Auktion: 518 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 17.06.2021 in München Lot 121000072

 
121000072
Edward Theodore Compton
Großglockner von der Prager Hütte aus, früh, 1890.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
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Objektbeschreibung
Großglockner von der Prager Hütte aus, früh. 1890.
Öl auf Leinwand.
Index Operum Nr. 690. Links unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen mit altem Etikett, dort vom Künstler nummeriert und betitelt. 80 x 116 cm (31,4 x 45,6 in).

• Insgesamt vier Mal besteigt Compton den Großglockner, ein letztes Mal 1919 im Alter von 70 Jahren.
• Der höchste und markanteste Gipfel der Ostalpen nimmt in Comptons Schaffen als wiederkehrendes Motiv eine besondere Stellung ein.
• Einst in der Sammlung Prof. Hermann Credners, bedeutender deutscher Geologe Ende des 19. Jahrhunderts
.

Wir danken Frau Sibylle Brandes, Tutzing, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Sammlung Prof. Dr. Hermann Credner (1841-1913), Leipzig (1890 erworben).
Privatsammlung Süddeutschland (seit ca. 1927 in Familienbesitz).

AUSSTELLUNG: Leipzig 1890.
100jähriges Jubiläum des Deutschen Alpenvereins, Völkerkundemuseum, München, 1969.

Essay
In England geboren, sind die ersten Berge, die Compton bewandert, diejenigen in Westmoreland und Cumberland, in der Nähe des Wohnsitzes seiner Großeltern. Eine erste größere Bergtour ist wohl die mit seinem Bruder William, die ihn 1869 in die Schweizer Alpen führt, nachdem er selbst sich bereits 1867 am Thuner See im Berner Oberland von der schweizerischen Bergwelt nachhaltig beeindruckt zeigt. Insbesondere englische Alpinisten führen die Reihe von spektakulären Erstbesteigungen an, darunter auch Edward Whymper, der 1865 als Erster das Matterhorn erobert und als Mitglied des 1857 gegründeten Alpine Clubs unter anderem für dessen Journal Zeichnungen und Illustrationen fertigt, was seinen Erfolgen zur Sichtbarkeit verhilft. Auch Compton beschließt aufgrund seiner Faszination für diesen eindrucksvollen Naturraum, sich auf die Bergmalerei zu spezialisieren. Als begeisterter Bergsteiger ist es ihm möglich, die Gipfel sowohl physisch als auch malerisch zu erobern, darunter auch 1873 ein erstes Mal der Großglockner. Ungewöhnlich idyllisch und zugänglich weitet sich in unserem Gemälde der Blick über eine Hochalm, auf der sich ein Hirte mit seinen Schafen als Staffagefigur winzig gegen die Monumentalität der Gebirgszüge ausmacht. Das wechselvolle Spiel des Lichtes und die Schnelligkeit der Wetterphänomene, die immer auch eine gewisse unterschwellige Bedrohlichkeit in der Bergwelt präsent sein lassen, lässt in der Ferne den schneebedeckten Gipfel weiß leuchten, während aus dem Tal bereits Nebelschwaden aufziehen. Von der alten Prager Hütte aus – eine 1872 am Großvenediger erbaute Einkehrmöglichkeit – setzt Compton das sonnige Fleckchen im Vordergrund dramatisch gegen die kargen Zinnen der Glocknergruppe und betont dadurch umso mehr die Weite der in den Himmel ragenden Landschaft. Immer wieder hat sich Compton am Großglockner aufgehalten und diesen von Heiligenblut aus bestiegen, was zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen dokumentieren. Zu der Großglockner-Sondernummer der "Illustrirten Zeitung" vom 23. August 1900, Nr. 2982, steuert er Illustrationen rund um den Gipfel bei, die er im Laufe der Jahre gesammelt hat. Insgesamt vier Mal, darunter ein letztes Mal im Jahr 1919, mittlerweile im Alter von 70 Jahren, besteigt Compton den mit ca. 3800 Metern höchsten Gipfel Österreichs. Ein letztes großformatiges Bild dieses besonders malerischen Gipfels, den er als junger Mann mit Mitte 20 erstmals erreicht und der ihn die nächsten 50 Jahre begleitet, entsteht schließlich im Jahr darauf, wiederum ein Jahr vor seinem Tod 1921. [KT]
 


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