, bald auch Objekte überziehen. In diese Entwicklung ist auch die hier angebotene Arbeit einzuordnen, die starke Assoziationen zu ihren raumfüllenden Installationen aufbaut und durch ihre Farbigkeit und Komposition an vegetative Formen erinnert. In ihren Werken nimmt Katharina Grosse den Betrachter mit auf eine Reise, bei der die Farbe Besitz von ihm ergreift, sie wird zu einem Phänomen reiner Visualität. [SM]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Katharina Grosse "Untitled"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20 % Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.